Tipps der Woche

Apfelzeit Fleischersatz Fettstoffwechsel Eiweiß Ernährungsumstellung Melatonin Süßstoffe Zucker Waiprotein Mineralwasser Tomaten Karotten Erdbeeren Geschmacksverstärker Waldmeister Anti-Diät-Tag Haferschleim Miesmuscheln Ei Kaffee Was ist eine Hähnchenschnitte?Gemüse des Jahres »Wein auf Bier …« • Eiweißbrot • Glutenfreie Ernährung Neueste ErnährungstrendsAlkohol und gute Ernährung

2. Oktober 2019: Herbstzeit ist Apfelzeit

Hallo Zusammen,

Herbstzeit ist Apfelzeit, zumindest dann, wenn es unsere einheimischen Sorten betrifft.

Apfel»One apple per day keeps the doctor away.« Eine alte Weisheit, die schon meine Lehrer in der Schule von sich gegeben haben.

Da ich nicht gern Äpfel esse, hat mich dieser Satz nicht sonderlich beeindruckt. Aber gemeinsam mit Ihnen schaue ich mir das gern einmal an.

Zunächst sagt man dem Apfel nach, das er in der Lage ist, den Cholesterinspiegel zu senken. Das ist vermutlich auch der Grund, warum er medizinisch im Volksmund so gelobt wird, denn er dürfte so tatsächlich einen wichtigen Beitrag zur Volksgesundheit leisten.

Im Sinne einer guten Ernährung hat der Apfel in jedem Fall schon einmal den Vorteil, dass er »clean« ist. Das heißt, dass er nicht aus der Industrie entstanden ist. Er wächst einfach so an einem Baum.

Ökologisch macht es natürlich immer Sinn, den Apfel aus der Region zu konsumieren, also erst dann, wenn er hier bei uns auch tatsächlich wächst. Im Spätsommer und im Herbst. Das schont in hohem Maße unsere Umwelt.

Wer kalorienbewusst essen möchte, liegt mit dem Apfel gut. Er liefert auf 100 Gramm nur 52 Kilokalorien bzw. 218 Kilojoule. Zu 85 Prozent besteht er aus Wasser.

Wie bei Früchten nicht untypisch, liefert der Apfel nur sehr geringe Mengen an Eiweiß und Fett.

Er bringt aber auf 100 Gramm 11,4 Gramm Kohlenhydrate, davon 10,3 Gramm Zucker.

Zum Zucker ist dringend zu sagen, dass dieser natürlich aus der Frucht stammt und somit ohne Reue aufgenommen werden kann. Dieser Wert zeigt aber auch, warum die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt, bei den fünf Portionen Obst und Gemüse, die am Tag gegessen werden sollten, lediglich zwei Obstportionen aufzunehmen. Denn auch Zucker, der natürlicherweise aus Obst aufgenommen wird, ist Zucker.

Von den so wichtigen Ballaststoffen, von denen wir täglich gern 30 Gramm aufnehmen dürften, liefern 100 Gramm Apfel 2,4 Gramm.

Auch was die Vitamine betrifft, muss der Apfel sich nicht verstecken. Er liefert wasserlösliche Vitamine mit B1, B2, B6, Vitamin C und Vitamin E.

An Mineralstoffen liefert er Eisen, Kalium, Magnesium, Natrium und Zink.

Die ursprüngliche Heimat des Apfels liegt vermutlich in Südwestchina. Andere Quellen sprechen vom Kaukasus, dem Balkan oder dem Gebiet östlich des schwarzen Meeres als Wiege des Kernobstes. Über Handelswege verbreitete sich die Frucht über die gesamten gemäßigten Zonen der Welt. In Mitteleuropa stammen die ältesten Apfelüberreste aus der Jungsteinzeit. Äpfel werden kultiviert, seitdem es Menschen gibt. Die Perser züchteten erste Kultursorten. Heute ist der Apfel mit einem durchschnittlichen Pro-Kopf-Verzehr von etwa 17 Kilo im Jahr das Lieblingsobst der Deutschen.

Heute gibt es weltweit etwa 20 000 verschiedene Sorten, die sich deutlich voneinander unterscheiden in Geschmack, Konsistenz und teilweise auch im Nährwertgehalt. Beliebte Sorten sind zum Beispiel Braeburn, Elstar, Jonagold und Gala. Bekannte Anbaugebiete in Deutschland sind das Alte Land bei Hamburg und die Gegend rund um den Bodensee.

Guten Appetit! Zurück nach oben.

24. September 2019: Fleischersatz

Hallo Zusammen!

Die Menschheit konsumiert zu viel Fleisch. Eine These, über die sich vermutlich alle einig sind. Was liegt da näher, als Fleischersatzprodukte zu essen?

Auch die Industrie ist dahinter gekommen und serviert uns in den Regalen alles, was das Fleischesserherz begehrt. Neben fleischlosen Burgern gibt es auch Schnitzel, Würstchen, Geschnetzeltes Aufschnitt und so weiter.

Damit auch die Fleischliebhaber zugreifen, sieht es aus wie Fleisch und soll auch so schmecken. Außerdem wird immer wieder mit ökologischen und gesundheitlichen Aspekten geworben. Aber was essen wir da eigentlich? Wie gesund ist es? Und wie ist es mit der Nachhaltigkeit?

Letzteres zuerst: Ökologisch sind die pflanzlichen Fleischalternativen die Sieger. Die Aufzucht und Haltung von Tieren ist wesentlich schlechter in der Ökobilanz. Außerdem lassen sich die Pflanzen schneller und nachhaltiger nachzüchten.

Das ist aber auch schon der größte Vorteil vom Fleischersatz. Die Produkte sind häufig sehr salz- und fetthaltig, was beides ernährungsphysiologisch unvorteilhaft ist.

Der Fleischgeschmack entsteht neben Fett und Salz aus Geschmacksverstärkern, auch wenn diese natürlichen Ursprungs sind. Es bleiben Geschmacksverstärker.

Fleisch ist eiweißhaltig, wie auch der Fleischersatz. Das Eiweiß stammt je nach Produkt aus Pflanzen wie Soja, oder Erbsen und ähnlichem…  Oft handelt es sich aber auch um isuliertes Hühnereiweiß, das mit Gelatine oder pflanzlichen Bindemitteln angedickt und zusammengefügt wird.

Wichtig zu wissen ist auch, dass diese Produkte meist eine sehr lange Zutatenliste haben, was für eine hohe industrielle Verarbeitung spricht. Wer möglichst clean essen möchte, sollte seinen Fleischkonsum reduzieren und mehr zu anderen Eiweißquellen wie Hülsenfrüchten, Pilzen, Eiern und Milchprodukten greifen.

Wer ökologisch denkt und nicht auf einen Effekt im Sinne einer Diät hofft, kann selbstverständlich gern mal probieren. Die Produkte sind nicht wirklich gesund, sie sind aber auch nicht schädlicher als andere Nahrungsmttel aus der Industrie. Ich allerdings möchte diese Produkte nicht gern probieren.

Gruß und guten Appetit! Zurück nach oben.

20. September 2019: Wird der Fettstoffwechsel im Alter
langsamer?


Hallo Zusammen!

Ein Stück Speck.Heute geht es an den Speck: Lässt Fettabbau im Alter nach? Stimmt es, dass wir zwangsläufig im Alter dicker werden?

Was immer als Ausrede galt, ist nun wissenschaftlich belegt. Mit dem Älterwerden nehmen wir zwangsläufig zu, wenn wir die gleiche Menge
an Lebensmitteln essen, wie in jüngeren Jahren.

Der Grund dafür ist, dass der Fettstoffwechsel im Alter langsamer läuft und
gespeichertes Fett schlechter abgebaut wird. Dies haben schwedische
Wissenschaftler herausgefunden und berichten darüber im Magazin Nature Medicin.

Das mit der Nahrung aufgenommene Fett wird, sofern es nicht direkt benötigt
wird, in den Fettzellen gespeichert. Diese machen etwa 90 Prozent des weißen Fettgewebes an unserem Körper aus. Laufend wird altes Fett vom Organismus genutzt und entsprechend wieder Neues eingelagert.

Im Rahmen der schwedischen Forschungen wurden 54 Menschen untersucht. Ihnen wurde im Laufe von 13 Jahren zweimal Proben des Fettgewebes entnommen. Die kleine Studie zeigte, dass sich mit zunehmendem Alter der Fettabbau verlangsamte. Dabei spielte es keine Rolle, ob die Probanden ihr Gewicht gehalten, oder ob sie zu- oder abgenommen hatten. Die Studienteilnehmer, die ihre Kalorienzufuhr nicht im Laufe der Jahre verringert hatten, nahmen um 20 Prozent zu.

Diese und weitere Beobachtungen, die an stark übergewichtigen Menschen
gemacht wurden, die eine Verkleinerung des Magens hatten vornehmen lassen, legen den Schluss nahe, dass es in unserem Fettgewebe Faktoren gibt, die unabhängig von anderen Faktoren das Körpergewicht im Alter beeinflussen.

Kritiker bemängeln, dass die Studie zu klein sei, um tatsächlich verwertbare
Erkenntnisse zu gewinnen. Sie macht aber deutlich, dass eine bewusste
Ernährungsweise sich positiv auf das Gewicht auswirken kann. Dies vor allem
dann, wenn sportliche Aktivitäten und die allgemeine Alltagsbewegung nur
eingeschränkt möglich sind.

Gruß und bis nächste Woche. Zurück nach oben.

10. September 2019: Wie viel Eiweiß braucht der Mensch?

Hallo Zusammen!

Obige Frage ist recht einfach zu beantworten. Das Körpergewicht mal 1,2 ergibt den Tagesbedarf. So viel Gramm Eiweiß sollte man mindestens am Tag aufnehmen. Es ist also die absolute Untergrenze.

Jeder Mensch braucht Eiweiß. Es ist, im Gegensatz zu Kohlenhydraten, ein lebenswichtiger Nahrungsbaustein. Wer Sport macht, oder andere Höchstleistungen zu bewältigen hat, zum Beispiel schwere körperliche Arbeit, muss wesentlich mehr Eiweiß zu sich nehmen. Die Zahl, mit der man das Körpergewicht multipliziert, sollte dann höher liegen, etwa bei 1,5 bis 2, je nach körperlicher Belastung.

Diese Zahlen gelten, das ist wichtig, nur für Menschen, die nicht krankhaft übergewichtig sind.

Der Durchschnittsbürger isst, das zeigen Statistiken, zu kohlenhydratlastig und nimmt häufig zu wenig Eiweiß auf. Hilfreich ist es hier, wenn  man sich angewöhnt, zu jeder Hauptmahlzeit auch eine Eiweißquelle zu essen. Das kann Fleisch sein, Fisch oder Hülsenfrüchte, oder auch ein Milchprodukt wie Quark, Joghurt oder Käse.

Eiweiß ist sehr sättigend. So kann man mutig die Kohlenhydrate reduzieren, das Eiweiß in die Mahlzeit einbinden und muss keine Angst haben, nicht satt zu werden. Auch ist der nachfolgende Hunger nicht mehr so drängend, weil durch den Genuß von eiweißhaltigen Lebensmitteln Blutzuckerspitzen, die zu Heißhunger führen, verhindert werden.

Zurück nach oben.

3. September 2019: Ernährungsumstellung

Hallo Zusammen!

Innerer SchweinehundDie Ernährung umzustellen ist schwierig. Schon deshalb, weil unser Gehirn und unser Unterbewusstsein gern an alten Gewohnheiten festhalten, die nur sehr langwierig zu verändern sind. Der innere Schweinehund lässt uns unsere Verhaltensmuster ausleben, weil er dafür sorgen möchte, dass wir unseren Alltag möglichst entspannt bewältigen.

Wenn wir uns vor etwas drücken, empfinden wir ihn als unseren Feind. Eigentlich ist er aber ein Freund, der uns davor schützt, uns zu überfordern. Aber welches Problem hat er mit der Ernährungsumstellung?

Alles, was wir neu lernen, auch anderes Essverhalten, erfordert Aufmerksamkeit. Aufmerksamkeit wiederum fordert Energie, die dann wo anders fehlt. Das Ergebnis ist, dass wir Appetit auf kurzkettige Kohlenhydrate wie z. B. auf Zucker bekommen.

Außerdem kann Lernen auch ein Stressfaktor sein. Wenn das so ist, wird zusätzlich noch Kortisol ausgeschüttet. Das wiederum verhindert jede Fettverbrennung.

Wie wir da heraus kommen, ist ganz einfach. Unser innerer Schweinehund sollte schnell in die Hundeschule. Wie bei jedem Haushund auch, sollte das Training nicht übertrieben werden. Ein bis zwei Tage reichen zunächst völlig aus.

Wenn man es umsetzt, sich an den »Trainingstagen« möglichst gesund und ausgewogen zu ernähren, ist schon viel erreicht. Was kleinschrittig gelernt wird, wird dem Schweinehund eines Tages gefallen und wird dann zu einer Gewohnheit werden, die auch an vier bis fünf Tagen möglich ist.

Es sollte aber auch nicht das Ziel sein, sieben perfekte Tage zu erreichen. Es sollte auch noch Spielraum bleiben, um gelegentlich mal unperfekt zu sein.

Ich wünsche viel Spaß beim Training! Zurück nach oben.

28. August 2019: Melatonin in Lebensmitteln

Hallo Zusammen!

Die Abbildung zeigt die Strukturformel von Melatonin.Schlafprobleme sind eine Volkskrankheit. Stress und Reizüberflutung sorgen dafür, dass wir immer schlechter schlafen.

In besonderer Weise sind blinde und sehbehinderte Menschen von Störungen betroffen, die den Schlaf-Wach-Rhythmus beeinträchtigen.

Melatoninpräparate, die auch rezeptfrei zu haben sind, sind neben chemischen Schlafmittel und Kräutern wie Baldrian und Hopfen auf dem Vormarsch. Aber auch mit einer sinnvollen Ernährung kann man dem Organismus helfen, auf natürliches Melatonin zuzugreifen.

Viele Lebensmittel enthalten Inhaltsstoffe, die den Schlaf positiv beeinflussen können. Dazu gehören unter anderem das Schlafhormon Melatonin oder auch die Aminosäure Tryptophan. Zu den Lebensmitteln, die beim Schlafen helfen können, zählen Kirschen, Milch, Nüsse, Lachs und Bohnen.

Sommerzeit ist Kirschenzeit. Die kleinen roten Früchte speichern nicht nur viele Vitamine und schmecken gut. Sie gelten auch als entzündungshemmend und als natürliche Melatoninquelle. Eine 2001 im »Journal of Agricultural and Food Chemistry« veröffentlichte Studie hat gezeigt, dass beispielsweise der Melatonin-Gehalt der Montmorency-Sauerkirsche etwa 13,5 mg pro Gramm Fruchtfleisch betragen kann.

Milch enthält natürliches Melatonin. Ein altes Hausmittel, auf das schon Großmutter setzte. Im Handel gibt es spezielle Nachtmilchkristalle, die aufgelöst in Wasser einen wirksamen Schlummertrunk ergeben sollen.

Wer unter Schlafstörungen leidet, kann es ebenso vor dem Einschlafen mit einer Hand voll Walnüsse probieren. Dies raten Neurologen der Universität San Antonio in Texas. Die Studie unter der Leitung des Wissenschaftlers Russel J. Reiter ergab, dass Walnüsse eine gute Quelle für Melatonin sind und der Körper das in der Walnuss enthaltene Melatonin leicht aufnehmen kann. Wenn Walnüsse konsumiert werden, steigt der Melatonin-Blutspiegel um das Dreifache an, bemerkt Reiter.

Lachs enthält die mehrfach ungesättigte Fettsäure Docosahexaensäure (DHA), die zur Klasse der Omega-3-Fettsäuren gehört. DHA kann helfen, die körpereigene Melatoninproduktion anzuregen. Melatonin steuert unter anderem den menschlichen Tag-Nacht-Rhythmus. Neben Lachs enthalten auch andere fette Seefische DHA – wie etwa der Hering.

Bohnen und anderes Gemüse enthalten eine Vielzahl von B-Vitaminen, inklusive B6 und B12 sowie Folsäure. Diese unterstützen den Körper dabei, den Schlafzyklus zu regulieren und Serotonin zu produzieren. Serotonin wiederum ist ein wichtiger Ausgangsstoff für die Herstellung des Schlafhormons Melatonin, das Menschen bei Dunkelheit vermehrt ausschütten.

Ich wünsche allen einen guten Schlaf!

Nina Schweppe Zurück nach oben.

20. August 2019: Kleine süße Pillen, süßes Pulver

Hallo Zusammen,

heute also geht es um kleine süße Pillen oder Pulver: Diese »Wundermittel« machen süß, ohne Kalorien.

Reine Fruktose ist schon süßer als Haushaltszucker. Andere Süßstoffe süßen noch um ein x-Faches stärker. Aspartam ist 200-mal so süß, Advantam 30 000-mal.

Süßstoffe haben die unangenehme Eigenschaft, dass sie einen Beigeschmack von bitter über metallisch bis hin zu lakritzartig mitbringen. Dieser Beigeschmack muss im fertigen Lebensmittel möglichst überdeckt werden, da es sonst fremdartig schmecken würde. Dieser Nebeneffekt wäre schlecht für den Umsatz. Weil Stevia (E 960) z. B. wie Karamell oder Lakritz schmeckt, hat es sich als natürlicher Süßstoff nicht durchgesetzt.

Viele Süßstoffe werden aus Pflanzen, Zitrusfrüchten oder dem Zucker selbst gewonnen. Zu Sacharin allerdings sollte man wissen, dass es aus Erdöl erzeugt wird.

Die Süße kommt dabei aus der Molekularstruktur des Stoffes. Die Rezeptoren auf der Zunge reagieren entsprechend auf die chemische Form und signalisieren den süßen Geschmack an das Gehirn.

Weil die Süßkraft so groß ist, wird nur eine sehr geringe Menge Süßstoff benötigt, um ein Lebensmittel süß schmecken zu lassen. Das ist günstig für die Industrie.

Süßstoffe werden großenteils in unserem Organismus nicht verstoffwechselt. Sie werden unverändert ausgeschieden.

Sie sind aber umstritten. Es werden z. B. bei Aspartam Kopfschmerzen und Gedächtnisstörungen beschrieben, es soll Krebs fördern. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (Efsa) hingegen hat Süßstoffe als unbedenklich eingestuft.

Man weiß aber, dass Süßstoffe die Darmflora verändern und damit Auswirkungen auf den Blutzuckerspiegel haben können. Es ist also unbedingt zur Sparsamkeit zu raten.

Entgegen langläufiger Meinungen helfen Süßstoffe auch nicht beim Abnehmen.

Wer aus gesundheitlichen Gründen nicht muss, sollte aus meiner Sicht dringend auf Süßstoffe verzichten und lieber etwas weniger Zucker konsumieren.

Süße Grüße

Nina Zurück nach oben.

14.8.2019: Zucker

Hallo Zusammen,

nach einer längeren Sommerpause und meinem Seminar in Wernigerode geht es jetzt mit den Tipps der Woche weiter. Den Anfang macht heute der Zucker.

WürfelzuckerZucker ist Zucker, egal, welchen Decknamen er trägt. Es gibt auf Zutatenlisten ca. 70 Bezeichnungen für das, was ernährungsphysiologisch Zucker ist.

Auch Honig und Agavendicksaft sind streng genommen einfach nur Zucker. Diese beiden liefern zwar auch Vitamine und ähnliches mit. Der Inhalt ist aber so gering, dass man für einen wirklichen ernährungsphysiologischen Nutzen so viel Honig essen müsste, dass es hochgradig unverträglich ist.

Der Industrie wird vorgeworfen, dass sie unter den verschiedenen Bezeichnungen versucht, den Zucker zu verstecken. Er kann aber auch ein Zusatzstoff sein, der einem Lebensmittel seine Qualität gibt. Glukosesirup z. B. macht Eis cremig, was der Haushaltszucker nicht so gut kann.

Der Haushaltszucker (Saccharose) ist ein Zweifachzucker. Das Molekül besteht aus einem Teil Glukose (Traubenzucker) und einem Teil Fructose (Fruchtzucker). Wenn er nicht aus der Natur – also aus zuckerhaltigen Pflanzen wie Zuckerrohr oder Zuckerrübe stammt – dann wird er aus Stärke gewonnen. Stärke besteht aus Glukosebausteinen (Einfachzucker). Das ist der kleinste Baustein, in den unser Körper die mit der Nahrung aufgenommenen Kohlenhydrate zerlegen muss, um sie weiter zu verwerten.

Die Grundelemente, aus denen die unterschiedlichen Zucker zusammengesetzt sind, sind Kohlenstoff, Sauerstoff, Wasserstoff. Die unterschiedliche Zusammensetzung entscheidet über die Eigenschaft, wie z. B. den Süssungsgrad des Zuckers.

Unser Körper verstoffwechselt jeden Zucker anders. Diese Tatsache hilft Diabetikern, plagt dafür aber Menschen mit Unverträglichkeiten.

Die Industrie mischt sich passgenau ihren Zuckersirup. So ein Cocktail heißt dann Glukosesirup, Glukose-Fruktose-Sirup, Invertzucker, Traubensüße, Gerstenmalz, Karamellzuckersirup, Süßmolkenpulver, Dicksaft etc.

Nicht nur in Süßigkeiten und Desserts, auch in Soßen, Suppen und Wurst befindet sich Zucker. In der Wurst dient er in Form von Laktose (Milchzucker) z. B. als Produktionshelfer.

Schaut man auf eine Zutatenliste, steht immer das Lebensmittel an erster Stelle, das den größten Anteil hat. Zucker rutscht durch die vielen unterschiedlichen Bezeichnungen in der Nennung immer weiter nach hinten. Da auch mehrere Zucker in einem Produkt zu finden sein können, verringert sich der Anteil des Einzelnen, so dass der Zucker in seinen Verkleidungen unscheinbarer wird. So ist oft undurchsichtig, wie viel Zucker ein Produkt enthält.

Die unterschiedlichen Zucker geben einem Nahrungsmittel seine Eigenschaften. So bestimmen sie das Mundgefühl, verändern den Gefrierpunkt, Invertzucker hält beispielsweise Weingummi weich.

Wir essen im Jahr etwa unser halbes Körpergewicht an Zucker. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt weniger als ein Drittel davon, als Tageshöchstdosis werden 25 Gramm genannt.

Verzuckerte Grüße schickt euch Nina.

25. Juni 2019: Waiprotein

Hallo Zusammen,

ihr wisst, dass ich eine sehr klare Linie fahre, was Nahrungsergänzungsmittel betrifft. Eigentlich kommt mir so etwas nicht in die Tüte.

Aber da es von jeder Regel eine Ausnahme gibt, stelle ich euch heute etwas vor, was tatsächlich in diesen Bereich gehört. Es geht um das Waiprotein.

Es handelt sich dabei um isoliertes Milcheiweiß, das es in Pulverform zu kaufen gibt.

Viel benutzt wird es im Fitnessbereich vor allem von Kraftsportlern.

Ein bis zwei Löffel Pulver in 250g Joghurt eingerührt ergeben eine sättigende Mahlzeit. Der Joghurt wird dadurch cremig und leicht.

Durch das Pulver erhöht man den natürlichen Eiweißgehalt des Milchproduktes (man kann auch Quark, Milch usw. nehmen), weshalb das Ganze dann sättigender wird. Der Körper hat viel Arbeit damit, das Eiweiß zu verarbeiten und ist deshalb lange zufrieden.

Man kann das Ganze noch mit Früchten oder flocken anreichern, oder einfach pur genießen.

Im Reformhaus bekommt man das Waiprotein meist ohne Geschmackszusatz. Rührt man das neutrale Pulver ein, schmeckt es neutral wie Milch. Man kann es aber auch in allen erdenklichen Geschmacksrichtungen bekommen. Im Internet kann man in entsprechenden Shops viel davon finden.

Vor allem, wenn man Kalorien reduzieren möchte, kann es helfen, Waiprotein zu benutzen. Da es sich um das reine Milcheiweiß handelt, läuft man nicht Gefahr, anders als bei im Handel erhältlichen Diätshakes, Vitamine und Spurenelemente falsch zu dosieren.

Ich wünsche viel Spaß beim Ausprobieren und guten Appetit!

18. Juni 2019: Mineralwasser

Hallo Zusammen!

Draußen haben wir sommerliche Temperaturen die gern auch mal über 30 Grad gehen können. Das macht Durst. Es ist auch tatsächlich wichtig, viel zu trinken, damit Kreislauf und Stoffwechsel aktiv bleiben können. Auch geht durch das Schwitzen viel Flüssigkeit über die Haut verloren, die unbedingt aufgefüllt werden muss.

Die deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt schon an normalen Tagen 1,5 bis 2 Liter. An Sommertagen dürfen es gern 2,5 Liter und mehr sein. Kalte Getränke sollte man nicht zu schnell zu sich nehmen, weil dies zu Kreislaufproblemen führen könnte.

Empfohlen werden von der DGE Kräuter- und Früchtetee oder Wasser.
Vielfach wird empfohlen, zum Mineralwasser zu greifen. Aber ist das wirklich sinnvoll?

Mineralwasser wird an speziellen Stellen gefördert, wo das Wasser, nach dem es durch mineralhaltige Gesteinsschichten gelaufen ist, wieder an die Oberfläche kommt. Deshalb enthält das Wasser lösliche Mineralien, die wir dann mit dem Wasser aufnehmen.

Aber ist das Wasser, das wir in Flaschen im Supermarkt kaufen, wirklich gesünder?

Teurer ist es in jedem Fall. Während Trinkwasser um die 4 Cent kostet, kann Mineralwasser bis zu 4 Euro kosten. Mineralwasser und Trinkwasser unterscheiden sich von den Inhaltsstoffen her manchmal kaum, manchmal beträchtlich. Dies ist davon abhängig, wo das Trinkwasser entnommen wird. Wer in der Nähe eines Mineralbrunnens wohnt, kann damit rechnen, dass auch sein Trinkwasser entsprechend reich an Mineralstoffen ist. Aber auch wer mineralienärmeres Trinkwasser konsumiert, kann es gern trinken. Die im Wasser enthaltenen Mineralien sind zwar wertvoll für unseren Organismus, müssen aber nicht zwingend mit dem Wasser aufgenommen werden. Die meisten dieser Stoffe nehmen wir ohnehin über unsere feste Nahrung auf. Somit ist der Nutzen für unsere Gesundheit nicht so groß, wie die Industrie uns glauben machen möchte.

Wasser ist das Lebensmittel, das am besten von allen kontrolliert wird. Deshalb ist es nicht nötig, Mineralwasser in Flaschen zu kaufen. Wer Leitungswasser trinkt, kann also eine Menge Geld sparen, ohne sich zu schaden. Außerdem spart er sich eine Menge Schlepperei.

Also greift beherzt zu!

Vorsicht ist nur dann geboten, wenn das Trinkwasser aus Leitungen entnommen wird, die noch bleihaltig sind. Das Blei kann in das Wasser übergehen. Blei ist hochgradig ungesund. In früheren Zeiten ist es häufiger zu Vergiftungen gekommen.

Also dann sehr zum Wohl!

12. Juni 2019: Tomaten

Hallo Zusammen,

heute geht es … nicht um die Wurst, aber um die Tomate.

Tomaten sind roh sehr beliebt, sind aber auch aus Soßen, Suppen und auch von der Pizza nicht wegzudenken. Ihr Nährstoffgehalt hängt stark vom Anbau und vom Reifegrad ab. Die meisten Nährstoffe finden wir in Früchten, die im Freiland angebaut wurden und in der Pflanze reifen konnten. Dabei sind sie sehr gesund. Sie liefern neben den ACE-Vitaminen auch Vertreter aus der Vitamin B Gruppe. So sind sie hervorragend geeignet, um unser Immunsystem zu unterstützen und auch unserer Haut und unseren Blutkörperchen Gutes zu tun. Vor allem das Vitamin C ist für unsere Abwehrkräfte wichtig, was die Tomate in großer Menge im Gepäck hat. Die enthaltenen Mineralstoffe erfüllen wichtige Funktionen in unserem Körper. So ist Kalium wichtig für unseren gesamten Stoffwechsel, Magnesium stabilisiert unseren Blutdruck und ist für unsere Energiegewinnung unerlässlich, Natrium reguliert den Herzrhythmus und die Weitergabe von Nervenimpulsen, Eisen unterstützt die Zellbildung und -Atmung sowie den Sauerstofftransport und Calcium ist wichtig für unseren Knochenbau. Die im Fruchtfleisch vorhandenen Ballaststoffe tragen zu einer guten Verdauung bei.

Die gelbe beziehungsweise rote Farbe bekommt die Tomate vom Lycopin. Dies ist ein sekundärer Pflanzenstoff, der antioxidativ wirkt und unsere Zellen vor schädigenden freien Radikalen und damit vor zum Beispiel Krebs, Osteoporose, Arteriosklerose sowie Herz-Kreislauf Erkrankungen schützen soll.

Tomaten bestehen zu 95 Prozent aus Wasser. In kleinen Mengen enthalten sie auch Kohlehydrate. Diese fallen jedoch bei einen Wert von 1,9 bis 4,0 Prozent kaum ins Gewicht. Somit können Tomaten sehr hilfreich sein, wenn man Gewicht verlieren möchte.

Der Nährstoffgehalt kann je nach Sorte unterschiedlich sein, was auch den Gehalt an Kohlehydraten betrifft.

So vorteilhaft die Tomate für uns auch ist, ist beim Genuss etwas Vorsicht geboten. Wie alle Nachtschattengewächse enthalten auch die Tomaten Solanin. Der Stoff kann unter Umständen zu Vergiftungserscheinungen führen, die sich in Übelkeit und Erbrechen äußern können. Der Solanin-Gehalt ist besonders dann zu berücksichtigen, wenn die Tomaten noch nicht ausgereift, also grün sind. Der Verzehr von roten Tomaten ist unbedenklich. Allerdings schneiden manche Menschen den Stielansatz ab, weil sich dort immer etwas Solanin findet.

Ich wünsche guten Appetit!

5. Juni 2019: Karotten

Hallo Zusammen,

heute geht es also um die Karotte (Möhre). Bevor die Kartoffel nach Europa kam, war sie das Grundnahrungsmittel Nummer eins! Nach wie vor erfreut sie sich großer Beliebtheit.

Mit ihrem wertvollen Karotin liefert sie nicht nur einen Stoff, der für unsere Augen unentbehrlich ist, sondern auch für unsere Haut. Wenn wir viel Karotin zu uns nehmen, kann unsere Haut den Belastungen durch die Sonneneinstrahlung viel besser Stand halten.

Vor der Entdeckung der Antibiotika wurde bei Durchfallerkrankungen eine Karottensuppe gereicht. Hierzu wurden die Wurzeln eine Stunde in Wasser gekocht und dann leicht gesalzen. Durch das Kochen verändern sich die Zuckermoleküle. Sie verkürzen sich und können dadurch leichter die Darmschleimhaut passieren. Die Zuckerstoffe verhindern, dass sich Keime, die Durchfall verursachen können, im Darm anlagern und vermehren. Zusätzlich helfen die Ballaststoffe, damit der Darm aktiv bleibt und schädliche Stoffe unseren Körper auch schneller wieder verlassen.

Damit das Karotin zu dem für unsere Augen so wertvollen Vitamin A umgebaut werden kann, ist es sehr wichtig, zu jeder Möhrenmahlzeit auch etwas Fett zuzugeben. Dies deshalb, weil das Vitamin A und seine Vorstufen fettlöslich sind. Nur im gelösten Zustand kann unser Körper diese wertvollen Stoffe vollständig verarbeiten.

Wer Bundmöhren mit Grün kauft, kann gern auch das mit verwenden. Es schmeckt ähnlich wie Petersilie und ist so ein schmackhaftes Gewürz, das ein Möhrengericht gut abrunden kann.

Ich wünsche guten Appetit für Haut und Auge!

28. Mai 2019: Erdbeeren

Hallo Zusammen,

ich vermute mal, dass der heutige Tipp der Woche alle hier anspricht, denn die Erdbeere gehört zu den beliebtesten Früchten in Deutschland. Wir essen um die 3,5 Kilo pro Kopf und Jahr. Funde belegen, dass auch unsere Vorfahren in der Steinzeit die Erdbeere schon zu schätzen wussten. Allerdings mussten sie sich mit den viel kleineren Walderdbeeren zufrieden geben. Die Früchte, wie wir sie heute kennen, gab es damals noch nicht. Sie sind vom Menschen gemacht. Inzwischen sind so über 1 000 verschiedene Sorten entstanden.

Die kleine rote Frucht ist in der Küche vielseitig verwendbar. Sie kann nicht nur süß, sondern macht auch in herzhaften Speisen eine gute Figur.

Wenn man es botanisch ganz genau nimmt, ist die Erdbeere gar keine Beere. Vielehr gehört sie zu den Sammelnussfrüchten und ist ein rosenähnliches Gewächs. Die eigentlichen Früchte sind kleine grüne Nüsschen, von denen meist mehr als 50 auf den roten Beeren sitzen.

Im Handel finden wir heimische Erdbeeren von Mai bis in den Spätsommer. Es gibt also frühe, mittelfrühe, mittelspäte und späte Sorten. Was in den übrigen Monaten zu kaufen ist, ist Importware.

Die Erdbeere besteht zu 90 Prozent aus Wasser. Ihr Aroma besteht aus 360 verschiedenen Komponenten, von denen wir nur etwa 30 überhaupt schmecken können. In 100 Gramm Frucht stecken 49 Milligramm Vitamin C. Außerdem enthalten die Erdbeeren viele sekundäre Pflanzenstoffe, die entzündungshemmend wirken und vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen schützen. 100 Gramm der leckeren Früchte liefern nur 32 Kilokalorien.
Man darf also ohne Reuhe zugreifen. Allerdings sollte man Früchte mit Schimmelstellen vollständig entsorgen, da sich der Schimmel in der ganzen Frucht ausbreiten kann.

Wenn man Erdbeeren kauft, sollten sie schön rot und die Blütenkelche noch schön grün sein. Auch ein aromatischer Duft spricht für frische Ware.

Im Kühlschrank sind sie gut aufgehoben. Sie sollten aber spätestens nach zwei Tagen verzehrt sein.

Guten Appetit! Zurück nach oben.

22. Mai 2019: Geschmacksverstärker

Hallo Zusammen,

heute starten wir die erste Etappe einer längeren Rundreise durch die Welt
der Lebensmittelzusatzstoffe. Es geht um die Geschmacksverstärker.
Glutamat (E 621) ist nicht der Einzige, aber der Klassiker unter den
Geschmacksverstärkern. Ein halber Teelöffel des Pulvers würzt fünf bis sechs Portionen. Es findet sich im Alltag in Fertigsuppen und Soßen, Knabbereien usw.

Geschmacksverstärker werden in der Industrie eingesetzt, damit Produkte aus minderwertigen Lebensmitteln besser und vollmundiger schmecken.
In der Welt der »echten Nahrung« bestimmt die Qualität des
Grundlebensmittels den Geschmack. Im Industriezeitalter bestimmt immer
häufiger die Note aus dem Labor, wie unser Essen schmeckt.

Alternativen zum Mononatriumglutamat, was der klassische
Geschmacksverstärker ist, sind Stoffe wie Hefeextrakt, Maltodextrin oder
Trockenmilcherzeugnisse. Außerdem greift man heutzutage auch auf
Gemüseextrakte zurück.

Mononatriumglutamat ist ein Salz der Glutaminsäure. Es kommt nicht aus dem Labor, sondern aus der Natur. Es handelt sich hierbei um eine Aminosäure und somit um einen Baustein der Eiweiße, die auch in unserem Körper vorkommen.
Zu finden ist der Stoff in unserer Nahrung zum Beispiel in Fleisch, Ei und Getreide. In unserem Körper finden wir es zum Beispiel als Botenstoff im Gehirn.

Glutamat erzeugt Umamigeschmack. Das ist die Geschmacksrichtung, die wir
häufig sehr penetrant aus der asiatischen Küche kennen. Der Geschmacksverstärker suggeriert dem Körper wertvolle Eiweiße, die er
dringend benötigt.

Natürlicherweise kommt Glutamat zum Beispiel in Tomaten und Käse vor. Deshalb ist zum Beispiel Pizza oder Auflauf so lecker. Ein ähnlicher Effekt entsteht in der asiatischen Küche beim Zusammentreffen von Fisch und Sojasoße. Die Industrie spart durch den Einsatz von Geschmacksverstärkern Kräuter und Gemüse ein. Tütensoßen, die mindestens zwei Jahre haltbar sind, würden ohne Glutamat nach nichts mehr schmecken.

Schädliche Wirkungen der Geschmacksverstärker konnten nicht direkt
nachgewiesen werden. Es gibt aber Menschen, die allergisch reagieren. Sie
sollten unbedingt auf Fertigprodukte verzichten und auch beim Essen
außerhalb der eigenen Küche vorsichtig sein.

Geschmacksverstärker veranlassen uns, mehr zu essen. Dass der
Geschmacksverstärker direkt zu Übergewicht führt, konnte nicht nachgewiesen werden. Moderne Forschungen zeigen aber, dass eine Verarmung des Geschmackssinnes stattfindet. Die natürlichen Nahrungsmittel werden als geschmacklos empfunden, oder sie werden nicht mehr sicher erkannt.

Wichtig zu wissen!

Auch Fertigprodukte, die frei von Geschmacksverstärkern sind, enthalten
trotzdem welche. Dies liegt daran, dass auch Stoffe wie Hefeextrakt,
Milchsäureerzeugnisse und Maltodextrin in diese Stoffgruppe gehören. Sie
müssen aber anders deklariert werden als das Glutamat.

Gar nicht ausgewiesen müssen Gemüseextrakte werden, die aber die gleiche
Wirkung haben.

Will man den Geschmacksverstärkern ausweichen, hilft nur, selbst zu kochen.
Jeder Griff zu einem industriellen Produkt liefert Geschmacksverstärker frei
Haus.

Ich wünsche guten Appetit! Zurück nach oben.

14. Mai 2019: Waldmeister

Hallo Zusammen,

heute geht es um etwas, was typischerweise eng mit Mai und Maibowle
verbunden ist.

Der Waldmeister (Galium odoratum) ist ein sehr bekanntes heimisches
Wildkraut, das zu den Frühlingspflanzen zählt. Man nennt ihn auch Leber-,
wohlriechendes Lab- oder Gelbkraut.

Der Waldmeister wächst in den gemäßigten Breiten Eurasiens. Er liebt
schattige Plätze auf feuchten und kalkhaltigen Böden. Man kann ihn
vorwiegend in ausgedehnten Laubwäldern, vor allem aber in Buchenwäldern
sammeln. Auch in Höhenlagen bis 1400 Metern ist er anzutreffen. Er ist ein
Vertreter der Rötegewächse (Rubiaceae), die in der Kräuterheilkunde eher
selten in Erscheinung treten. Das Kraut ist mit Nutzpflanzen wie dem Kaffee
oder dem Chinarindenbaum verwandt. Ferner gehört der Waldmeister zur Gattung der Labkräuter, die mit etwa 650 Arten sehr artenreich ist.

Es handelt sich um eine mehrjährige krautige Pflanze, die Wuchshöhen
zwischen 10 und 50 Zentimeter erreichen kann. Die Blätter des Waldmeisters sind sehr charakteristisch. Die lanzettlichen, rauen und zwischen zwei bis fünf Zentimeter großen Blätter sitzen an den vierkantigen Stängeln. Die Blätter sind in so genannten Quirlen angeordnet, was bedeutet, dass zwischen sechs und acht Blätter an einem Blattknoten angeordnet sind. Die Blätter sind durch ein weißliches Segment in der Mitte geprägt, welches von der Blattspitze bis zum Blattknoten reicht. Waldmeister blüht meistens zwischen Anfang April und Anfang Juni und gilt daher als typischer Frühjahrsblüher. Die Blütedauer ist
stark abhängig vom Standort und den jeweils herrschenden Wetterbedingungen.

Waldmeister ist vielen als Kraut für süße Speisen und Getränke bekannt.
Tatsächlich gibt es unzählige Rezepte für die Zubereitung der auch als
Maiblume bekannten Pflanze. Weniger bekannt ist, dass der Waldmeister auch ein altbekanntes Heilkraut ist, welches in der Volksmedizin auch heute noch Verwendung findet. Die cumarinhaltigen Blätter der Pflanze werden häufig für Bowlen, Götterspeise und andere Süßspeisen verwendet. Weniger bekannt ist, dass das Waldmeisterkraut auch in der Heilkunde eingesetzt wird und dort Leberbeschwerden, Einschlafschwierigkeiten und sogar Migräne lindern kann.

Doch trotz seiner vielfältigen Nutzung in Küche und Pflanzenheilkunde darf
die auch als wohlriechendes Labkraut bezeichnete Pflanze nicht überdosiert
werden.

In der Küche wird Waldmeister meist für Süßspeisen oder Getränke verwendet.

Das Aroma des Krauts wird vor allem durch den Inhaltsstoff Cumarin
beeinflusst. Es hat einen sehr eigenen Geschmack, der mit anderen Kräutern
und Geschmäckern nicht vergleichbar ist. Pur kann man ihn als leicht bitter
mit einem angenehm frischen Nachgeschmack vergleichen. Waldmeister ist in vielen handelsfertigen Getränken als Geschmacksträger enthalten. Recht
häufig finden sich daher Waldmeisterlimonaden, die vor allem bei Kindern und
Jugendlichen beliebt sind. Das Kraut ist jedoch auch in Form von Sirup sowie
als Likör erhältlich. Möglich, und auch recht beliebt, ist die Verwendung
der Pflanze in Cocktails oder Bowlen. Die berühmte Waldmeisterbowle
(Maibowle), die aus Weißwein und Sekt zubereitet wird, wird häufig auf
Feierlichkeiten getrunken.

Aber auch bei der Zubereitung von süßen Gerichten setzen Kenner auf das
grüne Kraut aus dem Wald. Recht große Bekanntheit dürfte der
Waldmeisterwackelpudding bzw. die Götterspeise haben, die durch ihre
auffällige Farbe immer wieder ein Hingucker ist. Auch für Cremes, Torten,
Muffins bzw. Cupcakes und Füllungen gibt es jede Menge Rezepte, für die vor
allem der Waldmeistersirup verwendet wird. Für Süßspeisen lässt sich
Waldmeister auch mit anderen Kräutern wie Minze kombinieren. Bei der
Herstellung handelsfertiger Getränke werden nicht selten synthetische
Inhaltsstoffe verwendet, die den Geschmack von Waldmeister imitieren sollen.

Grund ist, dass für den im Kraut enthaltenden Inhaltsstoff Cumarin
Höchstwerte festgelegt wurden. Bei häufigem Gebrauch können durch dieses
Cumarin Kopfschmerzen sowie Leberbeschwerden auftreten. Der gelegentliche Verzehr gilt als vollkommen unbedenklich. Kinder sollten jedoch nur selten und wenn, dann nur geringe Mengen waldmeisterhaltiger Speisen und Getränke zu sich nehmen.

Auch als Heilkraut hat der Waldmeister seine Berechtigung. Man weiß, dass er
antientzündlich, und antibakteriell wirkt. Im Bezug auf Brandwunden konnte
eine schnellere Heilung der Haut beobachtet werden. Er wird auch bei Magen-
Darm- und Gallenbeschwerden eingesetzt. Auch kann er bei Unruhe und
Schlafstörungen hilfreich sein. Zur inneren Anwendung wird er als Kräutertee
eingenommen.

Grünliche Grüße und viel Spaß beim Ausprobieren! Zurück nach oben.

7. Mai 2019 – Anti-Diät-Tag

Hallo Zusammen,

am 6. Mai 2019 war der internationale Anti-Diät-Tag.

Er wurde im Mai 1992 erstmals von der Britin Mary Evens Yung ausgerufen. Sie rief an diesem Tag erstmals zum Protest gegen gesundheitlich fragwürdige und schädliche Diäten und gegen den all gegenwärtigen Schlankheitswarn auf.

Leider ist das Thema, auch 27 Jahre später, aktueller als je zu vor. Es beginnt mit den einschlägigen Zeitschriften, die uns vollmundige Diäterfolge mit fragwürdigen Methoden versprechen, setzt sich mit uns als Vorbilder hingestellten schlanken Models im Fernsehen fort und endet noch immer nicht bei den immer wiederkehrenden Geständnissen von mehr als schlanken Schauspielerinnen, die ihre Magersucht gestehen.

All dies führt dazu, dass Ängste entstehen vor jedem Kilo, das die Waage anzeigt und vor Nährstoffen wie Kohlenhydraten und Fett, die in unsere Nahrung hinein gehören und ohne die unser Körper gar nicht existieren könnte.

Ich bin aus eigener Erfahrung klar der Ansicht, dass damit Schluss sein muss.
Ich selbst habe lange Jahre gegen meinen Körper gekämpft, alle Diäten, von denen ich hörte, ausprobiert und immer wieder Misserfolg und mehr Übergewicht dafür bekommen.

  • Essen in Verbindung mit dem eigenen Körper ist das Mittel der Wahl.
  • Es gibt keine Nährstoffe und naturbelassene Lebensmittel, vor denen man Angst haben sollte.
  • Die Waage gibt nur eine Zahl aus, die willkürlich ist. Es sind die Menschen, die definiert haben, was Übergewicht ist – nicht die Natur.
  • Der Körper will überleben. Er will nicht hungern und übermäßig schlank sein. Auch will er nicht übergewichtig sein, wenn er die Wahl hat.

Die beste Hilfe für den Körper ist, möglichst naturbelassene Lebensmittel zu essen. Je mehr ein Lebensmittel verarbeitet ist, um so weniger kann unser Organismus damit anfangen. Dieser Nahrungsschrott führt dazu, dass die Verstoffwechselung nicht mehr gut funktioniert. Daraus resultiert, vereinfacht gesagt, das gefürchtete Übergewicht.

Wer Schwierigkeiten mit der Auswahl der richtigen Lebensmittel hat, kann die folgende Faustregel anwenden: Man kann es jagen; man kann es ernten; und es gibt dafür keine Werbesendung.

Die Hand ist das richtige Maß. Um die richtige Nahrungsmenge abzuschätzen gilt, dass zu jeder Hauptmahlzeit zwei Hände voll pflanzliche Nahrung, eine Hand voll Kohlenhydrate (Brot, Reis, Nudeln, Kartoffeln und ähnliches) und eine Hand voll Eiweiß (Fleisch, Fisch, Ei, Joghurt, Tofu, Hülsenfrüchte etc.) auf dem Teller sein sollten.

Die Hand passt in ihrer Größe zum Körper und bietet daher eine gute Orientierung, ohne jedes Lebensmittel abzuwiegen oder anderweitig zu zählen.

Eure Nina Schweppe Zurück nach oben.

30. April 2019 – Haferschleim

Hallo in die kernige Runde,

wer erinnert sich nicht, wenn man als Kind krank war, an den Haferschleim. Schrecklich. Oder? Allerdings ist diese Speise damals wie heute ein wertvoller Beitrag, wenn man Schonkost benötigt.

Schade eigentlich, dass der Hafer nur auf den Schleim reduziert wird, denn dadurch wurde einem der Hafer, der so gesund und wertvoll ist, ein wenig verleidet.

Glücklicherweise erlebt er gerade ein Hoch durch die Mode, dass Porridges immer moderner werden. Die Basis des Frühstücksbreichens ist, wenn man dem Original folgt, nämlich tatsächlich der Hafer.

Er kann zu einer alltagstauglichen guten Ernährung mit Genuss eine Menge beitragen.

Eine besondere heilsame Wirkung tut er durch seine speziellen Ballaststoffe, die Beta Glucane.

Eure Nina Schweppe Zurück nach oben.

23. April 2019 – Miesmuscheln

Hallo Zusammen,

als ich jetzt über die Ostertage auf Hallig Oland war, sind mir allerorten Muschelschalen begegnet. Da ich gern Muscheln esse, sollen sie ihren Platz im Tipp der Woche bekommen.

Vielfach waren es Herzmuscheln, die jedoch an der deutschen Nordseeküste so klein sind, dass der Verzehr sich nicht lohnt. Anders sieht es mit den Miesmuscheln aus, die man dort auch recht zahlreich finden kann. Ich habe sie selbst in vergangenen Sommern auf Oland geerntet und zubereitet.

100 Gramm Muscheln (mit Schale gewogen) liefern 67kcal.

Miesmuschel83 Gramm sind Wasser. Weiter liefern die Muscheln 10 Gramm Eiweiß, cirka ein Gramm Fett und vier Gramm Kohlenhydrate. Auch bringen sie einige Vitamine und Mineralstoffe mit. Neben Vitamin B1, B2, B6 sowie Vitamin C und Vitamin E liefern die Miesmuscheln auch Natrium, Kalium, Phosphor, Magnesium Kalzium und Eisen. Die Miesmuscheln tragen mit dieser Fülle an guten Stoffen unbedingt zu einer ausgewogenen Ernährung bei. Außerdem sind sie sehr fettarm. Wer es sich leisten kann, darf im Hinblick auf die Kalorienbilanz kräftig zugreifen.

Allerdings ist beim Genuss auch Vorsicht geboten. Es handelt sich um Meerestiere, die leicht verderblich sind. Deshalb kann es als sinnvoll erachtet werden, Muscheln nur in den Monaten zu essen, die den Buchstaben »r« beinhalten. Auch können die Muscheln durch die Algen, die ihnen als Nahrung dienen, Giftstoffe aufnehmen, die bei uns nach dem Genuss zu Vergiftungserscheinungen führen können. Durch umfangreiche Lebensmittelkontrollen ist eine Vergiftung aber eher selten. Fakt ist, dass eine Vergiftung in den Monaten mit »r« um ein Vielfaches unwahrscheinlicher ist.

Ich selbst habe Muscheln aber auch schon im Hochsommer geerntet und ohne Probleme gegessen.

Wichtig ist bei der Zubereitung, Muscheln, die schon vor dem Kochen geöffnet sind, wegzuwerfen. Diese sind tot und dürfen keinesfalls gegessen werden. Gleiches gilt für Muscheln, die nach dem Kochvorgang noch geschlossen sind. Auch diese sind ungenießbar.

Beherzigt man diese Vorsichtsmaßnahmen, sollte einer appetitlichen Muschelmahlzeit nichts im Wege stehen.

Guten Appetit! Zurück nach oben.

17. April 2019 – Das Ei

Hallo in die Runde,

das Osterfest steht vor der Tür. Deshalb befassen wir uns heute einmal mit dem Ei.

Kochen und Backen ohne Eier? Da würde etwas fehlen! Denn Eier sind unverzichtbare Küchenhelfer, die jede Menge Talente haben: Das Binden und Legieren von Suppen und Soßen, das Glasieren von Gebäck oder das Panieren für leckere Schnitzel oder Knusperfisch ist ohne Eier fast unmöglich. Außerdem machen die kleinen Ovale nicht nur den Kuchenteig schön locker und lassen Gebäck goldgelb glänzen, sondern sind auch unvergleichlich lecker, wenn sie in der Küche die Hauptrolle spielen.

Das Eier aus Schale, Eiweiß und Dotter bestehen, wissen wir. Aber schauen wir uns genauer an, wie diese kleinen Wunderwerke der Natur anatomisch aufgebaut sind:

Im Zentrum des Hühnereies liegt der Dotter mit einem Durchmesser von drei bis vier Zentimetern In der Mitte des Dotters befindet sich das Dotterbett. Das Dotterbett fungiert als Träger der Keimscheibe, aus der sich bei befruchteten Eiern das Küken entwickelt. Der übrige Dotter besteht aus dem so genannten Nahrungsdotter. Je nach der Fütterung der Henne reicht die Dotterfärbung von hellem Gelb bis zu tiefem Orange. Am Geschmack ändert die Farbe aber nichts.

Das Eiklar

Vier Schichten Eiklar umhüllen den Dotter. Die erste, dickflüssige Eiklarschicht läuft in den sogenannten Hagelschnüren aus. Diese verankern den Dotter in der Mitte des Eies. Bei einem älteren Ei lassen die Hagelschnüre nach und der Dotter senkt sich allmählich. Über der ersten Eiklarschicht liegt eine zweite, dünnflüssige Schicht. Der Großteil des Eiklars entfällt auf die mittlere, dickflüssige Schicht. Eine zweite dünnflüssige Schicht schließt die Umhüllung des Dotters ab. Mit dem Alter des Eies steigt der Anteil der dünnflüssigen Schichten.

Das Eiklar wird im Volksmund als Eiweiß bezeichnet. In Wirklichkeit enthält es aber nur zu 10 Prozent das, was ernährungsphysiologisch als Eiweiß (Protein) bezeichnet wird. Die restlichen 90 Prozent sind Wasser.

Das Eiklar wird von zwei Häutchen eingeschlossen, die den Inhalt des Eies vor dem Eindringen von Keimen schützen. Beide Häutchen werden durch Fasern zusammengehalten. Nach der Eiablage bildet sich am stumpfen Ende des Eies zwischen der inneren und der äußeren Schalenhaut eine Luftkammer. Wenn die im Ei enthaltene Flüssigkeit mit steigendem Alter des Eies verdunstet, so vergrößert sich die Luftkammer.

Die Eierschale ist 0,3 bis 0,4 Millimeter stark und besteht zu 90 Prozent aus Kalk. Sie dient dem Schutz des Ei-Inhalts. Durch die ungefähr 10.000 Poren wird der Luftaustausch gewährleistet. Damit Eier haltbar sind, dürfen sie nicht gewaschen werden.

Früher galten Eier als gefährlich. Man nahm an, dass der übermäßige Genuss von Eiern den Cholesterinspiegel ansteigen lassen, was weiterhin zu massiven gesundheitlichen Schäden führen würde. Dieser Mythos ist zum Glück Vergangeheit.

Heute weiß mann, dass die positiven Wirkungen auf die Gesundheit des Menschen überwiegen und dass man bei Eiern recht unbeschwert zugreifen darf.

Das Hühnereiweiß ist das Wertvollste, das wir in der Natur finden. Es kann deshalb besonders gut und fast vollständig von unserem Organismus genutzt werden.

Unsere Nahrung muss aus den Grundelementen Fett, Kohlenhydrate und Eiweiß bestehen, damit unser Körper genügend Energie zur Verfügung hat. Eiweiß liefert aber nicht nur Energie, sondern es wird auch als Baustoff in unserem Körper, vor allem in unserem Muskeln benötigt. Obgleich es mit 4,5 Kalorien weniger Energie liefert als Fett mit 9,4 Kalorien, hält hochwertiges Eiweiß uns wesentlich länger satt.

Neben dem hochwertigen Eiweiß bekommen wir aus Eiern noch viele Nährstoffe, die für uns unentbehrlich sind. So enthalten Eier die fettlöslichen Vitamine A, D und E in bedeutenden Mengen sowie die wasserlöslichen Vitamine des B-Komplexes B2, B6, B12, Biotin, Niacin und Folsäure. Die B-Vitamine werden für alle Stoffwechselfunktionen in unseren Körperzellen benötigt. Dort sind sie am Ab- und Umbau von Kohlenhydraten, Eiweißen und Fetten beteiligt.

Der Fettbegleitstoff Lecithin spielt als Emulgator eine wichtige Rolle bei der Fettverdauung im Dünndarm. Cholin, ein Bestandteil von Lecithin, ist wichtig für den Eiweißstoffwechsel. Wegen des relativ hohen Cholesteringehaltes im Ei brauchen sich gesunde Menschen keine Sorgen zu machen. Denn bei hoher Cholesterinzufuhr durch die Nahrung wird die körpereigene Cholesterinproduktion gedrosselt. Außerdem bleibt das Verhältnis von »schlechtem« LDL- zu »gutem« HDL-Cholesterin im menschlichen Körper unverändert. Das LDL-HDL-Verhältnis ist ein wichtiger Faktor für die Beurteilung des Cholesterinspiegels und des Risikos für Erkrankungen von Herz und Kreislauf.

Eier sind also ein hochwertiges Lebensmittel, das möglichst oft mit Genuss gegessen werden sollte.

Gruß und guten Appetit! Zurück nach oben.

10. April 2019 – Kaffee

Hallo Zusammen!

Kaffee ist nicht so schlecht wie sein Ruf. In gewissem Rahmen ist er sogar gesund.

Eines vorweg: Hier ist der Filterkaffee mit etwas Milch und Zucker gemeint und nicht der mit Milchschaum und womöglich noch irgendwelchem Sirup usw.

Kaffee ist ein sehr ausführlich erforschtes Lebensmittel. Festzuhalten ist, dass der Kaffee das Image des bösen Buben verloren hat. Kaffee galt als Gift und wurde für Zivilisationskrankheiten wie Bluthochdruck und sogar für Krebs verantwortlich gemacht.

Wissenschaftlich gesehen gilt Kaffee heute als eher gesund. Er enthält Antioxydanzien, die unsere Zellen und uns damit z. B. vor Infekten schützen. Wie viele der guten Stoffe man aufnimmt, hängt von der Sorte ab.

Sicher ist, dass wir uns nach dem Kaffeegenuss besser konzentrieren können. Auslöser dafür ist das Koffein. Es blockiert bestimmte Rezeptoren in unserem Organismus, was zu einer erhöhten Dopaminausschüttung führt (Dopamin wird im Volksmund den Glückshormonen zugeordnet). Diese Faktoren machen uns nicht nur wach, sondern auch präsenter. Das ist auch der Grund, warum sich viele Menschen vor wichtigen Terminen erst noch einmal einen Kaffee holen.

Lange dachte man, dass Kaffee dem Körper Flüssigkeit entzieht. Das ist zum Glück nicht so. Im ersten Moment wird zwar die Verdauung beschleunigt und die Nierentätigkeit angeregt, über den gesamten Tag aber spielt dies keine Rolle. Im Vergleich von Kaffee und Wasser scheiden wir bei Kaffee 84 und bei Wasser 81 Prozent der aufgenommenen Flüssigkeit wieder aus.

Entgegen früherer Meinungen darf der Kaffee also sehr wohl zur täglichen Trinkmenge hinzugerechnet werden. Allerdings sollte er nicht als Durstlöscher, sondern als Genussmittel für zwischendurch gesehen werden. Wasser oder ungesüßter Tee eignen sich hier wesentlich besser.

Bei der Frage, wie viel Kaffee gesund ist, ist immer zu bedenken, dass er uns stimuliert und dass das Koffein in Prozesse in unserem Stoffwechsel eingreift. Deshalb ist weniger sicher mehr. Zwei bis viel Tassen werden heutzutage als unbedenklich erachtet.

Trinken wir zu viel Kaffee, kann es zu einer gewissen Hyperaktivität, zu Herzklopfen bis hin zu rasen, Schlafstörungen usw. kommen. Auch Übelkeit und Erbrechen sind möglich. Es ist nachgewiesen, dass sich die Schlafphasen verändern und der Nachtschlaf nicht mehr tief genug und nicht mehr erholsam ist. Deshalb ist in jedem Fall Vorsicht geboten. Man sollte ihn nicht missbrauchen, um über seine Leistungsfähigkeit hinaus aktiv zu sein. Nicht zu verachten ist auch der Gewöhnungseffekt. Je mehr sich der Körper gewöhnt hat, um so mehr Kaffee braucht man auch.

Koffeinfreier Kaffee kann eine Alternative darstellen. Allerdings ist hier zu beachten, dass der Kaffee aufbereitet werden muss, um das Koffein zu entziehen. Vor etwa 100 Jahren hat man dafür krebserregendes Benzol in Verbindung mit Salzwasser genommen, was der Gesundheit ganz und gar nicht zuträglich war. Benzol kommt heute selbstverständlich nicht mehr zum Einsatz. Dennoch werden Hilfsstoffe benötigt, weshalb ich den Genuss von koffeinfreien Produkten fraglich finde. Biokaffee soll hier die bessere Alternative sein.

Gute Alternativen zu Kaffee könnten Zitronen oder Ingwer-Wasser sein. Ingwer bringt den Kreislauf in Schwung und regt die Verdauung an. Auch die Zitrone macht nicht nur lustig, sondern auch munter, vor allem durch das Vitamin C. Auch schwarzer und grüner Tee sind Alternativen, weil bestimmte Aminosäuren und Gerbstoffe dafür sorgen, dass das Koffein erst nach und nach in den Kreislauf gerät. Das sorgt dafür, dass die Wirkung länger anhält.
Auch Wasser, versetzt mit Apfelessig kann ein Muntermacher sein. Man nimmt hier einen Esslöffel Essig auf ein Glas Wasser. Mehr täte Magen und Darm nicht gut. Dieser Trunk kann tatsächlich auch beim Abnehmen helfen, weil dadurch der Blutzucker reguliert und Heißhunger verhindert werden kann.
Guter Schlaf, ein sinnvolles Stressmanagement und ausreichende Alltagsbewegung sind im Übrigen auch hervorragende gesundheitsfördernde Kaffeealternativen.

Gruß und zum Wohl. Eure Nina. Zurück nach oben.


3. April 2019 – Was ist eine Hähnchenschnitte?

Hallo Zusammen,

Fleisch ist ein hochwertiges Lebensmittel und ein wichtiger Eiweißlieferant. Besonders Geflügelfleisch gilt als gesund, weil es wenig Fett mitbringt. So ist es doch sicher hilfreich, wenn die Fleischindustrie uns für die schnelle Küche Produkte wie die Hähnchenschnitte liefert?

Schauen wir uns das genauer an.

Ein Hähnchenschnitzel ist ein Stück gewachsenes Fleisch. Paniert und gebraten ist es optisch kaum von der Hähnchenschnitte zu unterscheiden. Der Unterschied ist aber gravierend.

Während das Schnitzel, so wie es vor uns liegt, am Hähnchen gewachsen ist, ist die Schnitte ein industriell hergestelltes Produkt. Es besteht aus Fleischresten. Diese werden mit isoliertem Eiweiß zusammengeklebt, so dass der Anschein eines gewachsenen Stück besten Fleisches entsteht. Das Fleisch kommt entweder von Randstücken, die anderweitig nicht verwendet werden können, oder von Fleischresten, die z. B. von Knochen abgeschabt werden.

Manche Hersteller achten sogar darauf, dass es in der Formgebung wirklich wie ein Schnitzel aussieht. Stutzig sollte man spätestens dann werden, wenn die Hähnchenschnitte in rechteckiger, packungsgerechter Form daher kommt.
Ein solches Produkt ist zu erkennen an Bezeichnungen wie Schnitte, Schnitzelart usw. Auch die Bezeichnung Formfleisch oder Klebefleisch sagt uns, dass wir es nicht mit gewachsenem, sondern mit industriell zusammengefügtem Fleisch zu tun haben.

Was den Gesundheitsaspekt betrifft, ist zu sagen, dass dieses Fleisch nicht besonders hochwertig ist.

Außerdem sind diese Produkte oft mit Panade ummantelt und mit Salz und Geschmacksverstärkern gewürzt. Sie sind vorgebraten, weshalb sie oft auch mit Fett vollgesogen sind.

Wer die Vorteile des mageren Geflügelfleisches nutzen und das wertvolle Eiweiß bekommen möchte, sollte ein natürlich gewachsenes Stück kaufen und es ohne Panade in wenig Fett braten.

Theoretisch geht es in einer beschichteten Pfanne auch ohne Fett. Da Fett aber ein Geschmacksträger ist, empfehle ich das Braten völlig ohne Fett nicht unbedingt. Dies ist nur dann eine Option, wenn man den Fettkonsum niht anderweitig einschränken kann.

Ich wünsche euch guten Appetit und eine gute Wahl für eure nächste Hähnchenmahlzeit. Zurück nach oben.


27. März 2019 – Gemüse des Jahres

Hallo Zusammen,

heute geht es nun also um das Gemüse des Jahres 2019/2020.

Der Verein zur Erhaltung der Nutzpflanzenvielfalt verleiht diesen Titel regelmäßig und will dadurch vor allem auf alte ursprüngliche Sorten aufmerksam machen und sie schützen.

Preisträger ist dieses Mal die Gurke, die sich bei uns großer Beliebtheit erfreut und mit Erfolg angebaut wird. Sie zählt aufgrund ihres sehr hohen Wassergehaltes zu den kalorienärmsten Gemüsen überhaupt. Wir essen sie als Schlangengurke im Salat, als Sauerkonserve aus dem Glas. Auch als Schmorgurken werden sie regional zubereitet.

Obgleich die Gurke so vielfältig zu verwenden ist, finden wir kaum unterschiedliche Sorten im Supermarkt. Auch sind viele Sorten einfach vom Markt verschwunden, wie z. B. die Zitronen- oder Apfelgurken. Auch gibt es sogenannte weiße Gurken, die eigentlich eher grünlich sind.

Gurken, die im eigenen Garten angebaut werden, sind zumeist aromatischer als die, die wir im Supermarkt kaufen. Dies liegt vermutlich daran, dass letztere meistens im Gewächshaus unter künstlichem Licht und auf Kunstdünger groß werden.

Für den Massenkonsum werden gezüchtete Sorten verwendet, die z. B. keine Bitterstoffe mehr mitbringen. Ich kann mich gut daran erinnern, dass im Schulkochbuch von Dr. Oetker aus den 60iger Jahren zur Gurkenzubereitung noch erklärt ist, dass man sie vom Ende aus anschneiden und probieren soll, bis sie nicht mehr bitter schmeckt. Das ist bei den heutigen Zuchtgurken kein Thema mehr.

Wer alte Gurkensorten zubereitet, sollte darauf achten, sie in Richtung von der Blüte hin zum Stielansatz zu schälen. So kann man verhindern, dass sich Bitterstoffe auf der Gurke ausbreiten.

Der Verein möchte durch die Ernennung der Gurke mehr Aufmerksamkeit verschaffen. Dies soll z. B. durch eine Rezeptsammlung geschehen, die auf der Homepage zu finden sein wird.

Ich wünsche guten Appetit! Zurück nach oben.


19. März 2019 – »Wein auf Bier …«

Hallo Zusammen,

»Wein auf Bier, das rat ich Dir. Bier auf Wein, das lass sein.« Wohl jeder, der gern mal einen trinkt, kennt dieses Sprichwort. Aber was ist dran an dieser alten Weisheit?

Dr. Hensel von der Uni Witten-Herdecke und seine Kollegen wollten das auch wissen und haben dazu eine Studie durchgeführt. Das Ergebnis sieht wie folgt aus: In der Studie durften sich 90 gesunde Erwachsene kontrolliert betrinken, nach dem sie eine Woche vor Beginn keinen Alkohol trinken durften. Außerdem erhielten alle vor dem Alkohol eine identische Mahlzeit. Diese Vorkehrungen waren nötig, um gleiche Bedingungen für alle zu schaffen.

Probanden der ersten Gruppe tranken bei ihrem ersten Termin zunächst Pils bis zu einer Atem-Alkoholkonzentration von 0,5 Promille. Danach stiegen sie auf einen Gutedel-Bio-Weißwein um, bis sie einen Alkoholpegel von 1,1 Promille erreichten. Selbstverständlich konnten die Probanden bei Unwohlsein auch früher aus dem Experiment aussteigen. Am nächsten Termin, der mindestens eine Woche später stattfand, starteten die Probanden der ersten Gruppe mit Wein und tranken anschließend Bier. In der zweiten Gruppe war die Reihenfolge von Bier und Wein vertauscht, ansonsten entsprach das Studiendesign jenem der ersten Gruppe. Dagegen blieben die Probanden der dritten Gruppe, der Kontrollgruppe, an jedem Termin bei einem Getränk und erhielten am darauffolgenden Termin das jeweils andere.

Zum Erreichen des vorgegebenen Promillewerts benötigten die ersten beiden Gruppen im Mittel 1,2 bis 1,4 Liter Bier plus 0,6 bis 0,7 Liter Wein, in der Kontrollgruppe waren es 2,6 Liter Bier beziehungsweise 1,2 Liter Wein. Direkt beim Erreichen des Ziel-Promillewerts wurden Probanden gebeten, auf einer Skala zwischen 0 und 10 ihre Betrunkenheit einzuschätzen. Außerdem erhielten sie eine genau festgelegte Menge Wasser zu trinken (6 Milliliter pro Kilogramm Körpergewicht), bevor sie ihren Rausch unter medizinischer Beobachtung ausschlafen konnten.

Am nächsten Morgen wurden alle Teilnehmer zu den Katersymptomen Müdigkeit, Durst, Kopfschmerz, Übelkeit, Magenschmerzen, Benommenheit, Tachykardie und Appetitverlust befragt. Die Wissenschaftler stellten fest, das sich die Werte zwischen den Gruppen und auch auf individueller Ebene nicht statistisch signifikant voneinander unterschieden. Demnach spielte es für das Befinden der Probanden am Morgen nach dem Alkoholgenuss keine Rolle, ob sie zuerst Bier oder Wein getrunken hatten oder auch nur bei einem Getränk geblieben waren.

Man geht davon aus, dass dieser schon sehr alte Spruch historisch begründet ist. Bier konnten sich auch die ärmsten in Form von Dünnbier leisten. Wein war den wohlhabenderen Gesellschaftsschichten vorbehalten. Es könnte nunmehr sein, dass es als gesellschaftlicher Abstieg galt, wenn man von Wein auf Bier umstieg und das keine ernährungsphysiologischen oder medizinischen Gründe da hinter steckten.

Zum Wohl! Zurück nach oben.


12. März 2019 – Eiweißbrot

Hallo Zusammen,

da wir ja nicht davon weg kommen, Kohlehydrate sparen zu wollen, möchte ich euch heute etwas über Eiweißbrot erzählen.

Es ist umstritten, ist aber, meiner Meinung nach, eine super Alternative zu herkömmlichem Brot. Wer Eiweißbrot als Brotalternative essen möchte, sollte Folgendes wissen:

Als Dr. Pape mit seinem »Schlank im Schlaf«–Konzept auf den Markt drängte, kam auch das Eiweißbrot mit. Mittlerweile gibt es so etwas nicht nur in Dr. Papes Spezial Shop, sondern auch in Bäckereien und im Supermarkt.

Man sagt dem Eiweißbrot nach, dass es beim Abnehmen hilft. Das jedoch ist, wie so oft, nur die halbe Wahrheit. Allein dadurch, dass am Abend Eiweißbrot gegessen wird, wird niemand abnehmen. Wichtig ist dazu, mehr ballaststoffreiche Lebensmittel wie Gemüse und Nüsse in den Speiseplan zu integrieren.

Man sagt dem abendlichen Kohlehydratverzicht nach, dass der Körper mit der Verarbeitung der Proteine viel zu tun hat und deshalb an die Fettreserven gehen muss. Zu einem gewissen Teil stimmt das sicher auch. Eben so wahrscheinlich ist es aber, dass durch den Verzicht auf die Kohlenhydrate mehr Gemüse, mageres Fleisch u.ä. gegessen wird, wo durch die Tageskalorien verringert werden. Es ist wahrscheinlicher, dass dies zum Gewichtsverlust führt.

Eiweißbrote enthalten nur zwischen fünf und sieben Prozent Kohlehydrate. Der Eiweißgehalt liegt bei etwa 20 bis 26 Prozent.

Das Eiweiß kommt aus Weizen, Soja, Lupinen, Erbsen oder Bohnen. Auch werden Saten wie Leinsamen, Sonnenblumenkerne o. ä. eingesetzt. Wir finden auch Kleie, Sojamehl, Apfel- oder Haferfasern. In manchen Produkten kommt auch tierisches Eiweiß aus mit Eiweiß angereichertem Molke Pulver zum Einsatz.

Der Fettgehalt der Eiweißbrote ist mit zehn bis 13 Prozent drei- bis zehnfach höher als bei herkömmlichem Brot. Der Kaloriengehalt liegt mit 245–265 auf 100 G. um etwa zehn Prozent höher als bei Mehrkornbrot, das auf 100g ca. 219 Kalorien liefert.

Wer clean essen möchte, muss die Finger vom Eiweißbrot lassen. Aufgrund der Zutaten, die verwendet werden, würde ohne Hilfsstoffe niemals ein Brot gelingen. Es ist ein industriell geschaffenes Lebensmittel. Auch besteht die Gefahr von Allergien. Wer da gefährdet ist, sollte vorher die Zutatenliste gut studieren.

Ich selbst finde Eiweißbrot sehr wohlschmeckend. Ich habe es eigentlich immer als Reserve im Haus, weil man es im Kühlschrank sehr lange aufbewahren kann, ohne dass es altbacken wird.

Ich höre immer wieder von Klienten, dass es sie weniger sättigt als herkömmliches Brot. Dies kann ich nicht bestätigen. Allerdings esse ich auch immer gleich etwas Gemüse dazu.

Eiweißbrot kann man mit jedem herzhaften Belag genießen. Ob es auch mit süßen Aufstrichen schmeckt, habe ich noch nicht ausprobiert.

Wer abends auf Kohlehydrate verzichten möchte, gern aber wie gewohnt das typische Abendbrot braucht, findet mit dem Eiweißbrot sicher eine brauchbare Alternative.

Gruß und guten Appetit. Zurück nach oben.


6. März 2019 – Glutenfreie Ernährung

Hallo Zusammen,

in der letzten Woche haben wir uns mit Food Trends beschäftigt. Dabei ging es um Lebensmittel, die vermutlich bald in den Himmel der Superfoods aufsteigen werden.

Ein Trend der aber doch eher besorgniserregend ist, ist der Trend der glutenfreien Ernährung.

Das Wichtigste vorweg

Es gibt nur eine Gruppe von Menschen, die wirklich kein Gluten essen dürfen; und das sind die Personen, die tatsächlich an einer Zöliakie erkrankt sind. Es handelt sich dabei um eine Autoimmunerkrankung, die massive Darmbeschwerden verursacht.

Mediziner und Ernährungsberater beobachten immer mehr, dass Menschen in die Praxen kommen, die über Darmbeschwerden klagen und annehmen, dass diese vom Gluten herrühren.

In der Vielzahl der Fälle handelt es sich aber um Beschwerden, die durch Fehlernährung ausgelöst werden. Eine wirkliche Zöliakie hat tatsächlich nur einer von 100 Menschen.

In den Supermärkten häufen sich Produkte, die glutenfrei hergestellt werden. 15% der Kunden kaufen diese Produkte, obwohl sie sie gar nicht bräuchten. Dabei wird völlig übersehen, dass sie um ein Vielfaches teurer sind als das Produkt mit Gluten.

Was eigentlich ist Gluten?

Gluten ist ein Eiweißstoff. Das sogenannte Klebeiweiß sorgt dafür, dass Teige eine gewisse Haltbarkeit und die Getreideerzeugnisse ihre Struktur bekommen.

Viele Verbraucher denken, dass Gluten zu Übergewicht führt. Dies ist nur die Hälfte der Wahrheit. Zu Übergewicht führt nämlich nicht das Gluten, sondern die Kohlehydrate, die im Übermaß verzehrt werden. Wer Gewicht reduzieren möchte, sollte nicht damit beginnen, sich glutenfrei zu ernähren. Vielmehr sollten schnell verfügbare Kohlenhydrate aus Weizen und Zucker reduziert, die Gemüseportionen vergrößert und komplexe Kohlenhydrate vermehrt in die Ernährung eingebaut werden. Auch sollten die Ballaststoffe nicht vernachlässigt werden, denn ein aktiver Darm sorgt dafür dass wir energiegeladen und leistungsfähig sind.

Wo finden wir Gluten?

Gluten findet sich in Weizen, Roggen, Gerste, Grünkern und Dinkel. Auch findet es sich in alten Körnersorten wie Emmer, Einkorn und Karmut. Hafer ist auch glutenhaltig, ist aber, durch eine abweichende Eiweißstruktur weniger schädigend für Menschen, die von Zöliakie betroffen sind. Hafer ist in Deutschland noch nicht zur glutenfreien Ernährung empfohlen, weil man davon ausgeht, dass durch Produktionsprozesse Spuren vom problematischen Gluten enthalten sein könnten.

Glutenfrei sind u. a. Amarant, Buchweizen, Guarkernmehl, Hirse, Johannesbrotkernmehl, Reis, Mais Quinoa und Soja.

Ich wünsche euch viel Spaß dabei, diese doch etwas unbekannteren Pseudogetreide auszuprobieren. Das ist tatsächlich geschmacklich hoch interessant.

Laßt euch aber nicht dazu verführen, Gluten zu sparen, wenn ihr es nicht müsst.

Vor allem lasst bitte die Finger von Tests, die ihr im Internet bekommt. Es ist nicht sicher, ob diese wirklich seriös sind. Wenn ihr euch nicht sicher seit, ob ihr an einer Glutenunverträglichkeit leidet, dann sucht bitte euren Hausarzt auf.

Gruß und guten Appetit! Zurück nach oben.


25. Februar 2019 – Neueste Ernährungstrends

Hallo Zusammen,

wie in der Mode gibt es auch in der Ernährung immer wieder Trends, die kommen und gehen. Was in diesem Jahr vermutlich in sein wird, sollt ihr heute erfahren:

Algen

Algen gelten als sehr gesund, da sie viele Mineralstoffe enthalten. Man kennt sie nicht nur vom Sushi, sondern sie sind auch als Pulver oder Tablette oder Drink als Nahrungsergänzungsmittel zu haben. Algen gelten als der absolute Jungbrunnen und Garant für absolutes Wohlbefinden. Sieht man die Preise der Nahrungsergänzungsprodukte, wird zumindest der Hersteller sich wohl befinden. Algen als Ergänzung zu einer ausgewogenen abwechslungsreichen Ernährung sind sicher nicht verkehrt. Man sollte aber, wie bei allen Superfoods, keine Wunder erwarten.

Omega-3 Fettsäuren

Omega-3 Fettsäuren sind zweifelsohne gesund und für unsere Ernährung unentbehrlich. Wichtig ist, dass das Mengenverhältnis zwischen Omega-3 und Omega-6 stimmt. Stimmt es nicht, kann Omega-3 seine gesundheitsfördernde Wirkung nicht tun. Omega-6 nehmen wir überwiegend durch Fleisch usw. zu uns. Omega-3 finden wir in Pflanzen, Müssen und Meeresfisch. Experten gehen davon aus, dass es in den nächsten Monaten Stände, Bars o. ä. geben wird, die Omega-3 Öle im Schnapsgläschen ausschenken. Es ist sicher sinnvoll, die Nahrung mit Omega-3 zu ergänzen. Dies vor allem dann, wenn man nicht gern Fisch isst. Es lohnt sich, ein teureres Öl zu wählen, weil dieses dann unter guten Bedingungen raffiniert wurde. Omega-3 reagiert stark auf Licht und Sauerstoff. Es steht zu hoffen, dass mit dem Preis auch die Sorgfalt in der Produktion und der Schutz der guten Nährstoffe steigen.

Avocado-Eis

Die Avocado ist eine absolute Modefrucht. Sie ist ernährungsphysiologisch sehr wertvoll. Wenn sie es noch nicht geschafft hat, wird sich sich sicher bald im Ranking der Superfoods befinden. Sie bringt einen gewissen Eigengeschmack mit, ist aber andererseits auch recht neutral und harmoniert sowohl mit süß als auch mit herzhaft. Avocado-Eis soll einer der ultimativen Sommertrends werden. Man darf gespannt sein!

Ich wünsche euch allen jedenfalls viel Spaß beim Ausprobieren! Zurück nach oben.


19. Februar 2019 – Alkohol und gute Ernährung

Hallo Zusammen,

heute kommt der Tipp der Woche schon am Dienstag, weil ich ab morgen mitten im karnevalistischen Treiben stecke. Der nachfolgende Text ist ein Artikel, den ich für die Zeitschrift »das Wartezimmer« bei der ATZ in Holzminden erstellt habe.

Zumwohl!

Alkohol und gute Ernährung, geht das?

Ich gehe davon aus, dass Sie diese Frage zunächst mit einem klaren Nein beantworten werden.

Das ein Zuviel an Alkohol, regelmäßig genossen, ungesund und sogar hochgradig schädlich ist, möchte ich hier und heute gar nicht diskutieren.
Vielmehr geht es um die Frage, ob und wie schädlich gelegentlicher Alkoholkonsum ist, und wie er mit einer guten ausgewogenen Ernährung zu vereinbaren ist.

Vorweg ist zu sagen, dass ich keine alkoholischen Getränke explizit erlauben oder verbieten werde. Es wird aber einen kleinen Überblick geben, der zeigt, wie alkoholhaltige Getränke im Hinblick auf die tägliche Kalorienbilanz zu sehen sind.

Auch werde ich erläutern, was in unserem Körper passiert, wenn wir Alkohol zu uns nehmen und was das für das Körperfett und für die Muskeln bedeutet.
Alkohol ist in unserer Gesellschaft sehr akzeptiert. Im Rahmen einer Feier oder auch für Genussmenschen in kleinen Mengen am Abend usw. wird er als nicht weiter auffällig erlebt. Auch ist er als Genussmittel leicht an jeder Ecke verfügbar.

Da Alkohol flüssig ist, ist es oft schwer zu bemerken, in welcher Menge er gerade konsumiert wird. Es geht schnell, nebenbei.

Folgende Fakten zum Alkohol sollte man bedenken, wenn einem an einer guten aber dennoch genussvollen Ernährung gelegen ist:

  1. Alkohol hat Einfluss auf die tägliche Fettbilanz. Warum? Weil die Fettverbrennung etwa zwei Stunden nach dem Konsum des Alkohols massiv verlangsamt wird. Das liegt daran, dass der Körper dann damit beschäftigt ist, den Alkohol abzubauen. Alkohol ist ein Gift und der Körper hat ein berechtigtes Interesse daran, Giftstoffe schnellstmöglich wieder los zu werden. Alle anderen Stoffwechselprozesse treten mit dieser Aufgabe in den Hintergrund. Wir eine Diät macht, wo von ich den meisten meiner Kunden grundsätzlich abraten würde, muss nun nicht befürchten, dass diese im #Gesamtergebnis sofort zerstört wird. Unter dem Strich geht es noch immer darum, am Ende des Tages weniger Kalorien zu sich zu nehmen, als der Körper eigentlich brauchen würde.
  2. Aber, jetzt wieder für alle, ist im Hinblick auf die Kalorienbilanz des Tages der Alkoholkonsum nicht zu unterschätzen. Alkohol pur, also reines Ethanol, bringt auf 1 Gramm bzw. 1 ml 7,1 Kalorien. Das ist mehr als Kohlehydrate, die auf 1 Gramm bei rund 4 kcal. Liegen, ebenso wie Eiweiß, es ist aber etwas weniger als bei 1 Gramm Fett, das bei 9 kcal. liegt.
  3. Nun gibt es natürlich zwischen den Getränken auch Unterschiede, denn wir trinken ja nicht den reinen Alkohol. Alkohol ist schon immer ein Gemisch, dass wir dann im Getränk noch mit vielem Anderen mischen, das ebenfalls Kalorien mitbringt. Es wird je nach den Zusammensetzungen immer schlimmer; z. B. Beimischungen von Saft, Milch, Sahne und Co heben die Kalorienbilanz beträchtlich. Auch Gemische mit Energiedrinks sind richtig richtig vollgestopft mit Kalorien, die man, weil man sie trinkt, gar nicht so wahrnimmt.

Die Art von Getränken, die das am meisten betrifft, sind Mixgetränke und Cocktails. Ein richtig gehaltvoller Vertreter ist die Pinacolada. Sie besteht aus Rum, Ananassaft, Kokosnuss Milch und Sahne. 100 ml Lieben bei 93 Kalorien (übrigens ist das doppelt so viel wie bei einer Cola), und ein übliches Glas, das bei 0,3 l liegt, liefert 279 Kalorien.

Wie sieht das beim Mochito aus? Der besteht aus Rum, Limettensaft, Minze, und, Achtung, etwa 15 g. Rohrzucker. Hier ergeben sich auf 100 ml immerhin 71 Kalorien, das macht auf 300 ml auch 214 kcal. Vor allem ist zu bedenken, dass es bei einem ja meist nicht bleibt!

Ein netter Abend mit drei Cocktails liefert schon etwa 700 kcal. – ohne zu den Getränken etwas gegessen zu haben. Diese Zahl entspricht etwa dem, was man auch mit einem Döner zu sich nehmen würde.

Wenn wir nun die Getränke betrachten, rein vom Energiegehalt, liegen Grappa, Wodka usw. sehr weit oben, da sie auf 100 ml 225 Kalorien mitbringen.

Aber Achtung!

Hier ist das Verhältnis zu beachten, denn wir trinken ja nicht 300 ml. Rum oder so etwas auf einmal, aber durchaus 300 ml. Mochito. Ein Wodka Shot oder auch Grappa hat nur 47 Kcal.

Kommen wir nun zu Wein oder Prosecco

So etwas bringt 75 kcal. Auf 100 Ml, das ist eben so viel wie beim Rose Wein. Rotwein bringt 85 kcal, das ist etwas mehr. Von diesen Getränken nehmen wir dann aber eher nicht nur die 100 ml, sondern mehr. So summieren sich die getrunkenen Kalorien natürlich erheblich mehr.

Ein Glas Rotwein (0,2 l) hat schon 175 Kalorien. Ähnlich summiert es sich beim Bier. Hier allerdings kommt es sehr auf die Sorte an. Altbier z. B. liegt bei 41 kcal., Pils bei 42, Starkbier bei beachtlichen 60 auf 100 ml. Die meisten Biere liegen bei 42 kcal auf die Bezugsmenge.

Eine Maß Bier bringt also 420 kcal. Mit. Das entspricht schon einer kleinen Mahlzeit.

Nochmal! Der Kaloriengehalt von alkoholischen Getränken wird oft unterschätzt, was vermutlich daherkommt, dass man es trinkt und sich nach dem Genuss eher kein Sättigungsgefühl einstellt, wie es bei fester Nahrung der Fall wäre.

Ähnlich geht es den Meisten von uns auch bei Säften, Limonaden und den vermeintlich so gesunden und nützlichen Smoothies.

Wer eine Diät macht, kann selbstverständlich die Summe der Kalorien schätzen und den Tag kalorientechnisch durchplanen. So ist auch Alkohol im Zusammenhang mit einer Diät, zumindest bezogen auf die aufgenommene Energie, kein Problem.

Wie sieht es aus für Menschen, die Sport treiben? Was bedeutet der Alkoholgenuss für die Muskeln?

Man sagt, dass der Alkohol den Testosteronspiegel senkt, was für die Muskeln sehr ungünstig ist (viel Testosteron ist wichtig für ein gutes Muskelwachstum). Wie stark der Testosteronspiegel gesenkt wird, hängt von der Alkoholmenge ab. Die Dosis macht hier, wie grundsätzlich in Bezug auf Alkohol, das Gift. Um eine extreme Absenkung allerdings zu verursachen dürfen es schon um die drei Liter Bier sein. Zu bedenken ist aber, dass das Bierchen nach dem Sport sehr ungünstig auf das Muskelwachstum ist. Die Kalorienbilanz wird es nicht so sehr beeinträchtigen, denn beim Sport hat man ja auch was verbrannt, aber das Wachstum der Muskeln ist massiv gestört durch den Drink danach. Da ist die Rede von bis zu 30Prozent Einbußen. Wenn man aber vor dem Bierchen einen Eiweißshake zu sich nimmt, kann man diesen Prozess ein Wenig bremsen.

Das sich die Regenerationszeit des Körpers verlängert, wenn man zum Sport Alkohol trinkt, ist sicher nicht überraschend, wenn wir an das decken, was ich eingangs zur Alkoholabbau gesagt habe. Der Körper ist damit beschäftigt, den Alkohol abzubauen, wo durch alle anderen Prozesse in den Hintergrund treten. Ernährungstechnisch ist grundsätzlich zum Alkohol in jedem Fall zu bedenken, dass er Nährstoffe aus dem Körper schwämmt und ihn entwässert. So entsteht der gefürchtete Nachdurst.

Wie kann man den Kater vermeiden?

Vorher, während dessen und danach viel Wasser trinken. Man kann darauf achten, möglichst Getränke zu wählen, deren Alkoholkomponenten möglichst wenige chemische Zusatzstoffe enthalten. Alkohol ist Ethanol. Bei dessen Produktion entstehen weiteren chemischen Stoffen wie z. B. Methanol oder Azeton. Diese Stoffe stehen im Verdacht, einen Kater zu bekommen. Ein Mehr von diesen Stoffen findet man z. B. im Tequila, Whisky oder Cognac. Besser man trinkt Wodka oder Gin. Dies könnte der Grund sein, dass manche Menschen meinen, dass Ihnen klare Getränke nicht so sehr in den Kopf steigen. Der wichtigste Tipp gegen einen Kater ist aber auch, unbedingt dem Körper Nährstoffe zuzuführen, denn wie gesagt, es wird viel ausgeschwemmt. Es gibt in den Drogeriemärkten Antikaterprodukte, die bedingt helfen können, Wundermittel sind sie allerdings nicht. Man kann genauso gut Obst und Gemüse zu sich nehmen, was man ohnehin im Haus hat.

Was dem Körper auch helfen kann, ist am Tag danach in die Sauna zu gehen. Der Stoffwechsel wird angeregt und das hilft dem Körper, die Giftstoffe los zu werden. Man muss aber beachten, dass man dabei auch alle guten Stoffe ausschwemmt. Deshalb erst in die Sauna, und dann die Nährstoffe dem Körper zuführen. Sonst ist die gute Absicht verpufft.

Fakt ist, dass die Dosis das Gift macht und dass hier klar zu raten ist, je weniger je besser.

Sehr zum Wohl! Zurück nach oben.