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27. Mai 2020: Kohlrabi

KohlrabiknolleOb als Rohkost oder gedünstet, als Gemüsebeilage zu Bratwurst und Co. oder im Auflauf oder Eintopf – der Kohlrabi macht immer eine gute Figur.

Durch seinen milden Geschmack ist der Kohlrabi ein Familiengemüse, das sogar Kinder, die zumeist Gemüsemuffel sind, zu überzeugen vermag.

Obgleich er eher zu den Wintergemüsen zählt, ist er auch jetzt zu haben. Ob Winter oder Frühling – es lohnt sich, zuzugreifen.

Mit einer beachtlichen Menge an Vitamin C ist der Kohlrabi ein wertvoller Helfer für unser Immunsystem. Auch liefert er viel Betakarotin, die Vorstufe des Vitamin A. Dies dient in hohem Maße unter anderem der Pflege eines guten Sehvermögens. Dieser wertvolle Stoff, der nebenbei auch Herz und Kreislauf schützt, findet sich nicht nur in der Knolle, sondern in großer Menge in den Kohlrabiblättern.

Besonders Frauen wird es freuen, dass der Kohlrabi viel Vitamin E enthält, das vor allem für unsere Haut wichtig ist. Außerdem unterstützt der Kohlrabi unseren Organismus mit den Vitamin B1, B2 und B6, die wichtig für Nerven Muskeln und die Durchblutung sind. Für werdende Mütter ist wichtig zu wissen, dass der Kohlrabi Folsäure enthält, die essenziell ist und über die Nahrung nur schwer aufgenommen werden kann.

Die milde Knolle liefert also eine Menge an verschiedenen Vitaminen, aber auch in Bezug auf die Spurenelemente muss er sich nicht verstecken.
Der Kohlrabi ist kaliumreich und dabei arm an Natrium, weshalb er von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung als ein für den Blutdruck günstiges Lebensmittel eingestuft wird. Außerdem bringt er Kalzium mit, das unentbehrlich für unsere Knochen ist. Das enthaltene Magnesium, das so wertvoll für den Energie- und Eiweißstoffwechsel ist, ist ein weiterer Grund, häufiger mal zum Kohlrabi zu greifen.

Mit 35 Kalorien auf 100 Gramm ist er ein absoluter Fitmacher für unsere Figur. Das Problem sind, einmal mehr, die Beigaben wie Soßen, die Bratwurst und weitere.

Die enthaltenen Nährstoffe sind teils hitzeempfindlich und wasserlöslich. Somit sollte der Kohlrabi möglichst nur kurz erhitzt und die Flüssigkeit mit verwendet werden. So gehen möglichst wenig Nährstoffe verloren.

Der Kohlrabi ist tatsächlich ein Alleskönner, denn er kann helfen, die Haut vor Sonnenbrand zu schützen. Er enthält Sulphorafan, das die Haut dabei unterstützt, Proteine zu bilden, die Sonnenbrand vorbeugen können. Der Stoff soll auch vor Kreps schützen.

Guten Appetit wünscht euch eure Nina Schweppe!

21. Mai 2020: Maischolle

Gutes Eiweiß und günstige Fette gefällig? Dann ist der Genuss einer Maischolle genau das Richtige.

Aber was genau ist eine Maischolle?

Es handelt sich dabei nicht etwa um eine besondere Gattung, sondern es ist die junge Scholle, die im Nordatlantik oder der Nordsee gefangen wird. Auch in der Ostsee und im Mittelmeer kommt sie vor. Der Fang im Mittelmer gestaltet sich allerdings recht schwierig, weil die Scholle kaltes Wasser bevorzugt und sich deshalb in große Tiefen zurückzieht.

Die Maischolle ist 35 bis 45 Zentimeter groß und ihr Fleisch ist besonders zart.

Beim Kauf der Maischolle ist darauf zu achten, dass die Filets silbrig glänzen und saftig aussehen. Auch lohnt es sich, der Scholle tief in die Augen beziehungsweise auf die Kiemen zu schauen. Sind diese leuchtend rot, ist das ein Hinweis darauf, dass der Fisch wirklich frisch ist.

Die Scholle ist ein Feinschmecker, denn sie ernährt sich von dem, was für die Menschen Delikatessen sind. Ihre Favoriten sind Krabben, Muscheln und ähnliche Tiere. Somit verwundert es auch nicht, dass uns die Scholle delikat mundet.

Die Scholle ist ein gefundenes Fressen für Figurbewusste. Das Problem, das ein Schollengericht zum Dickmacher werden lässt, sind die Beigaben wie Speck und Kartoffelsalat.

Der Plattfisch ist prall gefüllt mit wertvollen Mikro- und Makronährstoffen. An Spurenelementen finden wir Eisen, Phosphor, Selen und Jod. Außerdem enthält die Scholle großzügige Mengen an Vitamin B1 und B2. Auf 100 Gramm liefert das Schollenfleisch 86 Kalorien, bei 17 Gramm Eiweiß und nur 1,9 Gramm Fett.

Die Maischolle eröffnet die Schollensaison. Wahre Kenner warten aber bis Ende Juni, Anfang Juli, bis die Schollen erwachsen und im Fleisch aromatischer und edler sind. Filets sind sicher bequemer zu essen, weil sie keine Gräten enthalten. Der Genuss ist aber vollkommener, wenn man die Scholle im Ganzen brät und genießt.

Junge oder erwachsene Scholle – Probiert es aus! Ich wünsche guten Appetit. Eure Nina

13. Mai 2020: Fruchtzubereitung

Früchte, vor allem dann, wenn sie gerade Saison haben, sind wertvoll und in Maßen gesund.

Lästig kann es nur sein, dass das Naturprodukt gewaschen und möglicherweise weiter vorbereitet oder bearbeitet werden muss, bevor es verzehrt werden kann.

Schön, dass die Industrie uns da Produkte anbietet, die Fruchtzubereitung genannt werden. So sparen wir uns viel Arbeit und können trotzdem gesund essen. Wirklich?

Schauen wir uns das an:

Wichtig zu wissen: Der Begriff »Fruchtzubereitung« ist nicht näher definiert. Im Sinne der Zusatzstoffverordnung (ZZulV) als Gattungsbegriff, nicht aber als Verkehrsbezeichnung. Laut dieser Verordnung handelt es sich um verarbeitete Früchte oder Teilstücke von Früchten, die durch Erhitzen haltbar gemacht wurden. Dadurch entstehen Halbfertigprodukte, die in der Lebensmittelindustrie weiter verarbeitet werden.

Bezogen auf Milcherzeugnisse ist der Begriff klarer definiert. Hier wird ausgeführt, dass es sich, siehe oben, um verarbeitete Früchte oder Fruchtteile handelt, die mit Zucker verschiedener Arten, aber auch mit geschmackgebenden Aromastoffen versetzt sein dürfen. Auch Farbstoffe und Bindemittel sind ausdrücklich erlaubt, allerdings sollen sie natürlichen Ursprungs sein.

Interessant ist in diesem Zusammenhang sicher noch der Begriff der Genusssäuren. Dabei handelt es sich um so etwas wie Apfel und Zitronensäure, aber auch Phosphorsäure kommt vor. Ihre Aufgabe ist es, den säuerlichen Charakter eines Lebensmittels zu unterstreichen. Diese Elemente zählen zur großen Gruppe der Lebensmittelzusatzstoffe und werden somit auch als Säureregulator oder Antioxidationsmittel eingesetzt.

Geschmackgebende Lebensmittel sind Dinge wie Honig, Vanille oder Schalenobst. Vorsicht ist in Bezug auf Alkohol geboten, denn auch der ist zugelassen. Allerdings sind hier die erlaubten Mengen auf nicht mehr als 0,5 Volumenprozent beschränkt.

Zur Färbung der Fruchtzubereitung werden häufig Säfte verwendet. Diese dürfen dem in der Zubereitung enthaltenen Fruchtanteil nicht zugerechnet werden.

Meist liegt der Fruchtanteil bei wenigstens 35 Prozent. Im Falle von Ananas, Brombeeren, Himbeeren und Stachelbeeren bei 30 Prozent. Für Banane und schwarze Johannisbeeren sind es 25 Prozent.

Die Beschaffenheit der Zubereitung richtet sich nach dem Verwendungszweck. Die Palette reicht von flüssig über breiig bis kompottartig.

Wird in einem Erzeugnis eine Fruchtzubereitung verwendet, muss dies auf der Verpackung angegeben werden. Wir finden Fruchterzeugnisse in Süß- und Backwaren, in fruchtigen Desserts, Milchprodukten usw.
Aber auch beim Kauf von tiefgekühltem Obst sollte man wachsam sein:

Auch dort gibt es Produkte, die mit Zucker und anderen Zusatzstoffen versetzt sind. Sie sind als Fruchtzubereitung im Handel.

Kann eine Fruchtzubereitung die naturbelassene Frucht ernährungsphysiologisch ersetzen?

Eine Fruchtzubereitung ist, wie wir gesehen haben, mit Genusssäuren, Farb- und Aromastoffen versetzt. Außerdem sind die Früchte durch Hitze behandelt, was mit Sicherheit zu einem Vitaminverlust geführt hat. Es kann somit nicht mehr die Rede davon sein, dass es sich um ein naturbelassenes Lebensmittel handelt. Dabei ist es unerheblich, ob es ein konventionelles oder ein Bioprodukt ist.

Möglicherweise können wir wenigstens darauf hoffen, dass die Belastung durch Zusatzstoffe im Bioprodukt etwas geringer ist.
Fruchtzubereitungen täuschen vor, dass zum Beispiel ein Fruchtjoghurt voll ist mit dem Wertvollen aus der Frucht. Leider ist das nicht so. Wer Joghurt mit Früchten essen möchte, um damit tatsächlich einen Beitrag zu einer gesunden Ernährung zu leisten, muss einen Naturjoghurt verwenden und selbst naturbelassene bzw. tiefgekühlte unverarbeitete Früchte nutzen.

Wer Marmelade verzehrt, sollte sie selbst zubereiten oder auf Märkten oder in Läden kaufen, wo sichergestellt ist, dass nur die reine Frucht verarbeitet wurde.

Gerade am Beispiel der Fruchtzubereitungen zeigt sich wieder hervorragend, warum sich clean eating lohnt. Denn nur wenn wir die Lebensmittel so essen, wie sie in der Natur vorkommen, dann können wir sicher sein, dass wir ihre wertvollen Inhaltsstoffe auch für uns nutzen können.

6. Mai 2020: Spargel

Das, was im April beginnt und mit Sankt Johanni am 24. Juni endet, ist für viele Menschen Land auf Land ab die fünfte Jahreszeit. In dieser Zeitspanne können wir ein Geschenk der Natur genießen, dass es, zumindest einheimisch, nur dann gibt – den Spargel.

Der Johannestag bezeichnet in der naturnahen Landwirtschaft nicht nur den Beginn der Heuernte, sondern er bildet, unter Berücksichtigung der Wetterverhältnisse, in den meisten Jahren den Schlussakord der Spargelzeit.

Sicher könnten die Landwirte auch nach Johanni weiter ernten, der Ertrag für die Folgejahre wäre aber massiv verringert.

Mutter Natur macht uns mit dem Spargel ein wertvolles Geschenk, das wir würdigen und so weit wie möglich nutzen sollten.

Das Wort Spargel bedeutet nichts anderes als junger Trieb. Würde man die Stangen nicht ernten, würde eine Pflanze mit mehreren Stengeln entstehen, die am Ende leicht giftige rote Beeren ausbildet. Die Gattung Spargel umfasst um die 200 Arten. Essbar sind aber nur wenige. Wir konsumieren hier zu Lande hauptsächlich den Gemüsespargel, der schon von den Römern mit Hingabe kultiviert wurde.

Der Spargel ist sehr gesund und kalorienarm. So stellt es aus Sicht der Ernährungswissenschaft, aber auch aus Sicht der Feinschmecker eine Sünde dar, ihn in fettigen Saucen wie der Holandaise zu ertränken. Die Hollandaise ist nicht nur fettig, sondern sie übertönt auch den feinen Geschmack der wertvollen Stangen. Sehr schade, wie ich finde.

Der Spargel kommt in weiß, grün oder violett daher. Zunächst aaß man nur den grünen Spargel, bevor man den weißen Verwandten ab dem 19. Jahrhundert entdeckte. Die Entdeckung geschah eher zufällig, als man über die grünen Sprossen Tonhauben stülpte, um sie vor Schädlingen zu schützen. Die Stangen konnten kein Chlorofyl bilden und blieben weiß. Heute wird der Spargel überwiegend unter der Erde angebaut, weil man vor allem den weißen Spargel als Delikatesse schätzt.

Der violette Spargel entsteht, wenn man die Stange einen Tag länger der Sonneneinstrahlung aussetzt.

Von Natur aus enthält der Spargel sehr viele Bitterstoffe. Zum beliebten Leckerbissen wurde er erst, als es den Römern gelang, ihm die bitteren Substanzen abzuzüchten.

Das edle Stangengemüse besteht zu 94 Prozent aus Wasser. Mit 16 Kalorien auf 100 Gramm ist er ein schlanker Sattmacher. Die verbleibenden 6 Prozent haben es in sich. Sie liefern zwei Gramm Eiweiß, 0,1 Gramm Fett, zwei Gramm Kohlehydrate und ein Gramm Ballaststoffe. Schon damit ist der Spargel ein Superfood. Er kann mit seinen zehn enthaltenen Mikronährstoffen aber noch viel mehr. Er hat unter anderem

  • Betakarottin (Vorstufe zum Vitamin A)
  • Fohlsäure (von der viele Menschen zu wenig aufnehmen)
  • Vitamin K (wichtig für unsere Blutgerinnung)
  • Vitamin C (für unser Immunsystem)
  • Vitamin E (schützt uns vor schädlichen freien Radikalen)
  • Kupfer (schützt uns vor Entzündungen und hält Sehnen, Bänder und Bindegewebe elastisch)
  • Eisen (tranzportiert den Sauerstoff im Blut und hilft bei der Energiegewinnung)
  • Zink (wichtig für unser Immunsystem)
  • und Schwefel (wirkt entgiftend)

im Gepäck. Die entwässernde Wirkung des Spargels entsteht durch die L-Asparaginsäure, die vermutlich den Wasserstoffwechsel in unserem Organismus ankurbeln soll.

Wenn man bedenkt, was eine Portion um die 500 Gramm Spargel enthält, so wird deutlich, dass man einen großen Teil des Tagesbedarfes an diesen Vitaminen und Mikronährstoffen decken kann.

Greift beherzt zu! Wenn ihr mehr über den Spargel als Wohltäter wissen möchtet, dann seit gespannt auf die neue Folge vom Bauchgefühl Podcast, die in den nächsten Tagen erscheinen wird.

Guten Appetit sagt Nina. Zurück nach oben.

29. April 2020: Rhabarber

Der Rhabarber ist eigentlich ein Wolf im Schafspelz.

Geschmacklich würde man ihn vermutlich eher für eine Frucht halten, er ist aber ein Gemüse.

Rhabarber wurde bereits 3.000 vor Christus im alten China kultiviert und als Heilpflanze genutzt. Er wurde sogar gegen die Pest eingesetzt.

Er hilft hervorragend bei Verdauungsproblemen. Mit einem Mix aus wertvollen Stoffen regt er die Darmbewegung an und ist damit ein hilfreicher Partner gegen Verstopfungen. Die enthaltenen Ballaststoffe helfen durch ihre Darm anregenden Eigenschaften auch, den Organismus bei der Entgiftung zu unterstützen.

Auch für unsere Immunabwehr ist der Rhabarber ein Freund, denn er bringt reichlich Vitamin C mit. Für unsere Nerven hat er diverse Vertreter der Vitamin B Gruppe im Gepäck. Gemeinsam mit Vitamin B 12 und diversen zusammenziehenden Gerbstoffen, die nützlich für Haut und Haare sind, ist das Frühlingsgemüse auch ein Schönheitselixier.

Weiter kann er für Blut und Blutdruck etwas tun, denn er liefert uns Kalium und Eisen. Studien haben gezeigt, dass Menschen, die häufig kaliumhaltige Nahrungsmittel essen, seltener von Schlaganfällen betroffen sind. 

Im Hinblick auf die Sommerfigur kann der Rhabarber ebenfalls wertvoll sein, denn er enthält auf 100 Gramm nur 38 Kalorien. Allerdings ist, um die gute Bilanz nicht zu zerstören, Vorsicht beim Süßen und bei der Auswahl der Beilagen geboten. Der Rhabarber ist aber mit seinen Ballast- und Quellstoffen ein guter Sattmacher.

Diabetiker dürfen gern zugreifen, weil das Stangengemüse kaum Kohlehydrate liefert.

Da jede Medaille zwei Seiten hat, muss man auch etwas über dieses wertvolle Nahrungsmittel wissen, was sich ungünstig auswirken kann. Der Rhabarber enthält Oxalsäure. Deshalb sollten Menschen, die von Gicht, Rheuma, Arthritis oder Nierensteinen betroffen sind, Vorsicht beim Genuss walten lassen. Die Oxalsäure greift nicht nur den Zahnschmelz an, sondern sie gilt auch als Kalziumräuber. Die Säure verbindet sich mit dem Kalzium und die Aufnahme des Spurenelements wird verhindert. Das Kalziumoxalat wird hoffentlich über den Darm ausgeschieden. Es kann sich aber auch in Gallenblase oder Niere anlagern und dort Gries oder Steine bilden. Bei empfindlichen Menschen kann die Oxalsäure schon in kleinen Mengen Bauchschmerzen auslösen.

Wer Rhabarber genießen möchte, sollte ihn unbedingt zusammen mit einem Milchprodukt verzehren, damit der zuvor beschriebene Effekt eintritt. Es ist aber zu bedenken, dass das mit dem Gericht aufgenommene Kalzium nicht aufgenommen werden kann. Es empfiehlt sich dann, im Rahmen einer anderen Mahlzeit eine weitere Kalziumquelle einzubinden.

Erntet man den Rhabarber möglichst jung, wird die mögliche Belastung durch die Oxalsäure klein gehalten.

Guten Appetit! Zurück nach oben.

22. April 2020: Kefir

Hallo in die Runde, heute kann ich wieder einen Wunsch aus meiner Community erfüllen. Meine Leserin hat, nach dem es letzte Woche um Milchprodukte ging, nach Kefir gefragt. Schauen wir uns das an.

Das Wort »Kefir« stammt vom türkischen Wort »keyif« ab, das Wohlbefinden heißt.

Im Gegensatz zu Quark, Joghurt und Skyr ist hier kein Lab oder eine andere Kultur im Einsatz, sondern es arbeitet ein Pilz.

Kefir ist fermentierte Milch von Kuh oder Ziege. Ihr werden der Kefirpilz oder Kefirknöllchen zugesetzt. Diese vergären den Milchzucker und zersetzen außerdem noch das schwer verdauliche Kasein.

Durch die Vergärung des Zuckers entsteht etwas Alkohol, aber vor allem Kohlensäure. Das ist auch der Grund, warum Kefir beim Trinken etwas auf der Zunge prickelt.

Der Kefir ist nach 24 Stunden gereift und kann konsumiert werden. Der Pilz beziehungsweise die Knöllchen können bei guter Pflege weiter verwendet werden.

Kefir schmeckt säuerlicher als Joghurt und Quark, dafür merkt man aber den sprudeligen Effekt der Kohlensäure auf der Zunge.

Wie man sich bei einem Milchprodukt denken kann, liefert Kefir auch Kalzium. Weiter liefert es Magnesium, Phosphor, sowie die Vitamine B2, B12 und Vitamin D.

Der Nährstoffgehalt ist sehr unterschiedlich und richtet sich danach, welche Milch als Ausgangsprodukt verwendet wurde. Aus Vollmilch von der Kuh liefert Kefir 3,5 Gramm Eiweiß, 3,5 Gramm Fett und vier Gramm Kohlenhydrate. Es sind keine Ballaststoffe enthalten.

Neben den sogenannten Makronährstoffen enthält Kefir viele bioaktive Substanzen, die sich positiv auf unsere Gesundheit, vor allem auf Magen und Darm auswirken. So finden wir zum Beispiel probiotische Kulturen, die im Ruf stehen, gut für die Verdauung zu sein und unsere geistige Fitness zu stärken. Durch das enthaltene Kalzium kann Kefir einen wertvollen Beitrag zur Gesundheit unserer Knochen leisten. Es gibt mittlerweile auch vegane Varianten, zum Beispiel aus Kokos.

Da Kefir nur 65 Kalorien auf 100 Milliliter liefert, darf man gern bei der Vollmilchvariante zugreifen, denn diese enthält die meisten positiven Nährstoffe. Zum Wohl!

Eure Nina Zurück nach oben.

15. April 2020: Eiweiß

Eiweiß ist Inn. Außerdem ist es essenziell. Unser Körper kann es nicht selbst bilden. Deshalb müssen wir es über die Nahrung aufnehmen.

Es gibt viele Eiweißlieferanten, tierische und pflanzliche. Die tierischen Proteine kommen aus Fisch, Fleisch, Käse und weiteren Milchprodukten, die wir uns heute ausführlicher anschauen.

Dass die Buttermilch schön macht, habe ich ja schon geschrieben. Aber was ist mit Quark, Joghurt und Skyr?

Allen ist gemeinsam, dass sie hochwertiges Eiweiß und viel Kalzium enthalten, was ein großer Vorteil für unsere Ernährung ist. Auch enthalten sie gesättigte Fettsäuren, mit denen man eher sparsam umgehen sollte. Vor allem dann, wenn man Gewicht reduzieren möchte. Je weniger Fett jedoch das Milchprodukt enthält, um so höher ist es verarbeitet. Dabei gehen leider auch wertvolle Stoffe verloren. Daher rate ich zum Vollfett-Produkt, aber davon etwas weniger.

Zur Herstellung des jeweiligen Produktes werden der Milch unterschiedliche Mittel beigegeben.

Im Fall von Joghurt vergären Milchsäurebakterien den Milchzucker. Wie mild oder sauer der Joghurt nachher schmeckt, wird von den zugesetzten Bakterien bestimmt.  

Für Quark wird die Milch mit Lab versetzt, einem Gerinnungsstoff, der in der Regel aus dem Kälbermagen gewonnen wird. Die sogenannte Dicklegung entsteht durch die im Lab enthaltenen Enzyme. Dem fertigen Quark wird Sahne zugesetzt, weshalb er mehr Fett enthält als Joghurt. Zu beachten ist deshalb, dass es günstig ist, hier zum Magerquark zu greifen.

Skyr kennen wir aus Island. Es handelt sich um ein Produkt, das durch Milchsäurebakterien vergoren wird – wie Joghurt – und dann wie Quark dickgelegt wird. Es schmeckt somit saurer als Quark, ist aber cremiger. Es wird keine Sahne zugesetzt.

Bei allen ist Vorsicht geboten, wenn man ein mit Früchten zubereitetes Produkt kauft. Diese Zubereitungen enthalten sehr viel Zucker. Besser ist es, ein Naturprodukt zu wählen und selbst frische Früchte zuzugeben.

Die Eiweißgehalte sind etwas unterschiedlich. Die Milchprodukte enthalten, jeweils auf 100 Gramm, Joghurt 4 bis 10 Gramm, Quark 14 Gramm, während das als so hochgradig eiweißhaltige Skyr nur 10 Gramm liefert.

Da Skyr zumeist wesentlich teurer verkauft wird als Magerquark, und der Quark sogar mehr Eiweiß mitbringt, wäre mein Rat tatsächlich, wenn es nur um die Proteine und um den Geldbeutel geht, auf Skyr zu verzichten und den Magerquark der Hausmarken zu kaufen.

Eure Nina Zurück nach oben.

8. April 2020: Butterschmalz

Hallo Zusammen,

Butterschmalzheute kann ich, was mich sehr freut, wieder eine Frage aus unserem Forum beantworten. Ein Leser hat gefragt, was Butterschmalz ist und welche Vor- und Nachteile es hat.

Schon lange beschäftigt man sich mit der Frage, was zuerst da war – das Huhn oder das Ei.

Was Butter und Schmalz betrifft, ist das leicht zu beantworten. Zunächst kannte man die Butter, das Butterschmalz folgte aber auf dem Fuße.

Das Butterschmalz gehört zu den ältesten Lebensmitteln, das jede Ernährungsmode schadlos überstanden hat. Vermutlich kam man besonders in den Alpenländern darauf, Butter in Form von Schmalz haltbarer zu machen. So konnte das empfindliche Milchprodukt auch lange Transportwege überstehen.

Die Griechen und Römer haben Butterschmalz traditionell so hergestellt, dass Butter bei niedriger Temperatur geschmolzen wurde. Dabei stieg, und steigt auch noch heute, Eiweiß an die Oberfläche, was abgeschöpft wird. Den Vorgang muss man mehrfach wiederholen, damit das Wasser, das sich ebenfalls in der Butter befindet, verdampfen kann. Übrig bleibt ein weiches Fett, das sehr lange haltbar ist. Die Industrie geht heute noch einen Schritt weiter als die alten Griechen und Römer. Damit das Fett geschmeidiger wird, wird es zunächst geschleudert und dann mit Luft aufgeschlagen. Es werden aber keine Zusatzstoffe oder ähnliches beigegeben.

Das Butterschmalz ist somit ein reines und im Prinzip naturbelassenes Lebensmittel. Geschmacklich kommt es der Butter sehr nah.

Zu der Frage, wie gesund Butterschmalz ist, verdient es Fleißkärtchen, weil es ein beinahe naturreines Lebensmittel ist. Natürlich besteht es zu fast 100 Prozent aus Fett und liefert zumeist gesättigte Fettsäuren.

Butterschmalz kann in unterschiedlich großen Verpackungen im Supermarkt oder beim Discounter gekauft werden. Ich lagere es immer im Kühlschrank, es nimmt es euch aber auch nicht übel, vorübergehend ausquartiert zu werden. Es hält sich viele Monate lang. Somit eignet es sich auch hervorragend für Haushalte, in denen eher selten gekocht wird.

In der Küche ist das Butterschmalz ein wahrer Alleskönner. Braten, kochen, backen und frittieren sind kein Problem. Das Butterschmalz macht alles mit, weil es erst bei 205 Grad Celsius verbrennt. Beim Frittieren erhalten die Speisen einen sehr feinen buttrigen Geschmack, und auch die Nachbarn und Mitbewohner werden sich freuen, denn Butterschmalz riecht weniger als Frittierfett aus Pflanzen.

Viel Spaß beim Ausprobieren! Zurück nach oben.

1. April 2020 (kein Scherz!): Buttermilch

Ihr Lieben,

Buttermilchwas mich zum heutigen Tipp inspiriert hat, waren zwei ganz unterschiedliche Dinge, die sich zufällig am gleichen Tag getroffen haben. Einerseits war es mein neues Salatdressing – mit Buttermilch –, und andererseits das endgültige Ende der Lindenstraße im Ersten.

Eine große Molkerei hatte in den 90iger Jahren einen Werbespott mit Annemarie Wendl aufgelegt, in dem sie die schönheitsfördernde Wirkung von Buttermilch propagiert.

Was ist dran? Ist die Buttermilch wirklich ein Schönheitselixier?  Ja. Sie ist so etwas wie unser innerer Personaltrainer.

Schon ein Glas morgens vor dem Frühstück aktiviert unser Schlankheitshormon. Sie bringt nur 35 Kalorien auf 100 Milliliter mit und hat auf diese Menge 3,5 Gramm Eiweiß im Gepäck. Eiweiß hält uns lange satt und kann auch helfen, den Hunger auf Süßes und Fettiges zu dämpfen.

Kalzium ist der Stabilisator, der für  unsere Knochen und Zähne unentbehrlich ist. Die Buttermilch liefert, wiederum auf 100 Milliliter 110 Milligramm. Mit einem Liter Buttermilch könnte man den gesamten Tagesbedarf decken.

Außerdem regt Buttermilch die Verdauung an. Sie ist somit, vor den Mahlzeiten – oder auch einfach zwischendurch – getrunken, hilfreich gegen Blähungen und Verstopfungen.

Die enthaltenen Milchsäurebakterien unterstützen dabei unsere Darmflora. Eine gesunde Darmflora wiederum ist wichtig, damit wird unser Immunsystem gestärkt, um besser mit Krankheitserregern fertig zu werden. Wichtig in diesen Tagen.

Auch für unsere Muskeln ist die Buttermilch der perfekte Fitnesstrainer, denn sie liefert, wie wir schon gesehen haben, reichlich Proteine. Das ist der Stoff, den unsere Muskeln zum Wachsen brauchen. Deshalb ist ein Glas Buttermilch nach dem Sport optimal.   

Schönheit von innen ist also garantiert. Aber auch für unsere Haut kann die Buttermilch sehr viel tun.

Ein Wannenbad mit einem Liter Buttermilch und einer Tasse Honig soll der reinste Jungbrunnen für die Haut am ganzen Körper sein. Und auch für das Gesicht kommt Hilfe. Als AbschminkLotion, einfach auf ein Watte pad  gegeben, macht sie die Haut schön glatt.

So müssen wir am Ende festhalten, dass Else Kling eine weise Frau war, auch wenn sie ihren Nachbarn immer schwer auf die Nerven ging.

Guten Durst wünscht Nina! Zurück nach oben.

25. März 2020: Essen zum Schutz gegen Corona

Hallo Zusammen!

Der Ernährungsmediziner Dr. Matthias Riedel hat es gestern im NDR Fernsehen kurz und knackig auf den Punkt gebracht. Jeder kann dem Immunsystem helfen, den Corona Virus bestmöglich abzuwehren. Es ist gar nicht so schwer, wenn man die nachfolgenden Hinweise befolgt:

Erstens: Ausreichend Gemüse aufnehmen. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt 300 bis 500 Gramm Gemüse täglich. Dabei soll ein Teil roh, der Rest gegart verzehrt werden. So ist gewährleistet, dass die wertvollen Vitamine und Spurenelemente so gut wie möglich aufgenommen werden. Dem Schutz vor Corona dienen hier vor allem die sekundären Pflanzenstoffe, die der Pflanze zur Abwehr vor schädlichen Einflüssen dienen. Diese Funktion erfüllen diese Stoffe, das zeigen Studien, auch in unserem Körper.

Zweitens: Ausreichend trinken. Die Flüssigkeit ist wichtig, damit unsere Schleimhäute ausreichend befeuchtet sind. Nur so kann der Mechanismus greifen, dass die Schleimhäute auch ihre Arbeit tun können. Der Schleim verhindert, vereinfacht gesagt, dass sich die Viren ansiedeln können. Die DGE empfiehlt eine Trinkmenge von 1,5 bis 2 Litern in der jetzigen Jahreszeit. Geeignet sind Wasser und Tees. Von Säften und zuckerhaltigen Getränken ist abzuraten. Auch Kaffee ist zur Deckung der täglichen Trinkmenge ungeeignet.

Drittens: Raus an die Luft. Die Sonne scheint. Und obwohl wir Ausgangsbeschränkungen haben, ist es wichtig, den Sonnenschein zu nutzen. Wer sich nicht ohne Hilfe an der Luft bewegen kann, sollte sich, wenn möglich wenigstens für eine Stunde in die Sonne setzen. Wir brauchen das Sonnenlicht, um Vitamin D zu bilden. Dieses ist wichtig, um neben den Vitaminen A C und E unsere Abwehrkräfte zu stärken. Außerdem erhöht das Sonnenlicht unser Wohlbefinden und damit wird unsere mentale Einstellung verbessert. Auch eine gute und positive Grundhaltung kann verhindern helfen, dass Corona uns befällt.

Viertens: Nahrungsergänzungsmittel. Die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln wird sowohl von Herrn Dr. Riedel, als auch von mir, als sinnlos erachtet. Viel besser ist es, durch Nahrungsmittel, die naturbelassen sind, alle Nährstoffe aufzunehmen. So wird der Körper ausreichend mit allem versorgt. Die Einnahme von Präparaten kann zu Überdosierungen führen, die unter Umständen gefährlich werden können.

Bitte bleibt gesund! Zurück nach oben.

18. März 2020: Hanfsamen

Hallo Zusammen,

auch der heutige Tipp der Woche resultiert aus einer Frage aus dem Bauchgefühl-Forum.

Es wurde gefragt, ob Hanfsamen wirklich gesund sind.

Mit dem Hanf ist das ja sehr merkwürdig – eigentlich denkt man da eher nicht an eine gesunde Ernährung. Oder? Auf den ersten Blick ist das eher doch nur attraktiv für Kiffer und Hippies. Aber tatsächlich haben die Samen super Fähigkeiten.

Sie machen nicht high, sondern gesund, weil sie viel wertvolles Eiweiß liefern. Da Hanfsamen von Pflanzen stammen, aus denen man das Rauschmittel Tetrahydrocannabinol (THC) fast vollständig herausgezüchtet hat, machen Hanfsamen nicht high. Sie müssen sich also keine Sorgen machen, wenn Sie Hanfsamen auf Ihren Speiseplan setzen.

Schon die alten Ägypter und Chinesen haben sie als eine Art Superfood geschätzt. Diesen Ruf haben sie zurecht, denn die kleinen Samen bringen neben den wichtigsten Aminosäuren auch Vitamin B1, B2, E, Calzium, Kalium, Magnesium und Eisen. Außerdem enthalten sie ein ausgewogenes Verhältnis von Omega 3 und Omega 6-Fettsäuren.

Man kann die Hanfsamen Broten und anderen Teigwaren beigeben. Sie machen aber auch eine gute Figur im Müsli oder im Joghurt. Auch einen Salat kann man damit hervorragend abrunden. Ihr leicht nussiger Geschmack past zu fast allen Gerichten.

Ich wünsche guten Appetit! Zurück nach oben.

11. März 2020: Süße Trends

Auf der jährlich wiederkehrenden internationalen Süßwarenmesse ISM begegneten sich Anfang Februar 1.774 Aussteller und gut 37.000 Fachbesucher aus 148 Ländern.

Die diesjährige Messe zeigt, dass der Süßwarenkonsument von heute und morgen bewusst Wert legt auf das bewusste Genießen nachhaltiger authentischer Produkte. Er hat aber auch Freude daran, verschiedene Trends nach Jahreszeit und Anlass zu mischen.

Trends wie lactose- oder glutenfrei, Bio, vegan, vegetarisch sowie fett- und zuckerreduziert werden sich weiterhin halten. Darüber hinaus werden ausgewogenere und natürlichere Varianten zunehmen, denn die Verbraucher erwarten neben dem Geschmack auch einen funktionellen Mehrwert.

Der Wunsch nach einer ausgewogenen und gesunden Ernährung steht für viele im Vordergrund. Deshalb haben natürliche und pflanzliche Produkte eine sehr gute Chance am Markt.

In diese Kategorie fällt auch der allgegenwärtige Proteintrend. Er hat auch vor dem Süßigkeitenregal nicht Halt gemacht, so dass Riegel mit Eiweiß aus Erbsen, Linsen oder Ähnlichem entwickelt wurden, die mit Nüssen und Hanfzusätzen angereichert sind.

Hoch im Kurs stehen ebenfalls neue Geschmackserlebnisse. Besonders beliebt sind hier Kombinationen aus bitteren mit säuerlichen Aromen.

Bei Schokoladen greifen die Entwickler gern auf bekannte Geschmacksrichtungen aus dem Bereich der Backwaren oder Getränke zurück.

Beispiele sind Geschmacksrichtungen wie Cheesekake, Vanillekipferl oder Latte Macchiato.

Für die Zukunft wird erwartet, dass bezogen auf den Nutri Score Süßwaren mit einem erhöhten Ballaststoffanteil  und reduziertem Zuckergehalt auf sich aufmerksam machen werden. Aber auch Retroprodukte werden ihren Platz behalten.

Verpackt in die Verheißung eines besseren Lebensgefühls werden Produkte mit Hanf oder Gemüse den Markt erobern. Vegan sowie frei von tierischen Produkten werden weiterhin Trendy bleiben und vermutlich auch auf weitere Produktgruppen ausgeweitet werden.

Der Süßigkeitenverbrauch liegt bei rund 19,4 Kilogramm für den Durchschnittseuropäer. Zurück nach oben.

4. März 2020: Morosuppe

Hallo Zusammen,

heute habe ich für euch etwas ganz Erstaunliches aus der Hausapotheke. So hat Durchfall garantiert keine Chance mehr!

Meine Arbeitskollegin gab mir den Tipp und hat mir geschworen, dass es sowohl ihr als auch ihrem Hund hervorragend geholfen hat.

Durchfall ist eine unangenehme Begleiterscheinung diverser Erkrankungen. Er schwächt den Organismus und kann vor allem bei kleinen Kindern, Senioren und immungeschwächten Menschen schnell lebensgefährlich werden. Dies deshalb, weil Durchfall mit einem hohen Flüssigkeitsverlaust einher geht, der schlimmstenfalls zur völligen Austrocknung führt.

Medikamente, die gegen Durchfall auf dem Markt sind, stoppen zwar durch die Hemmung der Darmbewegung zügig das Geschehen, beheben aber nicht die Ursachen. Weil die Erreger länger im Darm verbleiben, anstatt ausgeschieden zu werden, können sich die Beschwerden sogar verlängern und zu einer Schädigung des Darms und der Nieren führen.

Ein natürliches und gleichzeitig effektives Hausmittel gegen Durchfall ist die Morosuppe, benannt nach dem Kinderarzt Ernst Moro, der die durchfallbedingte Sterberate von Kindern Anfang des 20. Jahrhunderts mit dieser Karottensuppe senken konnte. Die Suppe besteht lediglich aus zwei Zutaten und Wasser, lässt sich leichter verabreichen als ein Medikament und hat sich bereits seit einem Jahrhundert gegen Durchfall bewährt.

Für die heilsame Morosuppe brauchst du Karotten als Hauptzutat. Sie enthalten reichlich Mineralstoffe, so dass (zusammen mit dem Salz) die Suppe gleichzeitig den Flüssigkeits- und Mineralstoffverlust ausgleicht.

So gehts:

  • 500 Gramm Karotten vom Strunk befreien und in kleine Stücke schneiden.
  • Mit einem Liter Wasser zum Kochen bringen und 90 Minuten kochen.
  • Die Suppe pürieren und mit abgekochtem Wasser wieder auf 1ein Liter auffüllen.
  • Mit Salz würzen und umrühren.

Die Suppe kann mehrmals täglich gegessen werden. Die Menge ist davon abhängig, wie viel der Patient verträgt und mag.

Grundsätzlich ist bei Durchfall darauf zu achten, dass die Beschwerden nicht länger als zwölf Stunden anhalten sollten. Anderenfalls muss ein Arzt aufgesucht werden. Ein Arzt ist auch zu Rate zu ziehen, wenn neben dem Durchfall Beschwerden wie Fieber und erbrechen hinzukommen.

Ich selbst habe noch keine Erfahrung mit diesem Hausmittel. Deshalb würde ich mich sehr über Rückmeldungen und Erfahrungsberichte an kontakt@beb-schweppe.de freuen.

Ich wünsche gute Gesundheit! Zurück nach oben.

26. Februar 2020: Iss Deinen Teller leer

Hallo Zusammen,

kennt ihr das, wenn jemand zu euch sagt »iss Deinen Teller leer, dann gibt es morgen schönes Wetter«?

Was hat denn unser Teller mit dem Essen zu tun?

Angesichts des aktuellen Monats mit Regen und Sturm wäre es doch super, wenn wir das Wetter durch fleißiges Essen beeinflussen könnten.

Meine Recherche zu diesem Thema war, wie vermutlich zu erwarten ist, recht ernüchternd.

Die Herkunft der Redewendung beruht sehr wahrscheinlich auf einem Missverständnis. Mit dem Wetter hat sie jedenfalls nichts zu tun. Die Variante »’S gibt gut Wetter, ’s ist alles aufgegessen« befand sich schon um 1870 im »Deutschen Sprichwörter-Lexikon«. Die Herkunft der Redewendung beruht aber sehr wahrscheinlich auf einem sprachlichen Missverständnis. Im niederdeutschen Platt lautet die Aufforderung, alles aufzuessen, damit der Koch auch für den nächsten Tag motiviert ist oder nichts Aufgewärmtes auf den Tisch kommt, nämlich: »Wenn du dien Teller leer ittst, dann gifft dat morgen goodes wedder.« Auf Hochdeutsch heißt dies: »… dann gibt es morgen wieder etwas Gutes.« Das »goodes wedder« wurde also falsch ins Hochdeutsche übersetzt und als »gutes Wetter« missverstanden.

Ich wünsche trotz allem einen schönen sonnigen Tag! Grüße Zurück nach oben.

19. Februar 2020: Streichfette

Hallo Zusammen! Heute wird es fettig.

Die Stiftung Warentest hat Streichfette untersucht. Viele von ihnen haben gute Noten erhalten. Dennoch lohnt sich der Blick auf das Kleingedruckte.

Der Siegeszug der Streichfette begann 2006, als die schwedisch-dänische Molkereigenossenschaft Arla das erste Mischstreichfett (so lautet die korrekte Bezeichnung) aus Butter und Rapsöl auf den Markt brachte. Im Vergleich zu Butter haben Streichfette einen unschlagbaren Vorteil, nämlich, dass sie direkt aus dem Kühlschrank geholt und auf das Brot gestrichen werden können.

Dieser Effekt entsteht dadurch, dass Butter und Rapsöl gemischt werden. Die darin vorkommenden mehrfach ungesättigten Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren werden auch bei Kühlschranktemperaturen nicht hart. So ist das Fett in jeder Situation streichfähig.

Im aktuellen Warentest standen 23 Streichfette auf dem Prüfstand, darunter Markenprodukte sowie Eigenmarken von Supermärkten und Discountern. Die Preisspanne lag zwischen 0,40 Euro und 1,33 Euro pro 100 Gramm Streichfett. Alle Streichfette wurden auf ihre Streichfähigkeit geprüft, verkostet, auf Schadstoffe und Keime getestet und ernährungsphysiologisch bewertet. Im Testurteil wurden außerdem die Verpackung, Kennzeichnung und Aufmachung einbezogen.

14 der 23 Produkte erhielten das Qualitätsurteil »gut«. Beim Testsieger von Weihenstephan lobten die Prüfer die »aromatische Sahnenote, einen frischen, leicht milchsäuerlichen Geruch und Geschmack«. Auch das Produkt von Arla war ganz vorne mit dabei.

Fünf Streichfette wurden dagegen mit »befriedigend« bewertet und vier lediglich mit »ausreichend«. Zu Abwertungen führten geschmackliche Mängel, der Schadstoffgehalt sowie die Deklaration der Produkte. Beworben wird bei Streichfetten meist ein hoher Butter- und Rapsölanteil. In fünf der untersuchten Produkte war jedoch zusätzlich Palmfett zugesetzt, in zwei Streichfetten steckte Kokosfett. Diese Produkte erhielten eine Abwertung, weil Palm- und Kokosfett ernährungsphysiologisch als ungünstig gelten und sie auch ökologisch aufgrund der Anlage von Monokulturen umstritten sind.

Die Streichfette von Rama und Botteram enthielten mit einem Palmfettanteil von knapp 40 Prozent sogar mehr Palmfett als Rapsöl und Milchfett zusammen. Zusätzlich wurden in beiden Produkten 3-MCPD-Ester nachgewiesen, die in sehr hohen Dosen krebserregend sein können. Die derzeit diskutierten Höchstmengen wurden in beiden Produkten jedoch nur zu 80 Prozent ausgeschöpft, weshalb keines der Streichfette als gesundheitlich bedenklich eingestuft wurde. Darüber hinaus wurden in keinem der untersuchten Produkte bedenklich hohe Gehalte an Schadstoffen oder Weichmachern gefunden.

Im Gegensatz zu Streichfetten darf Butter nur Speisesalz und färbendes Beta-Karotin zugesetzt werden. Bei Streichfetten hilft ein Blick auf das Zutatenverzeichnis, um die Spreu vom Weizen zu trennen. Ein qualitativ hochwertiges Produkt zeichnet sich durch einen hohen Anteil von Butter und Rapsöl aus, Palm- und Kokosfette sollten möglichst nicht enthalten sein.

Im Sinne einer guten Ernährung würde ich zur cleanen – natürlichen – Butter greifen und weder Margarine (die aus reinem Pflanzenfett besteht) noch Streichfett verwenden.

Schließlich geht es auch um Genuss und die »gute Butter« schmeckt noch immer am besten. Schließlich geht es auch immer um Genuss!

Streichfähige Grüße Zurück nach oben.

11. Februar 2020: Milch

Heute geht es im Tipp der Woche um die Milch.

Man mag trefflich darüber streiten, ob es sich um ein Getränk oder um ein Nahrungsmittel handelt. Ich teile hier eher die Meinung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE), die die Milch aufgrund ihres Energie und Nährstoffgehaltes als Nahrungsmittel einstuft.

Aus meiner Community wurde die Frage gestellt, was Vorzugs- beziehungsweise Rohmilch ist. Hier kommt die Antwort:

Die Einteilung der Milch erfolgt nach ihrem Fettgehalt sowie auch nach der Erhitzungstemperatur in unterschiedliche Milchsorten.

Was ist Rohmilch?

Rohmilch ist die ursprünglichste Milch. Sie ist nicht behandelt. Sie wird nur gefiltert, ohne dabei ihre natürliche Bakterienflora zu beeinflussen. Bei dem benutzten Filter darf es sich nicht um einen Mikrofilter handeln. Ihr Aufbewahrungsort ist die Kühlung. Die Gradeinstellung des Kühlgerätes ist von der Weiterverwendung der Milch abhängig. Die Haltbarkeit von Rohmilch liegt bei gekühlter Lagerung bei zwei bis drei Tagen. Der Fettgehalt beträgt zwischen 3,5 und fünf Prozent, je nach Fütterung und Haltung der Tiere. Rohmilch darf nicht über 40 Grad Celsius erhitzt werden, deswegen kann sie auch schädliche Keime und Bakterien enthalten. Frauen sollten sie während der Schwangerschaft daher nicht trinken.

Auf mehreren Seiten im Internet habe ich die Information gefunden, dass die Rohmilch hierzulande nur ab Hof verkauft werden darf. Ich bin mir aber nicht sicher, ob das heutzutage überhaupt noch erlaubt ist.

Der Rohmilchkäse ist übrigens ein Milchprodukt, das aus Rohmilch hergestellt wird. Das heißt, zu Beginn der Verarbeitung ist eine Erhitzung der Milch über 40 Grad nicht erlaubt. Später ist eine Erhitzung auf 50 bis 60 Grad bei Hartkäsesorten jedoch notwendig, damit der Käse Wasser verliert.

Was ist Vorzugsmilch?

Vorzugsmilch ist Rohmilch, die zum Verkauf an den Endverbraucher verpackt wurde. Sie ist im Gegensatz zur Rohmilch im Laden erhältlich. Auf der Verpackung der Vorzugsmilch muss vermerkt sein, dass es sich um Rohmilch handelt. Das Verbrauchsdatum muss angegeben sein. Es darf 96 Stunden ab dem Melken der Kuh nicht überschreiten. Für den Verbraucher muss der Hinweis angebracht sein, dass die Milch bei höchstens plus acht Grad Celsius aufbewahrt werden sollte. Außerdem müssen bei der Vorzugsmilch strenge Hygienevorschriften eingehalten werden, um die Gesundheit der Verbraucher nicht zu gefährden und eine längere Haltbarkeit zu gewährleisten.

Rohmilch Fettgehalt

Je nach Haltung der Kühe, nach Fütterung, nach Kuhrasse und nach der Jahreszeit schwankt der Fettgehalt der Rohmilch zwischen 3,5 bis 5 Prozent. Bei Vorzugsmilch geht man von einem Fettgehalt von 3,5 bis 4 Prozent aus.

Vorteile und Nachteile

Ein großer Vorteil von Vorzugs- und Rohmilch ist, dass sie naturbelassen ist. Weil sie nicht über 40 Grad erhitzt werden darf, sind alle Nährstoffe noch komplett vorhanden.

Nachteilig ist, dass sie auch schädliche Bakterien beinhalten kann. Obwohl Hygiene in den Milchbetrieben, die Rohmilch oder Vorzugsmilch verkaufen groß geschrieben wird und monatliche Kontrollen stattfinden, kann es zum Bakterienbefall kommen.

Daher sollten Verbraucher von Rohmilch die Milch vor dem Verzehr abkochen. Eine Erhitzung von 20 bis 30 Sekunden auf 72 Grad Celsius ist dabei ausreichend. Das tötet die schädlichen Keime ab, aber der tolle Milchgeschmack und die meisten Nährstoffe bleiben trotzdem erhalten. Bei Kleinkindern oder Schwangeren ist das Abkochen besonders wichtig.

Wohl bekomms! Zurück nach oben.

5. Februar 2020: Popcorn

PopcorbHeute möchte ich wieder eine Frage aus meiner Community beantworten. Ob Popcorn gesund ist, oder nicht, werde ich in diesem Tipp der Woche beleuchten.

Würde man bei der Zubereitung auf Öl, Butter oder Zucker verzichten, wäre Popcorn ein perfekter Snack. Der Grund: Im Popcorn stecken zahlreiche Ballaststoffe und Antioxidantien. Und genau diese Bestandteile machen Popcorn gesund. Die meisten kennen Popcorn als klassischen Kino-Snack: Während man gebannt dem spannenden Film folgt, futtert man ständig den gepoppten Mais. Und eigentlich kann man sich so durch Popcorn gesundernähren, wie amerikanische Forscher auf der Tagung der »American Chemical Society« meldeten. Denn Popcorn enthält neben einer Menge gesunder Ballaststoffe auch sehr viele Antioxidantien.

Und genau diese Antioxidantien, auch Polyphenole genannt, machen Popcorn gesund. Man vermutet nämlich schon länger, dass Antioxidantien freie Radikale abfangen und so den Alterungsprozess verlangsamen können.

Wenn man beim Filmschauen unbedingt etwas zwischen den Zähnen braucht, ist Popcorn zumindest eher zu empfehlen als manch andere Snacks. Selbst mit etwas Butter ist der knackige Mais im Normalfall noch wesentlich kalorienärmer als fettige Erdnussflips oder Chips. Wenn schon nicht gesund, dann ist Popcorn zumindest gesünder als seine direkten Knabberei-Rivalen.

Aber Vorsicht!

Dies gilt nur, wenn man das Popcorn selbst zubereitet hat und dabei mit Fett, aber vor allem auch mit Salz und Zucker spart.

Fertiges Popcorn enthält meist schlechte Pflanzenfette sowie zu viel Zucker beziehungsweise Salz. Dadurch verpufft der Gesundheitseffekt.

Es spricht aber auch bei einem fertigen Produkt nichts dagegen, gelegentlich zuzugreifen, um einen Genussmoment abzurunden.

Guten Appetit! Eure Nina. Zurück nach oben.


29. Januar 2020: Grünkohl

GrünkohlEs ist doch immer wieder spannend, wie clever manche Pflanzen agieren, um mit ihren äußeren Bedingungen zurecht zu kommen.

Ein fantastisches Beispiel dafür ist der Grünkohl.

Man sagt von ihm, dass er erst dann richtig gut schmeckt, wenn er Frost bekommen hat. Was nach einer Volksweisheit klingt, hat tatsächlich einen biochemischen Hintergrund.

Forscher aus Bremen und Oldenburg konnten feststellen, dass die Grünkohlpflanze sich bei großer Kälte davor schützt, dass das Wasser im Inneren ihrer Zellen gefriert. Dies erreicht sie dadurch, dass sie komplexe (langkettige) Kohlenhydrate aufspaltet und in verschiedene (kurzkettige) Zuckermoleküle umwandelt. Je mehr Zucker im Wasser gelöst ist, um so niedriger ist der Gefrierpunkt des Wassers.

Wir schmecken diese Zucker und empfinden den Grünkohl dadurch als delikater.

Ich wünsche guten Appetit! Zurück nach oben.


22. Januar 2020: Früchtetee

In der Bauchgefühl Community wurde diskutiert, ob und wie viel Zucker Früchtetees enthalten.

Diese Diskussion ist der Anlass für meinen heutigen Tipp der Woche. Früchtetees werben damit, dass sie »zuckerfrei« und damit kalorienarm sind. Dennoch enthalten sie Maltodextrin. Einen Stoff, der ernährungsphysiologisch gesehen ein Zucker ist.

Im Falle von Fakten wie »frei von Zucker« oder ähnlichem handelt es sich um nährwertbezogene Angaben, die rechtlich geregelt sind.

»Zuckerfrei« darf auf einem Lebensmittel stehen wenn es nicht mehr als 0,5 Gramm Zucker pro 100 Gramm bzw. Milliliter Lebensmittel enthält.
»Energiefrei« bzw. »kalorienfrei« oder ähnlich darf es heißen, wenn das Produkt nicht mehr als vier Kilokalorien auf 100 Milliliter liefert.

Solange die Menge an Maltodextrin diese Werte nicht überschreiten, ist der so beworbene Früchtetee nicht zu beanstanden.

Eine Nährwertkennzeichnung ist grundsätzlich für alle verpackten Lebensmittel verpflichtend. So soll gesichert werden, dass der Kunde selbst entscheiden kann, ob er zugreift oder nicht.

Früchtetee ist ein wertvolles, wenn auch leicht zuckerhaltiges Getränk. Man kann ohne Reue zugreifen.

Prost! Zurück nach oben.


15. Januar 2020: Vitamin D

Hallo Zusammen!

Vitamin DWir befinden uns mitten in der dunklen Jahreszeit, die für manche Menschen mehr als anstrengend ist.

Sie fühlen sich müde und erschöpft; manchmal kann dieser Zustand sich wie eine depressive Episode anfühlen.

Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass ich mich wirklich ernsthaft krank gefühlt habe.

Obwohl ich gegen Nahrungsergänzungsmittel bin, habe ich mich zum Selbstversuch entschlossen und ein frei verkäufliches Präparat eingenommen.

Die Wirkung war durchschlagend. Bereits nach einigen Tagen habe ich mich wesentlich kräftiger, gelassener und leistungsfähiger gefühlt.

Im Übrigen weiß man auch, dass Vitamin D Menschen mit körperlichen Beeinträchtigungen helfen kann, Gleichgewichtsstörungen, Stürze und ähnliches zu vermindern.

Was steckt dahinter?

Vitamin D fördert die Aufnahme von Calcium aus dem Magen-Darm-Trakt sowie die Härtung des Knochens. Es hat Einfluss auf die Muskelkraft, reguliert den Calcium- und Phosphatstoffwechsel und ist auch an weiteren Stoffwechselvorgängen im Körper beteiligt. Vitamin D wird beim Menschen unter dem Einfluss von Sonnenlicht in der Haut gebildet. Im Gegensatz zur körpereigenen Bildung hat die Vitamin-D-Zufuhr über die Ernährung nur einen relativ geringen Anteil an der Vitamin-D-Versorgung.

Eigentlich sollte der Körper, wenn wir im Sommer ausreichend, also so viel wie möglich draußen waren und uns, unserem Hauttyp entsprechend an der Sonne (ungeschützt) aufgehalten haben, die Speicher in den Fett- und Muskelzellen soweit aufgeladen haben, dass auch über die dunklen Wintermonate ausreichend Vitamin D vorhanden ist.

Da wir aber im Sommer aus verschiedensten Gründen vielleicht doch nicht ausreichend die Speicher haben aufladen können, kann es im Winter zu einem Vitamin D-Mangel kommen.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung vertritt, wie ich dem Grunde nach auch, die Auffassung, dass eine Nahrungsergänzung nur im absoluten Ausnahmefall erfolgen sollte. Wer sich aber sicher ist, dass er sich nach Eintritt der dunklen Jahreszeit signifikant schlechter fühlt, sollte einen Versuch mit einem Vitamin D-Präparat starten.

Ich wünsche viel Kraft und Vitalität! Zurück nach oben.


3. Dezember 2019: Kunstvolle Kekse mit Tradition

Spekulatius gehört neben Printen und Lebkuchen zu den Symbol- und Bildgebäcken, die untrennbar mit der Weihnachtszeit verbunden sind.
Mit einem Brett prägt der Bäcker Reliefs von Figuren in den Teig.

Der häufigste Vertreter ist der Gewürzspekulatius. Es handelt sich dabei um ein Gebäck aus Mürbeteig, der mit Zimt, Nelke und Kardamom aromatisiert ist.
Die Verzierungstechnik, die auch noch heute zum Einsatz kommt, ist schon aus den Hochkulturen in Griechenland und Ägypten bekannt.

Spätestens seit dem Mittelalter war es in den Klöstern üblich, Formen für die Gebäckherstellung zu schnitzen, die christliche Motive zeigten.

Auch im Bürgertum wurde es Brauch, Bildgebäck herzustellen und dann zu Weihnachten an seine Lieben zu verschenken. Im Rheinland und in Westphalen entstand die Tradition, nicht mehr Lebkuchen oder Honigteig, sondern einen Mürbeteig zu verwenden.

So begann die Geschichte des Spekulatius, der schnell über die Grenzen unseres Landes hinaus bekannt wurde.

Der 6. Dezember ist der Nikolaus- und Spekulatiustag.

Der Begriff Spekulatius stammt vom lateinischen Begriff Speculum ab, was so viel wie Spiegel oder Spiegelbild bedeutet.

Auch die bedruckte Seite des Gebäcks bezeichnete man als Spekulum. Dies könnte entweder auf die verwendeten Modellierbretter hindeuten, oder auf den lateinischen Ausdruck Episkopus speculator, was Bischof heißt.

In den Niederlanden war »Speculaas« ein gebräuchlicher Name für den Heiligen Nikolaus. Früher war es in den Niederlanden gang und gäbe, das Bild des Heiligen Nikolaus von Myra zu verschenken. Später folgten andere Motive. Aus diesem Grund gilt der 6. Dezember dort eben nicht nur als Nikolaus-, sondern auch als Spekulatius Tag.

Spekulatius-Teig besteht in der Regel aus Butter, Mehl, Zucker, Honig, Eiern und Gewürzen. Der Teig wird meist schon einen Tag vorher angesetzt, damit er etwas antrocknen kann. Mit klassischen Modellbrettern werden die Kekse heute aber nicht mehr bearbeitet, da dieses Verfahren zu aufwendig und teuer ist. Um die Motive auf die Kekse zu prägen, dreht der Bäcker den Teig heutzutage durch eine Art XXL-Fleischwolf.

Wie feiert man Nikolaus in den Niederlanden?

Mitte November, drei Wochen vor dem eigentlichen Fest, kommt der Nikolaus mit seinem Dampfschiff (stoomboot) voller Geschenke in den Niederlanden an. Spätestens ab diesem Tag sind die Niederlande in Sinterklaas-Stimmung.

Die Sinterklaas-Feier ist eine alte Tradition, die sich erstaunlich gut hält in der modernen Zeit. Im Mittelpunkt des Geschehens steht eine Gestalt, die zurückgeht auf den griechischen Bischof Nikolaus von Myra aus dem vierten Jahrhundert, Schutzpatron der Kaufleute, der Seefahrer und der Kinder. Sein Gedenktag, also der Tag, an dem er gestorben ist, ist der 6. Dezember.
Sinterklaas reitet – so weiß es jedes niederländische Kind – auf einem Schimmel bei Dunkelheit über die Häuserdächer und bringt Geschenke und Süßigkeiten. Ihm wird dabei zur Seite gestanden durch die so genannten Zwarte Pieten. Diese schwarzen Helfer in bunter Kleidung klettern durch die Schornsteine und liefern die Päckchen ab, zumindest bei den Kindern, die »artig« gewesen sind 😉

Jedes Jahr wieder macht er sich in der dunklen Jahreszeit mit seiner Gefolgschaft aus Zwarten Pieten für die Reise von seiner Residenz in Spanien in die Niederlande und nach Belgien auf.

Von Mitte November an, nach der offiziellen Ankunft von Sinterklaas im Land, stellen die niederländischen Kinder abends regelmäßig einen Schuh in den Hausflur (früher an den Kamin, aber den gibt es heutzutage in den wenigsten Häusern). Oft steckt darin eine selbstgemachte Zeichnung für Sinterklaas oder auch eine saftige Karotte für das treue Pferd.

Morgens, gleich nach dem Aufwachen, rennen sie erwartungsvoll zu ihren Schuhen um zu schauen, was Zwarte Piet ihnen hineingelegt hat. Meistens sind das Süßigkeiten, Nüsse oder Mandarinen.

»Je schoen zetten« nennt man diese Tradition.

Viel Spaß in den nächsten Tagen wünscht Ihnen ihre Nina. Zurück nach oben.


13. November 2019: Gute und schlechte Lebensmittel

Hallo Zusammen,

zu meiner großen Freude haben es jetzt auch die großen Ernährungsorganisationen erkannt ! Es gibt keine guten oder schlechten Lebensmittel. Dies bedeutet, dass es eine Veränderung in der klassischen Ernährungsberatung geben wird.

Sicher ist es nach wie vor vorteilhaft, möglichst clean zu essen und bezüglich guter Kohlenhydrate zu Vollkorn zu greifen. Sicher ist auch weiterhin, dass ein zu viel, von was auch immer, in jedem Fall ungünstig ist.

Aber jetzt kommen wir zu der neuen Sichtweise. Mein Lieblingssatz »die Dosis macht das Gift«, ist jetzt auch in der klassischen Ernährungsberatung angekommen.

Süßigkeiten, Softdrinkt und Fastfood sind zukünftig nicht mehr böse, sondern werden geduldet. Dies wird vermutlich dazu führen, dass Ernährungspläne, die so etwas bislang völlig ausgeschlossen haben, sich grundlegend verändern und bald völlig out sein werden.

Nachteilig für die Ratsuchenden könnte aber auch sein, dass die Orientierung und die Änderung der Ernährungsgewohnheiten im ersten Augenblick schwieriger werden. Da es keine Verbote gibt, gibt es auch mehr Schlupflöcher, um sich selbst zu betrügen.

Dennoch freut es mich, den psychologisch sind verbotene Lebensmittel ein Problem. Was verboten ist, das ist ja allgemein bekannt, hat immer einen ganz besonderen Reiz. Bein Essen bedeutet das, dass die Lebensmittel, die verboten sind, besonders in den Blick geraten.

Und dann geht es richtig los! Die Gedanken kreisen nur um das, was verboten ist.

Ich erhoffe mir von der neuen Orientierung der Ernährungswissenschaft, dass Abnehmen und Co. zukünftig leichter und entspannter werden.

Mein ultimativer Tipp dazu: Gönnt euch jeden Tag eine kleine Schweinerei. Dann werdet ihr zufrieden sein und eine alltagstaugliche gute Ernährung mit Genuss ist eine Kleinigkeit.

Ich wünsche euch allen einen ausgewogenen Ernährungstag ! Zurück nach oben.


30. Oktober 2019: Kürbis

Hallo Zusammen,

Das Foto zeigt einen leckeren Kürbis.passend zu Halloween soll es heute um den Kürbis gehen. Er eignet sich nicht nur, um Gesichter hinein zu schneiden, um schöne Laternen zu erhalten, er ist auch wertvoll in unserer Ernährung.

Allen Kürbissen ist gemeinsam, dass sie zu 90 Prozent aus Wasser bestehen. Dadurch sind sie sehr kalorienarm.

Unter anderem liefern sie Kalium, das für die Erregbarkeit unserer Nervenzellen notwendig ist. Außerdem enthalten sie viel Eisen, das unser Körper vor allem für den Sauerstofftransport im Körper benötigt. Die orange Färbung erhalten die Kürbisse durch das in großer Menge vorhandene Beta-carotin (β-Carotin), was die Vorstufe zu Vitamin A ist. Vitamin A wiederum benötigt unser Organismus zur Gesunderhaltung von Haut, Augen, und Schleimhäuten.

Kürbis ist in der Regel sehr bekömmlich. In der Herbstküche erfreut er sich großer Beliebtheit.

Die Kürbiskerne finden nebenbei auch Verwendung in der Pflanzenheilkunde.
Kürbisse sind eine der ältesten Kulturpflanzen der Welt. Bereits um 10 000 vor Christus bauten die Menschen sie an. Das belegen Kürbissamen aus vorgeschichtlicher Zeit, die Archäologen in Mittel- und Südamerika gefunden haben. Für Europa können Forscher den Anbau seit dem 16. Jahrhundert nachweisen. Heute zählt man rund 850 verschiedene Arten von Kürbissen. Zu ihnen gehören auch solche, die weder wie typische Kürbisse aussehen noch so schmecken: beispielsweise die Zucchini.

Die botanische Bezeichnung für Kürbisse ist Cucurbita. Die meist einjährigen, krautigen Pflanzen bilden eine eigene Gattung in der Familie der Kürbisgewächse. Ihre Früchte sind eigentlich sehr große Beeren – sogenannte Panzerbeeren. Sie enthalten vielen Samen und wachsen an meist bis zu 50 Zentimeter hoch rankenden Pflanzen. Einzelne Exemplare dieser an Formen, Farben und Aromen überreichen Gemüsesorte können ein Gewicht von über 500 Kilogramm erreichen. Die wichtigsten Arten der Speisekürbisse sind Riesen-, Garten- und Moschus-Kürbis.

Dann also – an den Kürbis, fertig, los! Zurück nach oben.


23. Oktober 2019: Birne (Teil 2)

Hallo Zusammen,

Das Foto zeigt eine Nashi-Birne.heute kommt Birne teil zwei. Die Nashi-Birne kommt ursprünglich aus Japan. Sie wird deshalb japanische oder auch chinesische Birne genannt. Manchmal nennt man sie auch Apfelbirne, weil sie von der äußeren Form her mitunter einem Apfel mehr ähnelt als der Birne.

Sie wird reif geerntet und hat dann eine blasse gelbe Farbe. Der erfrischende süße Geschmack erinnert stark an reife Birnen.

Die Nashi wird meist roh verzehrt und dann wie ein Apfel oder eine Birne vorbereitet und gegessen. Sie passt sehr gut zu Rohkostsalaten. Aber auch in Obstsalaten oder Desserts macht sie eine gute Figur. Für Kompott ist sie gekocht hervorragend geeignet.

Kühl aufbewahrt hält sich die Nashi mehrere Wochen. Bei Zimmertemperatur etwa 14 Tage.

Die Nashi Birne enthält Vitamin C, Magnesium, Kalium, Calcium und Phosphor. Wenn man die Kalorien betrachtet, so sind in 100 Gramm 32 kcal enthalten. Ihr Wassergehalt liegt bei 60 Prozent, sie enthält acht Gramm Kohlenhydrate und kein Fett.

Ich wünsche euch guten Appetit! Die Nashi ist wirklich super. Vor allem tropft sie nicht so stark wie die Birne und ist deshalb super für unterwegs. Zurück nach oben.


16. Oktober 2019: Die Birne

Hallo Zusammen,

Das Foto zeigt eine Birne.jeder weiß, dass man Äpfel nicht mit Birnen vergleichen soll. Deshalb werden wir das heute auch nicht tun. Da Herbstzeit aber nicht nur Apfel sondern auch Birnenzeit ist, wollen wir heute mal ausführlich der Birne unsere Aufmerksamkeit widmen.

Birnen haben ihren Ursprung im Kaukasus und Anatolien. Die ersten Sorten sollen bereits vor 3 000 Jahren in Griechenland kultiviert worden sein. Die Sorten haben Namen wie Clapps Liebling, Abate Fetal, Gute Luise oder Conference.

Die Birne ist ein Kernobstgewächs und gehört wie Äpfel, Aprikosen und Mandeln zur Familie der Rosengewächse.

Im Gegensatz zu Äpfeln, die mit 4 bis 15 Gramm Fruchtsäure auf 1 Liter Saft sehr säurehaltig sind, ist die Birne mit ihren 1 bis 3 Gramm Fruchtsäure auf ebenfalls 1 Liter Saft sehr mild. Sie sind dadurch schonender zu den Zähnen und für säureempfindliche Menschen sehr bekömmlich. Gekocht finden sie daher gern in der Schonkost Verwendung. Durch ihren hohen Gehalt an Ballaststoffen sind sie sehr sättigend. Außerdem wirken die Ballaststoffe verdauungsfördernd.

Die Birne hat mit 52 Kalorien pro 100 Gramm weniger Kalorien als der Apfel. Wegen dem hohen Fruchtzuckeranteil sind Birnen außerdem super Energielieferanten.

Die Frucht ist außerdem reich an Vitaminen. Das Vitamin C einer Birne deckt etwa sieben Prozent des Tagesbedarfs eines Erwachsenen. Folsäure, ein Vitamin des B-Komplexes, fördert insbesondere die Blutbildung und spielt eine Rolle beim Aufbau von Glückshormonen (zum Beispiel Serotonin). Die Birne ist zudem Lieferant vieler wichtiger Mineralstoffe wie Eisen, Kalium, Kupfer, Jod, Magnesium, Phosphat und Zink. Durch den hohen Gehalt an Kalium wirkt die Frucht entwässernd und lindert Nieren- und Blasenprobleme. Wie beim Apfel befinden sich die meisten Vitamine auch bei der Birne unter der Schale. Wenn möglich, sollte sie deshalb mit Schale gegessen werden.
Das Reifen der Birne geschieht von innen nach außen. Das bedeutet, dass sich die Schale fester anfühlt als das Fruchtfleisch. Ob eine Birne reif ist, sollte daher durch leichtes drücken am Stielansatz und nicht am Körper getestet werden. Gibt die Birne etwas nach, ist sie reif.

Schreibt doch mal, wie euch Birnen so schmecken und wie ihr sie verwendet.

Eure Nina. Zurück nach oben.


9. Oktober 2019: Heute geht es um den Kohl

Hallo Zusammen,

heute geht es um den Kohl. Er ist, wie viele gesunde Lebensmittel, oft ungeliebt und unterschätzt.

Nun aber, wo erbst und Winter vor der Tür stehen, liefert er uns viele wertvolle Stoffe, die wir dringend brauchen, um die kalte Jahreszeit zu überstehen.
Der Kohl ist ein sehr vielseitiges und äußerst gesundes Gemüse. Er verfügt über Wirkstoffe, die Entzündungen hemmen oder auch vor Krebs schützen.
Der Kohl (Brassica) gehört zur Familie der Kreuzblütengewächse, ganz gleich ob das nun der Blumenkohl ist, der Brokkoli, der Grünkohl, der Weißkohl oder der Wirsing. Gerade die Kreuzblütengewächse und damit auch unsere Gemüsekohlarten sind für ihre enorm gesunden Eigenschaften bekannt, insbesondere in der Prävention von Krebs und chronisch entzündlichen Erkrankungen.

Kohlgemüse sieht zwar recht unterschiedlich aus, weist in Bezug auf die Zusammensetzung der Makronährstoffe (Kohlenhydrate, Fett, Protein) jedoch kaum Unterschiede auf. So bestehen alle Kohlvarianten zu rund 90 Prozent aus Wasser, enthalten pro 100 Gramm frischem Gemüse sehr wenig Fett (zwischen 0,1 und 0,3 Gramm) und etwa 3 Gramm gesunde Ballaststoffe.

Auch der Kohlenhydratgehalt ist grundsätzlich gering: Der Weißkohl zeigt sich mit rund 4 Gramm von der etwas lieblicheren Seite, während der mächtig wirkende Blumenkohl nur 2 Gramm Kohlenhydrate enthält.

Der Kaloriengehalt liegt dementsprechend lediglich zwischen 23 und 25 kcal, nur der zierliche Rosenkohl bringt mit 36 kcal ein klein wenig mehr auf die Waage.

Der Proteingehalt schwankt je nach Kohlart: In 100 Gramm sind zwischen 1 und 4 Gramm Eiweiß enthalten, wobei der Rosenkohl den höchsten Gehalt aufweist.

In Bezug auf die Mikronährstoffe (Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente) zeigt sich bei den diversen Kohlvarietäten ebenfalls ein mehr oder weniger einheitliches Bild, nämlich ein relativ hoher Vitamingehalt. Zu den wichtigsten Vitaminen im Kohlgemüse gehören zum Beispiel das Betacarotin, die Vitamine der B-Gruppe sowie die Vitamine C und K.

Doch so manches Kohlgemüse hebt sich in Bezug auf einzelne Vitamine dennoch deutlich von den anderen Varianten ab. Alle nachfolgenden Angaben beziehen sich auf 100 Gramm frisches Gemüse.

Der Brokkoli und der Rosenkohl enthalten besonders viel Vitamin C. In 100 Gramm stecken rund 115 Milligramm des Antioxidans, wodurch ganze 115 Prozent der empfohlenen Tagesdosis (RDA) gedeckt werden können. Der Weißkohl hat mit 45,8 Milligramm den niedrigsten Wert. Der Weltmeister unter den Lieferanten wir Vitamin C ist aber die Paprika.

Der Grünkohl ist in puncto Betacarotin das beste Kohlgemüse: 100 Gramm liefern davon über 5 000 Mikrogramm (258 Prozent der RDA). Daraus kann der Organismus so viel Vitamin A umwandeln, dass der tägliche Bedarf zu 100 Prozent erfüllt wird. Im Gegensatz dazu stecken im Blumenkohl lediglich 10 Mikrogramm Betacarotin (0,5 Prozent der RDA).

Große Unterschiede zeigen sich auch in Hinblick auf den Vitamin-K-Gehalt: Absoluter Spitzenreiter ist hierbei der Rosenkohl mit erstaunlichen 250 Mikrogramm Vitamin K, so dass die RDA zu 357 Prozent erfüllt werden kann. Im Vergleich dazu stecken im Kohlrabi nur 7 Mikrogramm Vitamin K.

Dann also an die Köpfe, fertig, los! Zurück nach oben.


2. Oktober 2019: Herbstzeit ist Apfelzeit

Hallo Zusammen,

Herbstzeit ist Apfelzeit, zumindest dann, wenn es unsere einheimischen Sorten betrifft.

Apfel»One apple per day keeps the doctor away.« Eine alte Weisheit, die schon meine Lehrer in der Schule von sich gegeben haben.

Da ich nicht gern Äpfel esse, hat mich dieser Satz nicht sonderlich beeindruckt. Aber gemeinsam mit Ihnen schaue ich mir das gern einmal an.

Zunächst sagt man dem Apfel nach, das er in der Lage ist, den Cholesterinspiegel zu senken. Das ist vermutlich auch der Grund, warum er medizinisch im Volksmund so gelobt wird, denn er dürfte so tatsächlich einen wichtigen Beitrag zur Volksgesundheit leisten.

Im Sinne einer guten Ernährung hat der Apfel in jedem Fall schon einmal den Vorteil, dass er »clean« ist. Das heißt, dass er nicht aus der Industrie entstanden ist. Er wächst einfach so an einem Baum.

Ökologisch macht es natürlich immer Sinn, den Apfel aus der Region zu konsumieren, also erst dann, wenn er hier bei uns auch tatsächlich wächst. Im Spätsommer und im Herbst. Das schont in hohem Maße unsere Umwelt.

Wer kalorienbewusst essen möchte, liegt mit dem Apfel gut. Er liefert auf 100 Gramm nur 52 Kilokalorien bzw. 218 Kilojoule. Zu 85 Prozent besteht er aus Wasser.

Wie bei Früchten nicht untypisch, liefert der Apfel nur sehr geringe Mengen an Eiweiß und Fett.

Er bringt aber auf 100 Gramm 11,4 Gramm Kohlenhydrate, davon 10,3 Gramm Zucker.

Zum Zucker ist dringend zu sagen, dass dieser natürlich aus der Frucht stammt und somit ohne Reue aufgenommen werden kann. Dieser Wert zeigt aber auch, warum die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt, bei den fünf Portionen Obst und Gemüse, die am Tag gegessen werden sollten, lediglich zwei Obstportionen aufzunehmen. Denn auch Zucker, der natürlicherweise aus Obst aufgenommen wird, ist Zucker.

Von den so wichtigen Ballaststoffen, von denen wir täglich gern 30 Gramm aufnehmen dürften, liefern 100 Gramm Apfel 2,4 Gramm.

Auch was die Vitamine betrifft, muss der Apfel sich nicht verstecken. Er liefert wasserlösliche Vitamine mit B1, B2, B6, Vitamin C und Vitamin E.

An Mineralstoffen liefert er Eisen, Kalium, Magnesium, Natrium und Zink.

Die ursprüngliche Heimat des Apfels liegt vermutlich in Südwestchina. Andere Quellen sprechen vom Kaukasus, dem Balkan oder dem Gebiet östlich des schwarzen Meeres als Wiege des Kernobstes. Über Handelswege verbreitete sich die Frucht über die gesamten gemäßigten Zonen der Welt. In Mitteleuropa stammen die ältesten Apfelüberreste aus der Jungsteinzeit. Äpfel werden kultiviert, seitdem es Menschen gibt. Die Perser züchteten erste Kultursorten. Heute ist der Apfel mit einem durchschnittlichen Pro-Kopf-Verzehr von etwa 17 Kilo im Jahr das Lieblingsobst der Deutschen.

Heute gibt es weltweit etwa 20 000 verschiedene Sorten, die sich deutlich voneinander unterscheiden in Geschmack, Konsistenz und teilweise auch im Nährwertgehalt. Beliebte Sorten sind zum Beispiel Braeburn, Elstar, Jonagold und Gala. Bekannte Anbaugebiete in Deutschland sind das Alte Land bei Hamburg und die Gegend rund um den Bodensee.

Guten Appetit! Zurück nach oben.


24. September 2019: Fleischersatz

Hallo Zusammen!

Die Menschheit konsumiert zu viel Fleisch. Eine These, über die sich vermutlich alle einig sind. Was liegt da näher, als Fleischersatzprodukte zu essen?

Auch die Industrie ist dahinter gekommen und serviert uns in den Regalen alles, was das Fleischesserherz begehrt. Neben fleischlosen Burgern gibt es auch Schnitzel, Würstchen, Geschnetzeltes Aufschnitt und so weiter.

Damit auch die Fleischliebhaber zugreifen, sieht es aus wie Fleisch und soll auch so schmecken. Außerdem wird immer wieder mit ökologischen und gesundheitlichen Aspekten geworben. Aber was essen wir da eigentlich? Wie gesund ist es? Und wie ist es mit der Nachhaltigkeit?

Letzteres zuerst: Ökologisch sind die pflanzlichen Fleischalternativen die Sieger. Die Aufzucht und Haltung von Tieren ist wesentlich schlechter in der Ökobilanz. Außerdem lassen sich die Pflanzen schneller und nachhaltiger nachzüchten.

Das ist aber auch schon der größte Vorteil vom Fleischersatz. Die Produkte sind häufig sehr salz- und fetthaltig, was beides ernährungsphysiologisch unvorteilhaft ist.

Der Fleischgeschmack entsteht neben Fett und Salz aus Geschmacksverstärkern, auch wenn diese natürlichen Ursprungs sind. Es bleiben Geschmacksverstärker.

Fleisch ist eiweißhaltig, wie auch der Fleischersatz. Das Eiweiß stammt je nach Produkt aus Pflanzen wie Soja, oder Erbsen und ähnlichem…  Oft handelt es sich aber auch um isuliertes Hühnereiweiß, das mit Gelatine oder pflanzlichen Bindemitteln angedickt und zusammengefügt wird.

Wichtig zu wissen ist auch, dass diese Produkte meist eine sehr lange Zutatenliste haben, was für eine hohe industrielle Verarbeitung spricht. Wer möglichst clean essen möchte, sollte seinen Fleischkonsum reduzieren und mehr zu anderen Eiweißquellen wie Hülsenfrüchten, Pilzen, Eiern und Milchprodukten greifen.

Wer ökologisch denkt und nicht auf einen Effekt im Sinne einer Diät hofft, kann selbstverständlich gern mal probieren. Die Produkte sind nicht wirklich gesund, sie sind aber auch nicht schädlicher als andere Nahrungsmttel aus der Industrie. Ich allerdings möchte diese Produkte nicht gern probieren.

Gruß und guten Appetit! Zurück nach oben.


20. September 2019: Wird der Fettstoffwechsel im Alter
langsamer?


Hallo Zusammen!

Ein Stück Speck.Heute geht es an den Speck: Lässt Fettabbau im Alter nach? Stimmt es, dass wir zwangsläufig im Alter dicker werden?

Was immer als Ausrede galt, ist nun wissenschaftlich belegt. Mit dem Älterwerden nehmen wir zwangsläufig zu, wenn wir die gleiche Menge
an Lebensmitteln essen, wie in jüngeren Jahren.

Der Grund dafür ist, dass der Fettstoffwechsel im Alter langsamer läuft und
gespeichertes Fett schlechter abgebaut wird. Dies haben schwedische
Wissenschaftler herausgefunden und berichten darüber im Magazin Nature Medicin.

Das mit der Nahrung aufgenommene Fett wird, sofern es nicht direkt benötigt
wird, in den Fettzellen gespeichert. Diese machen etwa 90 Prozent des weißen Fettgewebes an unserem Körper aus. Laufend wird altes Fett vom Organismus genutzt und entsprechend wieder Neues eingelagert.

Im Rahmen der schwedischen Forschungen wurden 54 Menschen untersucht. Ihnen wurde im Laufe von 13 Jahren zweimal Proben des Fettgewebes entnommen. Die kleine Studie zeigte, dass sich mit zunehmendem Alter der Fettabbau verlangsamte. Dabei spielte es keine Rolle, ob die Probanden ihr Gewicht gehalten, oder ob sie zu- oder abgenommen hatten. Die Studienteilnehmer, die ihre Kalorienzufuhr nicht im Laufe der Jahre verringert hatten, nahmen um 20 Prozent zu.

Diese und weitere Beobachtungen, die an stark übergewichtigen Menschen
gemacht wurden, die eine Verkleinerung des Magens hatten vornehmen lassen, legen den Schluss nahe, dass es in unserem Fettgewebe Faktoren gibt, die unabhängig von anderen Faktoren das Körpergewicht im Alter beeinflussen.

Kritiker bemängeln, dass die Studie zu klein sei, um tatsächlich verwertbare
Erkenntnisse zu gewinnen. Sie macht aber deutlich, dass eine bewusste
Ernährungsweise sich positiv auf das Gewicht auswirken kann. Dies vor allem
dann, wenn sportliche Aktivitäten und die allgemeine Alltagsbewegung nur
eingeschränkt möglich sind.

Gruß und bis nächste Woche. Zurück nach oben.


10. September 2019: Wie viel Eiweiß braucht der Mensch?

Hallo Zusammen!

Obige Frage ist recht einfach zu beantworten. Das Körpergewicht mal 1,2 ergibt den Tagesbedarf. So viel Gramm Eiweiß sollte man mindestens am Tag aufnehmen. Es ist also die absolute Untergrenze.

Jeder Mensch braucht Eiweiß. Es ist, im Gegensatz zu Kohlenhydraten, ein lebenswichtiger Nahrungsbaustein. Wer Sport macht, oder andere Höchstleistungen zu bewältigen hat, zum Beispiel schwere körperliche Arbeit, muss wesentlich mehr Eiweiß zu sich nehmen. Die Zahl, mit der man das Körpergewicht multipliziert, sollte dann höher liegen, etwa bei 1,5 bis 2, je nach körperlicher Belastung.

Diese Zahlen gelten, das ist wichtig, nur für Menschen, die nicht krankhaft übergewichtig sind.

Der Durchschnittsbürger isst, das zeigen Statistiken, zu kohlenhydratlastig und nimmt häufig zu wenig Eiweiß auf. Hilfreich ist es hier, wenn  man sich angewöhnt, zu jeder Hauptmahlzeit auch eine Eiweißquelle zu essen. Das kann Fleisch sein, Fisch oder Hülsenfrüchte, oder auch ein Milchprodukt wie Quark, Joghurt oder Käse.

Eiweiß ist sehr sättigend. So kann man mutig die Kohlenhydrate reduzieren, das Eiweiß in die Mahlzeit einbinden und muss keine Angst haben, nicht satt zu werden. Auch ist der nachfolgende Hunger nicht mehr so drängend, weil durch den Genuß von eiweißhaltigen Lebensmitteln Blutzuckerspitzen, die zu Heißhunger führen, verhindert werden.

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3. September 2019: Ernährungsumstellung

Hallo Zusammen!

Innerer SchweinehundDie Ernährung umzustellen ist schwierig. Schon deshalb, weil unser Gehirn und unser Unterbewusstsein gern an alten Gewohnheiten festhalten, die nur sehr langwierig zu verändern sind. Der innere Schweinehund lässt uns unsere Verhaltensmuster ausleben, weil er dafür sorgen möchte, dass wir unseren Alltag möglichst entspannt bewältigen.

Wenn wir uns vor etwas drücken, empfinden wir ihn als unseren Feind. Eigentlich ist er aber ein Freund, der uns davor schützt, uns zu überfordern. Aber welches Problem hat er mit der Ernährungsumstellung?

Alles, was wir neu lernen, auch anderes Essverhalten, erfordert Aufmerksamkeit. Aufmerksamkeit wiederum fordert Energie, die dann wo anders fehlt. Das Ergebnis ist, dass wir Appetit auf kurzkettige Kohlenhydrate wie z. B. auf Zucker bekommen.

Außerdem kann Lernen auch ein Stressfaktor sein. Wenn das so ist, wird zusätzlich noch Kortisol ausgeschüttet. Das wiederum verhindert jede Fettverbrennung.

Wie wir da heraus kommen, ist ganz einfach. Unser innerer Schweinehund sollte schnell in die Hundeschule. Wie bei jedem Haushund auch, sollte das Training nicht übertrieben werden. Ein bis zwei Tage reichen zunächst völlig aus.

Wenn man es umsetzt, sich an den »Trainingstagen« möglichst gesund und ausgewogen zu ernähren, ist schon viel erreicht. Was kleinschrittig gelernt wird, wird dem Schweinehund eines Tages gefallen und wird dann zu einer Gewohnheit werden, die auch an vier bis fünf Tagen möglich ist.

Es sollte aber auch nicht das Ziel sein, sieben perfekte Tage zu erreichen. Es sollte auch noch Spielraum bleiben, um gelegentlich mal unperfekt zu sein.

Ich wünsche viel Spaß beim Training! Zurück nach oben.


28. August 2019: Melatonin in Lebensmitteln

Hallo Zusammen!

Die Abbildung zeigt die Strukturformel von Melatonin.Schlafprobleme sind eine Volkskrankheit. Stress und Reizüberflutung sorgen dafür, dass wir immer schlechter schlafen.

In besonderer Weise sind blinde und sehbehinderte Menschen von Störungen betroffen, die den Schlaf-Wach-Rhythmus beeinträchtigen.

Melatoninpräparate, die auch rezeptfrei zu haben sind, sind neben chemischen Schlafmittel und Kräutern wie Baldrian und Hopfen auf dem Vormarsch. Aber auch mit einer sinnvollen Ernährung kann man dem Organismus helfen, auf natürliches Melatonin zuzugreifen.

Viele Lebensmittel enthalten Inhaltsstoffe, die den Schlaf positiv beeinflussen können. Dazu gehören unter anderem das Schlafhormon Melatonin oder auch die Aminosäure Tryptophan. Zu den Lebensmitteln, die beim Schlafen helfen können, zählen Kirschen, Milch, Nüsse, Lachs und Bohnen.

Sommerzeit ist Kirschenzeit. Die kleinen roten Früchte speichern nicht nur viele Vitamine und schmecken gut. Sie gelten auch als entzündungshemmend und als natürliche Melatoninquelle. Eine 2001 im »Journal of Agricultural and Food Chemistry« veröffentlichte Studie hat gezeigt, dass beispielsweise der Melatonin-Gehalt der Montmorency-Sauerkirsche etwa 13,5 mg pro Gramm Fruchtfleisch betragen kann.

Milch enthält natürliches Melatonin. Ein altes Hausmittel, auf das schon Großmutter setzte. Im Handel gibt es spezielle Nachtmilchkristalle, die aufgelöst in Wasser einen wirksamen Schlummertrunk ergeben sollen.

Wer unter Schlafstörungen leidet, kann es ebenso vor dem Einschlafen mit einer Hand voll Walnüsse probieren. Dies raten Neurologen der Universität San Antonio in Texas. Die Studie unter der Leitung des Wissenschaftlers Russel J. Reiter ergab, dass Walnüsse eine gute Quelle für Melatonin sind und der Körper das in der Walnuss enthaltene Melatonin leicht aufnehmen kann. Wenn Walnüsse konsumiert werden, steigt der Melatonin-Blutspiegel um das Dreifache an, bemerkt Reiter.

Lachs enthält die mehrfach ungesättigte Fettsäure Docosahexaensäure (DHA), die zur Klasse der Omega-3-Fettsäuren gehört. DHA kann helfen, die körpereigene Melatoninproduktion anzuregen. Melatonin steuert unter anderem den menschlichen Tag-Nacht-Rhythmus. Neben Lachs enthalten auch andere fette Seefische DHA – wie etwa der Hering.

Bohnen und anderes Gemüse enthalten eine Vielzahl von B-Vitaminen, inklusive B6 und B12 sowie Folsäure. Diese unterstützen den Körper dabei, den Schlafzyklus zu regulieren und Serotonin zu produzieren. Serotonin wiederum ist ein wichtiger Ausgangsstoff für die Herstellung des Schlafhormons Melatonin, das Menschen bei Dunkelheit vermehrt ausschütten.

Ich wünsche allen einen guten Schlaf!

Nina Schweppe Zurück nach oben.


20. August 2019: Kleine süße Pillen, süßes Pulver

Hallo Zusammen,

heute also geht es um kleine süße Pillen oder Pulver: Diese »Wundermittel« machen süß, ohne Kalorien.

Reine Fruktose ist schon süßer als Haushaltszucker. Andere Süßstoffe süßen noch um ein x-Faches stärker. Aspartam ist 200-mal so süß, Advantam 30 000-mal.

Süßstoffe haben die unangenehme Eigenschaft, dass sie einen Beigeschmack von bitter über metallisch bis hin zu lakritzartig mitbringen. Dieser Beigeschmack muss im fertigen Lebensmittel möglichst überdeckt werden, da es sonst fremdartig schmecken würde. Dieser Nebeneffekt wäre schlecht für den Umsatz. Weil Stevia (E 960) z. B. wie Karamell oder Lakritz schmeckt, hat es sich als natürlicher Süßstoff nicht durchgesetzt.

Viele Süßstoffe werden aus Pflanzen, Zitrusfrüchten oder dem Zucker selbst gewonnen. Zu Sacharin allerdings sollte man wissen, dass es aus Erdöl erzeugt wird.

Die Süße kommt dabei aus der Molekularstruktur des Stoffes. Die Rezeptoren auf der Zunge reagieren entsprechend auf die chemische Form und signalisieren den süßen Geschmack an das Gehirn.

Weil die Süßkraft so groß ist, wird nur eine sehr geringe Menge Süßstoff benötigt, um ein Lebensmittel süß schmecken zu lassen. Das ist günstig für die Industrie.

Süßstoffe werden großenteils in unserem Organismus nicht verstoffwechselt. Sie werden unverändert ausgeschieden.

Sie sind aber umstritten. Es werden z. B. bei Aspartam Kopfschmerzen und Gedächtnisstörungen beschrieben, es soll Krebs fördern. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (Efsa) hingegen hat Süßstoffe als unbedenklich eingestuft.

Man weiß aber, dass Süßstoffe die Darmflora verändern und damit Auswirkungen auf den Blutzuckerspiegel haben können. Es ist also unbedingt zur Sparsamkeit zu raten.

Entgegen langläufiger Meinungen helfen Süßstoffe auch nicht beim Abnehmen.

Wer aus gesundheitlichen Gründen nicht muss, sollte aus meiner Sicht dringend auf Süßstoffe verzichten und lieber etwas weniger Zucker konsumieren.

Süße Grüße

Nina Zurück nach oben.


14.8.2019: Zucker

Hallo Zusammen,

nach einer längeren Sommerpause und meinem Seminar in Wernigerode geht es jetzt mit den Tipps der Woche weiter. Den Anfang macht heute der Zucker.

WürfelzuckerZucker ist Zucker, egal, welchen Decknamen er trägt. Es gibt auf Zutatenlisten ca. 70 Bezeichnungen für das, was ernährungsphysiologisch Zucker ist.

Auch Honig und Agavendicksaft sind streng genommen einfach nur Zucker. Diese beiden liefern zwar auch Vitamine und ähnliches mit. Der Inhalt ist aber so gering, dass man für einen wirklichen ernährungsphysiologischen Nutzen so viel Honig essen müsste, dass es hochgradig unverträglich ist.

Der Industrie wird vorgeworfen, dass sie unter den verschiedenen Bezeichnungen versucht, den Zucker zu verstecken. Er kann aber auch ein Zusatzstoff sein, der einem Lebensmittel seine Qualität gibt. Glukosesirup z. B. macht Eis cremig, was der Haushaltszucker nicht so gut kann.

Der Haushaltszucker (Saccharose) ist ein Zweifachzucker. Das Molekül besteht aus einem Teil Glukose (Traubenzucker) und einem Teil Fructose (Fruchtzucker). Wenn er nicht aus der Natur – also aus zuckerhaltigen Pflanzen wie Zuckerrohr oder Zuckerrübe stammt – dann wird er aus Stärke gewonnen. Stärke besteht aus Glukosebausteinen (Einfachzucker). Das ist der kleinste Baustein, in den unser Körper die mit der Nahrung aufgenommenen Kohlenhydrate zerlegen muss, um sie weiter zu verwerten.

Die Grundelemente, aus denen die unterschiedlichen Zucker zusammengesetzt sind, sind Kohlenstoff, Sauerstoff, Wasserstoff. Die unterschiedliche Zusammensetzung entscheidet über die Eigenschaft, wie z. B. den Süssungsgrad des Zuckers.

Unser Körper verstoffwechselt jeden Zucker anders. Diese Tatsache hilft Diabetikern, plagt dafür aber Menschen mit Unverträglichkeiten.

Die Industrie mischt sich passgenau ihren Zuckersirup. So ein Cocktail heißt dann Glukosesirup, Glukose-Fruktose-Sirup, Invertzucker, Traubensüße, Gerstenmalz, Karamellzuckersirup, Süßmolkenpulver, Dicksaft etc.

Nicht nur in Süßigkeiten und Desserts, auch in Soßen, Suppen und Wurst befindet sich Zucker. In der Wurst dient er in Form von Laktose (Milchzucker) z. B. als Produktionshelfer.

Schaut man auf eine Zutatenliste, steht immer das Lebensmittel an erster Stelle, das den größten Anteil hat. Zucker rutscht durch die vielen unterschiedlichen Bezeichnungen in der Nennung immer weiter nach hinten. Da auch mehrere Zucker in einem Produkt zu finden sein können, verringert sich der Anteil des Einzelnen, so dass der Zucker in seinen Verkleidungen unscheinbarer wird. So ist oft undurchsichtig, wie viel Zucker ein Produkt enthält.

Die unterschiedlichen Zucker geben einem Nahrungsmittel seine Eigenschaften. So bestimmen sie das Mundgefühl, verändern den Gefrierpunkt, Invertzucker hält beispielsweise Weingummi weich.

Wir essen im Jahr etwa unser halbes Körpergewicht an Zucker. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt weniger als ein Drittel davon, als Tageshöchstdosis werden 25 Gramm genannt.

Verzuckerte Grüße schickt euch Nina.


25. Juni 2019: Waiprotein

Hallo Zusammen,

ihr wisst, dass ich eine sehr klare Linie fahre, was Nahrungsergänzungsmittel betrifft. Eigentlich kommt mir so etwas nicht in die Tüte.

Aber da es von jeder Regel eine Ausnahme gibt, stelle ich euch heute etwas vor, was tatsächlich in diesen Bereich gehört. Es geht um das Waiprotein.

Es handelt sich dabei um isoliertes Milcheiweiß, das es in Pulverform zu kaufen gibt.

Viel benutzt wird es im Fitnessbereich vor allem von Kraftsportlern.

Ein bis zwei Löffel Pulver in 250g Joghurt eingerührt ergeben eine sättigende Mahlzeit. Der Joghurt wird dadurch cremig und leicht.

Durch das Pulver erhöht man den natürlichen Eiweißgehalt des Milchproduktes (man kann auch Quark, Milch usw. nehmen), weshalb das Ganze dann sättigender wird. Der Körper hat viel Arbeit damit, das Eiweiß zu verarbeiten und ist deshalb lange zufrieden.

Man kann das Ganze noch mit Früchten oder flocken anreichern, oder einfach pur genießen.

Im Reformhaus bekommt man das Waiprotein meist ohne Geschmackszusatz. Rührt man das neutrale Pulver ein, schmeckt es neutral wie Milch. Man kann es aber auch in allen erdenklichen Geschmacksrichtungen bekommen. Im Internet kann man in entsprechenden Shops viel davon finden.

Vor allem, wenn man Kalorien reduzieren möchte, kann es helfen, Waiprotein zu benutzen. Da es sich um das reine Milcheiweiß handelt, läuft man nicht Gefahr, anders als bei im Handel erhältlichen Diätshakes, Vitamine und Spurenelemente falsch zu dosieren.

Ich wünsche viel Spaß beim Ausprobieren und guten Appetit!


18. Juni 2019: Mineralwasser

Hallo Zusammen!

Draußen haben wir sommerliche Temperaturen die gern auch mal über 30 Grad gehen können. Das macht Durst. Es ist auch tatsächlich wichtig, viel zu trinken, damit Kreislauf und Stoffwechsel aktiv bleiben können. Auch geht durch das Schwitzen viel Flüssigkeit über die Haut verloren, die unbedingt aufgefüllt werden muss.

Die deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt schon an normalen Tagen 1,5 bis 2 Liter. An Sommertagen dürfen es gern 2,5 Liter und mehr sein. Kalte Getränke sollte man nicht zu schnell zu sich nehmen, weil dies zu Kreislaufproblemen führen könnte.

Empfohlen werden von der DGE Kräuter- und Früchtetee oder Wasser.
Vielfach wird empfohlen, zum Mineralwasser zu greifen. Aber ist das wirklich sinnvoll?

Mineralwasser wird an speziellen Stellen gefördert, wo das Wasser, nach dem es durch mineralhaltige Gesteinsschichten gelaufen ist, wieder an die Oberfläche kommt. Deshalb enthält das Wasser lösliche Mineralien, die wir dann mit dem Wasser aufnehmen.

Aber ist das Wasser, das wir in Flaschen im Supermarkt kaufen, wirklich gesünder?

Teurer ist es in jedem Fall. Während Trinkwasser um die 4 Cent kostet, kann Mineralwasser bis zu 4 Euro kosten. Mineralwasser und Trinkwasser unterscheiden sich von den Inhaltsstoffen her manchmal kaum, manchmal beträchtlich. Dies ist davon abhängig, wo das Trinkwasser entnommen wird. Wer in der Nähe eines Mineralbrunnens wohnt, kann damit rechnen, dass auch sein Trinkwasser entsprechend reich an Mineralstoffen ist. Aber auch wer mineralienärmeres Trinkwasser konsumiert, kann es gern trinken. Die im Wasser enthaltenen Mineralien sind zwar wertvoll für unseren Organismus, müssen aber nicht zwingend mit dem Wasser aufgenommen werden. Die meisten dieser Stoffe nehmen wir ohnehin über unsere feste Nahrung auf. Somit ist der Nutzen für unsere Gesundheit nicht so groß, wie die Industrie uns glauben machen möchte.

Wasser ist das Lebensmittel, das am besten von allen kontrolliert wird. Deshalb ist es nicht nötig, Mineralwasser in Flaschen zu kaufen. Wer Leitungswasser trinkt, kann also eine Menge Geld sparen, ohne sich zu schaden. Außerdem spart er sich eine Menge Schlepperei.

Also greift beherzt zu!

Vorsicht ist nur dann geboten, wenn das Trinkwasser aus Leitungen entnommen wird, die noch bleihaltig sind. Das Blei kann in das Wasser übergehen. Blei ist hochgradig ungesund. In früheren Zeiten ist es häufiger zu Vergiftungen gekommen.

Also dann sehr zum Wohl!


12. Juni 2019: Tomaten

Hallo Zusammen,

heute geht es … nicht um die Wurst, aber um die Tomate.

Tomaten sind roh sehr beliebt, sind aber auch aus Soßen, Suppen und auch von der Pizza nicht wegzudenken. Ihr Nährstoffgehalt hängt stark vom Anbau und vom Reifegrad ab. Die meisten Nährstoffe finden wir in Früchten, die im Freiland angebaut wurden und in der Pflanze reifen konnten. Dabei sind sie sehr gesund. Sie liefern neben den ACE-Vitaminen auch Vertreter aus der Vitamin B Gruppe. So sind sie hervorragend geeignet, um unser Immunsystem zu unterstützen und auch unserer Haut und unseren Blutkörperchen Gutes zu tun. Vor allem das Vitamin C ist für unsere Abwehrkräfte wichtig, was die Tomate in großer Menge im Gepäck hat. Die enthaltenen Mineralstoffe erfüllen wichtige Funktionen in unserem Körper. So ist Kalium wichtig für unseren gesamten Stoffwechsel, Magnesium stabilisiert unseren Blutdruck und ist für unsere Energiegewinnung unerlässlich, Natrium reguliert den Herzrhythmus und die Weitergabe von Nervenimpulsen, Eisen unterstützt die Zellbildung und -Atmung sowie den Sauerstofftransport und Calcium ist wichtig für unseren Knochenbau. Die im Fruchtfleisch vorhandenen Ballaststoffe tragen zu einer guten Verdauung bei.

Die gelbe beziehungsweise rote Farbe bekommt die Tomate vom Lycopin. Dies ist ein sekundärer Pflanzenstoff, der antioxidativ wirkt und unsere Zellen vor schädigenden freien Radikalen und damit vor zum Beispiel Krebs, Osteoporose, Arteriosklerose sowie Herz-Kreislauf Erkrankungen schützen soll.

Tomaten bestehen zu 95 Prozent aus Wasser. In kleinen Mengen enthalten sie auch Kohlehydrate. Diese fallen jedoch bei einen Wert von 1,9 bis 4,0 Prozent kaum ins Gewicht. Somit können Tomaten sehr hilfreich sein, wenn man Gewicht verlieren möchte.

Der Nährstoffgehalt kann je nach Sorte unterschiedlich sein, was auch den Gehalt an Kohlehydraten betrifft.

So vorteilhaft die Tomate für uns auch ist, ist beim Genuss etwas Vorsicht geboten. Wie alle Nachtschattengewächse enthalten auch die Tomaten Solanin. Der Stoff kann unter Umständen zu Vergiftungserscheinungen führen, die sich in Übelkeit und Erbrechen äußern können. Der Solanin-Gehalt ist besonders dann zu berücksichtigen, wenn die Tomaten noch nicht ausgereift, also grün sind. Der Verzehr von roten Tomaten ist unbedenklich. Allerdings schneiden manche Menschen den Stielansatz ab, weil sich dort immer etwas Solanin findet.

Ich wünsche guten Appetit!


5. Juni 2019: Karotten

Hallo Zusammen,

heute geht es also um die Karotte (Möhre). Bevor die Kartoffel nach Europa kam, war sie das Grundnahrungsmittel Nummer eins! Nach wie vor erfreut sie sich großer Beliebtheit.

Mit ihrem wertvollen Karotin liefert sie nicht nur einen Stoff, der für unsere Augen unentbehrlich ist, sondern auch für unsere Haut. Wenn wir viel Karotin zu uns nehmen, kann unsere Haut den Belastungen durch die Sonneneinstrahlung viel besser Stand halten.

Vor der Entdeckung der Antibiotika wurde bei Durchfallerkrankungen eine Karottensuppe gereicht. Hierzu wurden die Wurzeln eine Stunde in Wasser gekocht und dann leicht gesalzen. Durch das Kochen verändern sich die Zuckermoleküle. Sie verkürzen sich und können dadurch leichter die Darmschleimhaut passieren. Die Zuckerstoffe verhindern, dass sich Keime, die Durchfall verursachen können, im Darm anlagern und vermehren. Zusätzlich helfen die Ballaststoffe, damit der Darm aktiv bleibt und schädliche Stoffe unseren Körper auch schneller wieder verlassen.

Damit das Karotin zu dem für unsere Augen so wertvollen Vitamin A umgebaut werden kann, ist es sehr wichtig, zu jeder Möhrenmahlzeit auch etwas Fett zuzugeben. Dies deshalb, weil das Vitamin A und seine Vorstufen fettlöslich sind. Nur im gelösten Zustand kann unser Körper diese wertvollen Stoffe vollständig verarbeiten.

Wer Bundmöhren mit Grün kauft, kann gern auch das mit verwenden. Es schmeckt ähnlich wie Petersilie und ist so ein schmackhaftes Gewürz, das ein Möhrengericht gut abrunden kann.

Ich wünsche guten Appetit für Haut und Auge!


28. Mai 2019: Erdbeeren

Hallo Zusammen,

ich vermute mal, dass der heutige Tipp der Woche alle hier anspricht, denn die Erdbeere gehört zu den beliebtesten Früchten in Deutschland. Wir essen um die 3,5 Kilo pro Kopf und Jahr. Funde belegen, dass auch unsere Vorfahren in der Steinzeit die Erdbeere schon zu schätzen wussten. Allerdings mussten sie sich mit den viel kleineren Walderdbeeren zufrieden geben. Die Früchte, wie wir sie heute kennen, gab es damals noch nicht. Sie sind vom Menschen gemacht. Inzwischen sind so über 1 000 verschiedene Sorten entstanden.

Die kleine rote Frucht ist in der Küche vielseitig verwendbar. Sie kann nicht nur süß, sondern macht auch in herzhaften Speisen eine gute Figur.

Wenn man es botanisch ganz genau nimmt, ist die Erdbeere gar keine Beere. Vielehr gehört sie zu den Sammelnussfrüchten und ist ein rosenähnliches Gewächs. Die eigentlichen Früchte sind kleine grüne Nüsschen, von denen meist mehr als 50 auf den roten Beeren sitzen.

Im Handel finden wir heimische Erdbeeren von Mai bis in den Spätsommer. Es gibt also frühe, mittelfrühe, mittelspäte und späte Sorten. Was in den übrigen Monaten zu kaufen ist, ist Importware.

Die Erdbeere besteht zu 90 Prozent aus Wasser. Ihr Aroma besteht aus 360 verschiedenen Komponenten, von denen wir nur etwa 30 überhaupt schmecken können. In 100 Gramm Frucht stecken 49 Milligramm Vitamin C. Außerdem enthalten die Erdbeeren viele sekundäre Pflanzenstoffe, die entzündungshemmend wirken und vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen schützen. 100 Gramm der leckeren Früchte liefern nur 32 Kilokalorien.
Man darf also ohne Reuhe zugreifen. Allerdings sollte man Früchte mit Schimmelstellen vollständig entsorgen, da sich der Schimmel in der ganzen Frucht ausbreiten kann.

Wenn man Erdbeeren kauft, sollten sie schön rot und die Blütenkelche noch schön grün sein. Auch ein aromatischer Duft spricht für frische Ware.

Im Kühlschrank sind sie gut aufgehoben. Sie sollten aber spätestens nach zwei Tagen verzehrt sein.

Guten Appetit! Zurück nach oben.


22. Mai 2019: Geschmacksverstärker

Hallo Zusammen,

heute starten wir die erste Etappe einer längeren Rundreise durch die Welt
der Lebensmittelzusatzstoffe. Es geht um die Geschmacksverstärker.
Glutamat (E 621) ist nicht der Einzige, aber der Klassiker unter den
Geschmacksverstärkern. Ein halber Teelöffel des Pulvers würzt fünf bis sechs Portionen. Es findet sich im Alltag in Fertigsuppen und Soßen, Knabbereien usw.

Geschmacksverstärker werden in der Industrie eingesetzt, damit Produkte aus minderwertigen Lebensmitteln besser und vollmundiger schmecken.
In der Welt der »echten Nahrung« bestimmt die Qualität des
Grundlebensmittels den Geschmack. Im Industriezeitalter bestimmt immer
häufiger die Note aus dem Labor, wie unser Essen schmeckt.

Alternativen zum Mononatriumglutamat, was der klassische
Geschmacksverstärker ist, sind Stoffe wie Hefeextrakt, Maltodextrin oder
Trockenmilcherzeugnisse. Außerdem greift man heutzutage auch auf
Gemüseextrakte zurück.

Mononatriumglutamat ist ein Salz der Glutaminsäure. Es kommt nicht aus dem Labor, sondern aus der Natur. Es handelt sich hierbei um eine Aminosäure und somit um einen Baustein der Eiweiße, die auch in unserem Körper vorkommen.
Zu finden ist der Stoff in unserer Nahrung zum Beispiel in Fleisch, Ei und Getreide. In unserem Körper finden wir es zum Beispiel als Botenstoff im Gehirn.

Glutamat erzeugt Umamigeschmack. Das ist die Geschmacksrichtung, die wir
häufig sehr penetrant aus der asiatischen Küche kennen. Der Geschmacksverstärker suggeriert dem Körper wertvolle Eiweiße, die er
dringend benötigt.

Natürlicherweise kommt Glutamat zum Beispiel in Tomaten und Käse vor. Deshalb ist zum Beispiel Pizza oder Auflauf so lecker. Ein ähnlicher Effekt entsteht in der asiatischen Küche beim Zusammentreffen von Fisch und Sojasoße. Die Industrie spart durch den Einsatz von Geschmacksverstärkern Kräuter und Gemüse ein. Tütensoßen, die mindestens zwei Jahre haltbar sind, würden ohne Glutamat nach nichts mehr schmecken.

Schädliche Wirkungen der Geschmacksverstärker konnten nicht direkt
nachgewiesen werden. Es gibt aber Menschen, die allergisch reagieren. Sie
sollten unbedingt auf Fertigprodukte verzichten und auch beim Essen
außerhalb der eigenen Küche vorsichtig sein.

Geschmacksverstärker veranlassen uns, mehr zu essen. Dass der
Geschmacksverstärker direkt zu Übergewicht führt, konnte nicht nachgewiesen werden. Moderne Forschungen zeigen aber, dass eine Verarmung des Geschmackssinnes stattfindet. Die natürlichen Nahrungsmittel werden als geschmacklos empfunden, oder sie werden nicht mehr sicher erkannt.

Wichtig zu wissen!

Auch Fertigprodukte, die frei von Geschmacksverstärkern sind, enthalten
trotzdem welche. Dies liegt daran, dass auch Stoffe wie Hefeextrakt,
Milchsäureerzeugnisse und Maltodextrin in diese Stoffgruppe gehören. Sie
müssen aber anders deklariert werden als das Glutamat.

Gar nicht ausgewiesen müssen Gemüseextrakte werden, die aber die gleiche
Wirkung haben.

Will man den Geschmacksverstärkern ausweichen, hilft nur, selbst zu kochen.
Jeder Griff zu einem industriellen Produkt liefert Geschmacksverstärker frei
Haus.

Ich wünsche guten Appetit! Zurück nach oben.


14. Mai 2019: Waldmeister

Hallo Zusammen,

heute geht es um etwas, was typischerweise eng mit Mai und Maibowle
verbunden ist.

Der Waldmeister (Galium odoratum) ist ein sehr bekanntes heimisches
Wildkraut, das zu den Frühlingspflanzen zählt. Man nennt ihn auch Leber-,
wohlriechendes Lab- oder Gelbkraut.

Der Waldmeister wächst in den gemäßigten Breiten Eurasiens. Er liebt
schattige Plätze auf feuchten und kalkhaltigen Böden. Man kann ihn
vorwiegend in ausgedehnten Laubwäldern, vor allem aber in Buchenwäldern
sammeln. Auch in Höhenlagen bis 1400 Metern ist er anzutreffen. Er ist ein
Vertreter der Rötegewächse (Rubiaceae), die in der Kräuterheilkunde eher
selten in Erscheinung treten. Das Kraut ist mit Nutzpflanzen wie dem Kaffee
oder dem Chinarindenbaum verwandt. Ferner gehört der Waldmeister zur Gattung der Labkräuter, die mit etwa 650 Arten sehr artenreich ist.

Es handelt sich um eine mehrjährige krautige Pflanze, die Wuchshöhen
zwischen 10 und 50 Zentimeter erreichen kann. Die Blätter des Waldmeisters sind sehr charakteristisch. Die lanzettlichen, rauen und zwischen zwei bis fünf Zentimeter großen Blätter sitzen an den vierkantigen Stängeln. Die Blätter sind in so genannten Quirlen angeordnet, was bedeutet, dass zwischen sechs und acht Blätter an einem Blattknoten angeordnet sind. Die Blätter sind durch ein weißliches Segment in der Mitte geprägt, welches von der Blattspitze bis zum Blattknoten reicht. Waldmeister blüht meistens zwischen Anfang April und Anfang Juni und gilt daher als typischer Frühjahrsblüher. Die Blütedauer ist
stark abhängig vom Standort und den jeweils herrschenden Wetterbedingungen.

Waldmeister ist vielen als Kraut für süße Speisen und Getränke bekannt.
Tatsächlich gibt es unzählige Rezepte für die Zubereitung der auch als
Maiblume bekannten Pflanze. Weniger bekannt ist, dass der Waldmeister auch ein altbekanntes Heilkraut ist, welches in der Volksmedizin auch heute noch Verwendung findet. Die cumarinhaltigen Blätter der Pflanze werden häufig für Bowlen, Götterspeise und andere Süßspeisen verwendet. Weniger bekannt ist, dass das Waldmeisterkraut auch in der Heilkunde eingesetzt wird und dort Leberbeschwerden, Einschlafschwierigkeiten und sogar Migräne lindern kann.

Doch trotz seiner vielfältigen Nutzung in Küche und Pflanzenheilkunde darf
die auch als wohlriechendes Labkraut bezeichnete Pflanze nicht überdosiert
werden.

In der Küche wird Waldmeister meist für Süßspeisen oder Getränke verwendet.

Das Aroma des Krauts wird vor allem durch den Inhaltsstoff Cumarin
beeinflusst. Es hat einen sehr eigenen Geschmack, der mit anderen Kräutern
und Geschmäckern nicht vergleichbar ist. Pur kann man ihn als leicht bitter
mit einem angenehm frischen Nachgeschmack vergleichen. Waldmeister ist in vielen handelsfertigen Getränken als Geschmacksträger enthalten. Recht
häufig finden sich daher Waldmeisterlimonaden, die vor allem bei Kindern und
Jugendlichen beliebt sind. Das Kraut ist jedoch auch in Form von Sirup sowie
als Likör erhältlich. Möglich, und auch recht beliebt, ist die Verwendung
der Pflanze in Cocktails oder Bowlen. Die berühmte Waldmeisterbowle
(Maibowle), die aus Weißwein und Sekt zubereitet wird, wird häufig auf
Feierlichkeiten getrunken.

Aber auch bei der Zubereitung von süßen Gerichten setzen Kenner auf das
grüne Kraut aus dem Wald. Recht große Bekanntheit dürfte der
Waldmeisterwackelpudding bzw. die Götterspeise haben, die durch ihre
auffällige Farbe immer wieder ein Hingucker ist. Auch für Cremes, Torten,
Muffins bzw. Cupcakes und Füllungen gibt es jede Menge Rezepte, für die vor
allem der Waldmeistersirup verwendet wird. Für Süßspeisen lässt sich
Waldmeister auch mit anderen Kräutern wie Minze kombinieren. Bei der
Herstellung handelsfertiger Getränke werden nicht selten synthetische
Inhaltsstoffe verwendet, die den Geschmack von Waldmeister imitieren sollen.

Grund ist, dass für den im Kraut enthaltenden Inhaltsstoff Cumarin
Höchstwerte festgelegt wurden. Bei häufigem Gebrauch können durch dieses
Cumarin Kopfschmerzen sowie Leberbeschwerden auftreten. Der gelegentliche Verzehr gilt als vollkommen unbedenklich. Kinder sollten jedoch nur selten und wenn, dann nur geringe Mengen waldmeisterhaltiger Speisen und Getränke zu sich nehmen.

Auch als Heilkraut hat der Waldmeister seine Berechtigung. Man weiß, dass er
antientzündlich, und antibakteriell wirkt. Im Bezug auf Brandwunden konnte
eine schnellere Heilung der Haut beobachtet werden. Er wird auch bei Magen-
Darm- und Gallenbeschwerden eingesetzt. Auch kann er bei Unruhe und
Schlafstörungen hilfreich sein. Zur inneren Anwendung wird er als Kräutertee
eingenommen.

Grünliche Grüße und viel Spaß beim Ausprobieren! Zurück nach oben.


7. Mai 2019 – Anti-Diät-Tag

Hallo Zusammen,

am 6. Mai 2019 war der internationale Anti-Diät-Tag.

Er wurde im Mai 1992 erstmals von der Britin Mary Evens Yung ausgerufen. Sie rief an diesem Tag erstmals zum Protest gegen gesundheitlich fragwürdige und schädliche Diäten und gegen den all gegenwärtigen Schlankheitswarn auf.

Leider ist das Thema, auch 27 Jahre später, aktueller als je zu vor. Es beginnt mit den einschlägigen Zeitschriften, die uns vollmundige Diäterfolge mit fragwürdigen Methoden versprechen, setzt sich mit uns als Vorbilder hingestellten schlanken Models im Fernsehen fort und endet noch immer nicht bei den immer wiederkehrenden Geständnissen von mehr als schlanken Schauspielerinnen, die ihre Magersucht gestehen.

All dies führt dazu, dass Ängste entstehen vor jedem Kilo, das die Waage anzeigt und vor Nährstoffen wie Kohlenhydraten und Fett, die in unsere Nahrung hinein gehören und ohne die unser Körper gar nicht existieren könnte.

Ich bin aus eigener Erfahrung klar der Ansicht, dass damit Schluss sein muss.
Ich selbst habe lange Jahre gegen meinen Körper gekämpft, alle Diäten, von denen ich hörte, ausprobiert und immer wieder Misserfolg und mehr Übergewicht dafür bekommen.

  • Essen in Verbindung mit dem eigenen Körper ist das Mittel der Wahl.
  • Es gibt keine Nährstoffe und naturbelassene Lebensmittel, vor denen man Angst haben sollte.
  • Die Waage gibt nur eine Zahl aus, die willkürlich ist. Es sind die Menschen, die definiert haben, was Übergewicht ist – nicht die Natur.
  • Der Körper will überleben. Er will nicht hungern und übermäßig schlank sein. Auch will er nicht übergewichtig sein, wenn er die Wahl hat.

Die beste Hilfe für den Körper ist, möglichst naturbelassene Lebensmittel zu essen. Je mehr ein Lebensmittel verarbeitet ist, um so weniger kann unser Organismus damit anfangen. Dieser Nahrungsschrott führt dazu, dass die Verstoffwechselung nicht mehr gut funktioniert. Daraus resultiert, vereinfacht gesagt, das gefürchtete Übergewicht.

Wer Schwierigkeiten mit der Auswahl der richtigen Lebensmittel hat, kann die folgende Faustregel anwenden: Man kann es jagen; man kann es ernten; und es gibt dafür keine Werbesendung.

Die Hand ist das richtige Maß. Um die richtige Nahrungsmenge abzuschätzen gilt, dass zu jeder Hauptmahlzeit zwei Hände voll pflanzliche Nahrung, eine Hand voll Kohlenhydrate (Brot, Reis, Nudeln, Kartoffeln und ähnliches) und eine Hand voll Eiweiß (Fleisch, Fisch, Ei, Joghurt, Tofu, Hülsenfrüchte etc.) auf dem Teller sein sollten.

Die Hand passt in ihrer Größe zum Körper und bietet daher eine gute Orientierung, ohne jedes Lebensmittel abzuwiegen oder anderweitig zu zählen.

Eure Nina Schweppe Zurück nach oben.


30. April 2019 – Haferschleim

Hallo in die kernige Runde,

wer erinnert sich nicht, wenn man als Kind krank war, an den Haferschleim. Schrecklich. Oder? Allerdings ist diese Speise damals wie heute ein wertvoller Beitrag, wenn man Schonkost benötigt.

Schade eigentlich, dass der Hafer nur auf den Schleim reduziert wird, denn dadurch wurde einem der Hafer, der so gesund und wertvoll ist, ein wenig verleidet.

Glücklicherweise erlebt er gerade ein Hoch durch die Mode, dass Porridges immer moderner werden. Die Basis des Frühstücksbreichens ist, wenn man dem Original folgt, nämlich tatsächlich der Hafer.

Er kann zu einer alltagstauglichen guten Ernährung mit Genuss eine Menge beitragen.

Eine besondere heilsame Wirkung tut er durch seine speziellen Ballaststoffe, die Beta Glucane.

Eure Nina Schweppe Zurück nach oben.


23. April 2019 – Miesmuscheln

Hallo Zusammen,

als ich jetzt über die Ostertage auf Hallig Oland war, sind mir allerorten Muschelschalen begegnet. Da ich gern Muscheln esse, sollen sie ihren Platz im Tipp der Woche bekommen.

Vielfach waren es Herzmuscheln, die jedoch an der deutschen Nordseeküste so klein sind, dass der Verzehr sich nicht lohnt. Anders sieht es mit den Miesmuscheln aus, die man dort auch recht zahlreich finden kann. Ich habe sie selbst in vergangenen Sommern auf Oland geerntet und zubereitet.

100 Gramm Muscheln (mit Schale gewogen) liefern 67kcal.

Miesmuschel83 Gramm sind Wasser. Weiter liefern die Muscheln 10 Gramm Eiweiß, cirka ein Gramm Fett und vier Gramm Kohlenhydrate. Auch bringen sie einige Vitamine und Mineralstoffe mit. Neben Vitamin B1, B2, B6 sowie Vitamin C und Vitamin E liefern die Miesmuscheln auch Natrium, Kalium, Phosphor, Magnesium Kalzium und Eisen. Die Miesmuscheln tragen mit dieser Fülle an guten Stoffen unbedingt zu einer ausgewogenen Ernährung bei. Außerdem sind sie sehr fettarm. Wer es sich leisten kann, darf im Hinblick auf die Kalorienbilanz kräftig zugreifen.

Allerdings ist beim Genuss auch Vorsicht geboten. Es handelt sich um Meerestiere, die leicht verderblich sind. Deshalb kann es als sinnvoll erachtet werden, Muscheln nur in den Monaten zu essen, die den Buchstaben »r« beinhalten. Auch können die Muscheln durch die Algen, die ihnen als Nahrung dienen, Giftstoffe aufnehmen, die bei uns nach dem Genuss zu Vergiftungserscheinungen führen können. Durch umfangreiche Lebensmittelkontrollen ist eine Vergiftung aber eher selten. Fakt ist, dass eine Vergiftung in den Monaten mit »r« um ein Vielfaches unwahrscheinlicher ist.

Ich selbst habe Muscheln aber auch schon im Hochsommer geerntet und ohne Probleme gegessen.

Wichtig ist bei der Zubereitung, Muscheln, die schon vor dem Kochen geöffnet sind, wegzuwerfen. Diese sind tot und dürfen keinesfalls gegessen werden. Gleiches gilt für Muscheln, die nach dem Kochvorgang noch geschlossen sind. Auch diese sind ungenießbar.

Beherzigt man diese Vorsichtsmaßnahmen, sollte einer appetitlichen Muschelmahlzeit nichts im Wege stehen.

Guten Appetit! Zurück nach oben.


17. April 2019 – Das Ei

Hallo in die Runde,

das Osterfest steht vor der Tür. Deshalb befassen wir uns heute einmal mit dem Ei.

Kochen und Backen ohne Eier? Da würde etwas fehlen! Denn Eier sind unverzichtbare Küchenhelfer, die jede Menge Talente haben: Das Binden und Legieren von Suppen und Soßen, das Glasieren von Gebäck oder das Panieren für leckere Schnitzel oder Knusperfisch ist ohne Eier fast unmöglich. Außerdem machen die kleinen Ovale nicht nur den Kuchenteig schön locker und lassen Gebäck goldgelb glänzen, sondern sind auch unvergleichlich lecker, wenn sie in der Küche die Hauptrolle spielen.

Das Eier aus Schale, Eiweiß und Dotter bestehen, wissen wir. Aber schauen wir uns genauer an, wie diese kleinen Wunderwerke der Natur anatomisch aufgebaut sind:

Im Zentrum des Hühnereies liegt der Dotter mit einem Durchmesser von drei bis vier Zentimetern In der Mitte des Dotters befindet sich das Dotterbett. Das Dotterbett fungiert als Träger der Keimscheibe, aus der sich bei befruchteten Eiern das Küken entwickelt. Der übrige Dotter besteht aus dem so genannten Nahrungsdotter. Je nach der Fütterung der Henne reicht die Dotterfärbung von hellem Gelb bis zu tiefem Orange. Am Geschmack ändert die Farbe aber nichts.

Das Eiklar

Vier Schichten Eiklar umhüllen den Dotter. Die erste, dickflüssige Eiklarschicht läuft in den sogenannten Hagelschnüren aus. Diese verankern den Dotter in der Mitte des Eies. Bei einem älteren Ei lassen die Hagelschnüre nach und der Dotter senkt sich allmählich. Über der ersten Eiklarschicht liegt eine zweite, dünnflüssige Schicht. Der Großteil des Eiklars entfällt auf die mittlere, dickflüssige Schicht. Eine zweite dünnflüssige Schicht schließt die Umhüllung des Dotters ab. Mit dem Alter des Eies steigt der Anteil der dünnflüssigen Schichten.

Das Eiklar wird im Volksmund als Eiweiß bezeichnet. In Wirklichkeit enthält es aber nur zu 10 Prozent das, was ernährungsphysiologisch als Eiweiß (Protein) bezeichnet wird. Die restlichen 90 Prozent sind Wasser.

Das Eiklar wird von zwei Häutchen eingeschlossen, die den Inhalt des Eies vor dem Eindringen von Keimen schützen. Beide Häutchen werden durch Fasern zusammengehalten. Nach der Eiablage bildet sich am stumpfen Ende des Eies zwischen der inneren und der äußeren Schalenhaut eine Luftkammer. Wenn die im Ei enthaltene Flüssigkeit mit steigendem Alter des Eies verdunstet, so vergrößert sich die Luftkammer.

Die Eierschale ist 0,3 bis 0,4 Millimeter stark und besteht zu 90 Prozent aus Kalk. Sie dient dem Schutz des Ei-Inhalts. Durch die ungefähr 10.000 Poren wird der Luftaustausch gewährleistet. Damit Eier haltbar sind, dürfen sie nicht gewaschen werden.

Früher galten Eier als gefährlich. Man nahm an, dass der übermäßige Genuss von Eiern den Cholesterinspiegel ansteigen lassen, was weiterhin zu massiven gesundheitlichen Schäden führen würde. Dieser Mythos ist zum Glück Vergangeheit.

Heute weiß mann, dass die positiven Wirkungen auf die Gesundheit des Menschen überwiegen und dass man bei Eiern recht unbeschwert zugreifen darf.

Das Hühnereiweiß ist das Wertvollste, das wir in der Natur finden. Es kann deshalb besonders gut und fast vollständig von unserem Organismus genutzt werden.

Unsere Nahrung muss aus den Grundelementen Fett, Kohlenhydrate und Eiweiß bestehen, damit unser Körper genügend Energie zur Verfügung hat. Eiweiß liefert aber nicht nur Energie, sondern es wird auch als Baustoff in unserem Körper, vor allem in unserem Muskeln benötigt. Obgleich es mit 4,5 Kalorien weniger Energie liefert als Fett mit 9,4 Kalorien, hält hochwertiges Eiweiß uns wesentlich länger satt.

Neben dem hochwertigen Eiweiß bekommen wir aus Eiern noch viele Nährstoffe, die für uns unentbehrlich sind. So enthalten Eier die fettlöslichen Vitamine A, D und E in bedeutenden Mengen sowie die wasserlöslichen Vitamine des B-Komplexes B2, B6, B12, Biotin, Niacin und Folsäure. Die B-Vitamine werden für alle Stoffwechselfunktionen in unseren Körperzellen benötigt. Dort sind sie am Ab- und Umbau von Kohlenhydraten, Eiweißen und Fetten beteiligt.

Der Fettbegleitstoff Lecithin spielt als Emulgator eine wichtige Rolle bei der Fettverdauung im Dünndarm. Cholin, ein Bestandteil von Lecithin, ist wichtig für den Eiweißstoffwechsel. Wegen des relativ hohen Cholesteringehaltes im Ei brauchen sich gesunde Menschen keine Sorgen zu machen. Denn bei hoher Cholesterinzufuhr durch die Nahrung wird die körpereigene Cholesterinproduktion gedrosselt. Außerdem bleibt das Verhältnis von »schlechtem« LDL- zu »gutem« HDL-Cholesterin im menschlichen Körper unverändert. Das LDL-HDL-Verhältnis ist ein wichtiger Faktor für die Beurteilung des Cholesterinspiegels und des Risikos für Erkrankungen von Herz und Kreislauf.

Eier sind also ein hochwertiges Lebensmittel, das möglichst oft mit Genuss gegessen werden sollte.

Gruß und guten Appetit! Zurück nach oben.


10. April 2019 – Kaffee

Hallo Zusammen!

Kaffee ist nicht so schlecht wie sein Ruf. In gewissem Rahmen ist er sogar gesund.

Eines vorweg: Hier ist der Filterkaffee mit etwas Milch und Zucker gemeint und nicht der mit Milchschaum und womöglich noch irgendwelchem Sirup usw.

Kaffee ist ein sehr ausführlich erforschtes Lebensmittel. Festzuhalten ist, dass der Kaffee das Image des bösen Buben verloren hat. Kaffee galt als Gift und wurde für Zivilisationskrankheiten wie Bluthochdruck und sogar für Krebs verantwortlich gemacht.

Wissenschaftlich gesehen gilt Kaffee heute als eher gesund. Er enthält Antioxydanzien, die unsere Zellen und uns damit z. B. vor Infekten schützen. Wie viele der guten Stoffe man aufnimmt, hängt von der Sorte ab.

Sicher ist, dass wir uns nach dem Kaffeegenuss besser konzentrieren können. Auslöser dafür ist das Koffein. Es blockiert bestimmte Rezeptoren in unserem Organismus, was zu einer erhöhten Dopaminausschüttung führt (Dopamin wird im Volksmund den Glückshormonen zugeordnet). Diese Faktoren machen uns nicht nur wach, sondern auch präsenter. Das ist auch der Grund, warum sich viele Menschen vor wichtigen Terminen erst noch einmal einen Kaffee holen.

Lange dachte man, dass Kaffee dem Körper Flüssigkeit entzieht. Das ist zum Glück nicht so. Im ersten Moment wird zwar die Verdauung beschleunigt und die Nierentätigkeit angeregt, über den gesamten Tag aber spielt dies keine Rolle. Im Vergleich von Kaffee und Wasser scheiden wir bei Kaffee 84 und bei Wasser 81 Prozent der aufgenommenen Flüssigkeit wieder aus.

Entgegen früherer Meinungen darf der Kaffee also sehr wohl zur täglichen Trinkmenge hinzugerechnet werden. Allerdings sollte er nicht als Durstlöscher, sondern als Genussmittel für zwischendurch gesehen werden. Wasser oder ungesüßter Tee eignen sich hier wesentlich besser.

Bei der Frage, wie viel Kaffee gesund ist, ist immer zu bedenken, dass er uns stimuliert und dass das Koffein in Prozesse in unserem Stoffwechsel eingreift. Deshalb ist weniger sicher mehr. Zwei bis viel Tassen werden heutzutage als unbedenklich erachtet.

Trinken wir zu viel Kaffee, kann es zu einer gewissen Hyperaktivität, zu Herzklopfen bis hin zu rasen, Schlafstörungen usw. kommen. Auch Übelkeit und Erbrechen sind möglich. Es ist nachgewiesen, dass sich die Schlafphasen verändern und der Nachtschlaf nicht mehr tief genug und nicht mehr erholsam ist. Deshalb ist in jedem Fall Vorsicht geboten. Man sollte ihn nicht missbrauchen, um über seine Leistungsfähigkeit hinaus aktiv zu sein. Nicht zu verachten ist auch der Gewöhnungseffekt. Je mehr sich der Körper gewöhnt hat, um so mehr Kaffee braucht man auch.

Koffeinfreier Kaffee kann eine Alternative darstellen. Allerdings ist hier zu beachten, dass der Kaffee aufbereitet werden muss, um das Koffein zu entziehen. Vor etwa 100 Jahren hat man dafür krebserregendes Benzol in Verbindung mit Salzwasser genommen, was der Gesundheit ganz und gar nicht zuträglich war. Benzol kommt heute selbstverständlich nicht mehr zum Einsatz. Dennoch werden Hilfsstoffe benötigt, weshalb ich den Genuss von koffeinfreien Produkten fraglich finde. Biokaffee soll hier die bessere Alternative sein.

Gute Alternativen zu Kaffee könnten Zitronen oder Ingwer-Wasser sein. Ingwer bringt den Kreislauf in Schwung und regt die Verdauung an. Auch die Zitrone macht nicht nur lustig, sondern auch munter, vor allem durch das Vitamin C. Auch schwarzer und grüner Tee sind Alternativen, weil bestimmte Aminosäuren und Gerbstoffe dafür sorgen, dass das Koffein erst nach und nach in den Kreislauf gerät. Das sorgt dafür, dass die Wirkung länger anhält.
Auch Wasser, versetzt mit Apfelessig kann ein Muntermacher sein. Man nimmt hier einen Esslöffel Essig auf ein Glas Wasser. Mehr täte Magen und Darm nicht gut. Dieser Trunk kann tatsächlich auch beim Abnehmen helfen, weil dadurch der Blutzucker reguliert und Heißhunger verhindert werden kann.
Guter Schlaf, ein sinnvolles Stressmanagement und ausreichende Alltagsbewegung sind im Übrigen auch hervorragende gesundheitsfördernde Kaffeealternativen.

Gruß und zum Wohl. Eure Nina. Zurück nach oben.


3. April 2019 – Was ist eine Hähnchenschnitte?

Hallo Zusammen,

Fleisch ist ein hochwertiges Lebensmittel und ein wichtiger Eiweißlieferant. Besonders Geflügelfleisch gilt als gesund, weil es wenig Fett mitbringt. So ist es doch sicher hilfreich, wenn die Fleischindustrie uns für die schnelle Küche Produkte wie die Hähnchenschnitte liefert?

Schauen wir uns das genauer an.

Ein Hähnchenschnitzel ist ein Stück gewachsenes Fleisch. Paniert und gebraten ist es optisch kaum von der Hähnchenschnitte zu unterscheiden. Der Unterschied ist aber gravierend.

Während das Schnitzel, so wie es vor uns liegt, am Hähnchen gewachsen ist, ist die Schnitte ein industriell hergestelltes Produkt. Es besteht aus Fleischresten. Diese werden mit isoliertem Eiweiß zusammengeklebt, so dass der Anschein eines gewachsenen Stück besten Fleisches entsteht. Das Fleisch kommt entweder von Randstücken, die anderweitig nicht verwendet werden können, oder von Fleischresten, die z. B. von Knochen abgeschabt werden.

Manche Hersteller achten sogar darauf, dass es in der Formgebung wirklich wie ein Schnitzel aussieht. Stutzig sollte man spätestens dann werden, wenn die Hähnchenschnitte in rechteckiger, packungsgerechter Form daher kommt.
Ein solches Produkt ist zu erkennen an Bezeichnungen wie Schnitte, Schnitzelart usw. Auch die Bezeichnung Formfleisch oder Klebefleisch sagt uns, dass wir es nicht mit gewachsenem, sondern mit industriell zusammengefügtem Fleisch zu tun haben.

Was den Gesundheitsaspekt betrifft, ist zu sagen, dass dieses Fleisch nicht besonders hochwertig ist.

Außerdem sind diese Produkte oft mit Panade ummantelt und mit Salz und Geschmacksverstärkern gewürzt. Sie sind vorgebraten, weshalb sie oft auch mit Fett vollgesogen sind.

Wer die Vorteile des mageren Geflügelfleisches nutzen und das wertvolle Eiweiß bekommen möchte, sollte ein natürlich gewachsenes Stück kaufen und es ohne Panade in wenig Fett braten.

Theoretisch geht es in einer beschichteten Pfanne auch ohne Fett. Da Fett aber ein Geschmacksträger ist, empfehle ich das Braten völlig ohne Fett nicht unbedingt. Dies ist nur dann eine Option, wenn man den Fettkonsum niht anderweitig einschränken kann.

Ich wünsche euch guten Appetit und eine gute Wahl für eure nächste Hähnchenmahlzeit. Zurück nach oben.


27. März 2019 – Gemüse des Jahres

Hallo Zusammen,

heute geht es nun also um das Gemüse des Jahres 2019/2020.

Der Verein zur Erhaltung der Nutzpflanzenvielfalt verleiht diesen Titel regelmäßig und will dadurch vor allem auf alte ursprüngliche Sorten aufmerksam machen und sie schützen.

Preisträger ist dieses Mal die Gurke, die sich bei uns großer Beliebtheit erfreut und mit Erfolg angebaut wird. Sie zählt aufgrund ihres sehr hohen Wassergehaltes zu den kalorienärmsten Gemüsen überhaupt. Wir essen sie als Schlangengurke im Salat, als Sauerkonserve aus dem Glas. Auch als Schmorgurken werden sie regional zubereitet.

Obgleich die Gurke so vielfältig zu verwenden ist, finden wir kaum unterschiedliche Sorten im Supermarkt. Auch sind viele Sorten einfach vom Markt verschwunden, wie z. B. die Zitronen- oder Apfelgurken. Auch gibt es sogenannte weiße Gurken, die eigentlich eher grünlich sind.

Gurken, die im eigenen Garten angebaut werden, sind zumeist aromatischer als die, die wir im Supermarkt kaufen. Dies liegt vermutlich daran, dass letztere meistens im Gewächshaus unter künstlichem Licht und auf Kunstdünger groß werden.

Für den Massenkonsum werden gezüchtete Sorten verwendet, die z. B. keine Bitterstoffe mehr mitbringen. Ich kann mich gut daran erinnern, dass im Schulkochbuch von Dr. Oetker aus den 60iger Jahren zur Gurkenzubereitung noch erklärt ist, dass man sie vom Ende aus anschneiden und probieren soll, bis sie nicht mehr bitter schmeckt. Das ist bei den heutigen Zuchtgurken kein Thema mehr.

Wer alte Gurkensorten zubereitet, sollte darauf achten, sie in Richtung von der Blüte hin zum Stielansatz zu schälen. So kann man verhindern, dass sich Bitterstoffe auf der Gurke ausbreiten.

Der Verein möchte durch die Ernennung der Gurke mehr Aufmerksamkeit verschaffen. Dies soll z. B. durch eine Rezeptsammlung geschehen, die auf der Homepage zu finden sein wird.

Ich wünsche guten Appetit! Zurück nach oben.


19. März 2019 – »Wein auf Bier …«

Hallo Zusammen,

»Wein auf Bier, das rat ich Dir. Bier auf Wein, das lass sein.« Wohl jeder, der gern mal einen trinkt, kennt dieses Sprichwort. Aber was ist dran an dieser alten Weisheit?

Dr. Hensel von der Uni Witten-Herdecke und seine Kollegen wollten das auch wissen und haben dazu eine Studie durchgeführt. Das Ergebnis sieht wie folgt aus: In der Studie durften sich 90 gesunde Erwachsene kontrolliert betrinken, nach dem sie eine Woche vor Beginn keinen Alkohol trinken durften. Außerdem erhielten alle vor dem Alkohol eine identische Mahlzeit. Diese Vorkehrungen waren nötig, um gleiche Bedingungen für alle zu schaffen.

Probanden der ersten Gruppe tranken bei ihrem ersten Termin zunächst Pils bis zu einer Atem-Alkoholkonzentration von 0,5 Promille. Danach stiegen sie auf einen Gutedel-Bio-Weißwein um, bis sie einen Alkoholpegel von 1,1 Promille erreichten. Selbstverständlich konnten die Probanden bei Unwohlsein auch früher aus dem Experiment aussteigen. Am nächsten Termin, der mindestens eine Woche später stattfand, starteten die Probanden der ersten Gruppe mit Wein und tranken anschließend Bier. In der zweiten Gruppe war die Reihenfolge von Bier und Wein vertauscht, ansonsten entsprach das Studiendesign jenem der ersten Gruppe. Dagegen blieben die Probanden der dritten Gruppe, der Kontrollgruppe, an jedem Termin bei einem Getränk und erhielten am darauffolgenden Termin das jeweils andere.

Zum Erreichen des vorgegebenen Promillewerts benötigten die ersten beiden Gruppen im Mittel 1,2 bis 1,4 Liter Bier plus 0,6 bis 0,7 Liter Wein, in der Kontrollgruppe waren es 2,6 Liter Bier beziehungsweise 1,2 Liter Wein. Direkt beim Erreichen des Ziel-Promillewerts wurden Probanden gebeten, auf einer Skala zwischen 0 und 10 ihre Betrunkenheit einzuschätzen. Außerdem erhielten sie eine genau festgelegte Menge Wasser zu trinken (6 Milliliter pro Kilogramm Körpergewicht), bevor sie ihren Rausch unter medizinischer Beobachtung ausschlafen konnten.

Am nächsten Morgen wurden alle Teilnehmer zu den Katersymptomen Müdigkeit, Durst, Kopfschmerz, Übelkeit, Magenschmerzen, Benommenheit, Tachykardie und Appetitverlust befragt. Die Wissenschaftler stellten fest, das sich die Werte zwischen den Gruppen und auch auf individueller Ebene nicht statistisch signifikant voneinander unterschieden. Demnach spielte es für das Befinden der Probanden am Morgen nach dem Alkoholgenuss keine Rolle, ob sie zuerst Bier oder Wein getrunken hatten oder auch nur bei einem Getränk geblieben waren.

Man geht davon aus, dass dieser schon sehr alte Spruch historisch begründet ist. Bier konnten sich auch die ärmsten in Form von Dünnbier leisten. Wein war den wohlhabenderen Gesellschaftsschichten vorbehalten. Es könnte nunmehr sein, dass es als gesellschaftlicher Abstieg galt, wenn man von Wein auf Bier umstieg und das keine ernährungsphysiologischen oder medizinischen Gründe da hinter steckten.

Zum Wohl! Zurück nach oben.


12. März 2019 – Eiweißbrot

Hallo Zusammen,

da wir ja nicht davon weg kommen, Kohlehydrate sparen zu wollen, möchte ich euch heute etwas über Eiweißbrot erzählen.

Es ist umstritten, ist aber, meiner Meinung nach, eine super Alternative zu herkömmlichem Brot. Wer Eiweißbrot als Brotalternative essen möchte, sollte Folgendes wissen:

Als Dr. Pape mit seinem »Schlank im Schlaf«–Konzept auf den Markt drängte, kam auch das Eiweißbrot mit. Mittlerweile gibt es so etwas nicht nur in Dr. Papes Spezial Shop, sondern auch in Bäckereien und im Supermarkt.

Man sagt dem Eiweißbrot nach, dass es beim Abnehmen hilft. Das jedoch ist, wie so oft, nur die halbe Wahrheit. Allein dadurch, dass am Abend Eiweißbrot gegessen wird, wird niemand abnehmen. Wichtig ist dazu, mehr ballaststoffreiche Lebensmittel wie Gemüse und Nüsse in den Speiseplan zu integrieren.

Man sagt dem abendlichen Kohlehydratverzicht nach, dass der Körper mit der Verarbeitung der Proteine viel zu tun hat und deshalb an die Fettreserven gehen muss. Zu einem gewissen Teil stimmt das sicher auch. Eben so wahrscheinlich ist es aber, dass durch den Verzicht auf die Kohlenhydrate mehr Gemüse, mageres Fleisch u.ä. gegessen wird, wo durch die Tageskalorien verringert werden. Es ist wahrscheinlicher, dass dies zum Gewichtsverlust führt.

Eiweißbrote enthalten nur zwischen fünf und sieben Prozent Kohlehydrate. Der Eiweißgehalt liegt bei etwa 20 bis 26 Prozent.

Das Eiweiß kommt aus Weizen, Soja, Lupinen, Erbsen oder Bohnen. Auch werden Saten wie Leinsamen, Sonnenblumenkerne o. ä. eingesetzt. Wir finden auch Kleie, Sojamehl, Apfel- oder Haferfasern. In manchen Produkten kommt auch tierisches Eiweiß aus mit Eiweiß angereichertem Molke Pulver zum Einsatz.

Der Fettgehalt der Eiweißbrote ist mit zehn bis 13 Prozent drei- bis zehnfach höher als bei herkömmlichem Brot. Der Kaloriengehalt liegt mit 245–265 auf 100 G. um etwa zehn Prozent höher als bei Mehrkornbrot, das auf 100g ca. 219 Kalorien liefert.

Wer clean essen möchte, muss die Finger vom Eiweißbrot lassen. Aufgrund der Zutaten, die verwendet werden, würde ohne Hilfsstoffe niemals ein Brot gelingen. Es ist ein industriell geschaffenes Lebensmittel. Auch besteht die Gefahr von Allergien. Wer da gefährdet ist, sollte vorher die Zutatenliste gut studieren.

Ich selbst finde Eiweißbrot sehr wohlschmeckend. Ich habe es eigentlich immer als Reserve im Haus, weil man es im Kühlschrank sehr lange aufbewahren kann, ohne dass es altbacken wird.

Ich höre immer wieder von Klienten, dass es sie weniger sättigt als herkömmliches Brot. Dies kann ich nicht bestätigen. Allerdings esse ich auch immer gleich etwas Gemüse dazu.

Eiweißbrot kann man mit jedem herzhaften Belag genießen. Ob es auch mit süßen Aufstrichen schmeckt, habe ich noch nicht ausprobiert.

Wer abends auf Kohlehydrate verzichten möchte, gern aber wie gewohnt das typische Abendbrot braucht, findet mit dem Eiweißbrot sicher eine brauchbare Alternative.

Gruß und guten Appetit. Zurück nach oben.


6. März 2019 – Glutenfreie Ernährung

Hallo Zusammen,

in der letzten Woche haben wir uns mit Food Trends beschäftigt. Dabei ging es um Lebensmittel, die vermutlich bald in den Himmel der Superfoods aufsteigen werden.

Ein Trend der aber doch eher besorgniserregend ist, ist der Trend der glutenfreien Ernährung.

Das Wichtigste vorweg

Es gibt nur eine Gruppe von Menschen, die wirklich kein Gluten essen dürfen; und das sind die Personen, die tatsächlich an einer Zöliakie erkrankt sind. Es handelt sich dabei um eine Autoimmunerkrankung, die massive Darmbeschwerden verursacht.

Mediziner und Ernährungsberater beobachten immer mehr, dass Menschen in die Praxen kommen, die über Darmbeschwerden klagen und annehmen, dass diese vom Gluten herrühren.

In der Vielzahl der Fälle handelt es sich aber um Beschwerden, die durch Fehlernährung ausgelöst werden. Eine wirkliche Zöliakie hat tatsächlich nur einer von 100 Menschen.

In den Supermärkten häufen sich Produkte, die glutenfrei hergestellt werden. 15% der Kunden kaufen diese Produkte, obwohl sie sie gar nicht bräuchten. Dabei wird völlig übersehen, dass sie um ein Vielfaches teurer sind als das Produkt mit Gluten.

Was eigentlich ist Gluten?

Gluten ist ein Eiweißstoff. Das sogenannte Klebeiweiß sorgt dafür, dass Teige eine gewisse Haltbarkeit und die Getreideerzeugnisse ihre Struktur bekommen.

Viele Verbraucher denken, dass Gluten zu Übergewicht führt. Dies ist nur die Hälfte der Wahrheit. Zu Übergewicht führt nämlich nicht das Gluten, sondern die Kohlehydrate, die im Übermaß verzehrt werden. Wer Gewicht reduzieren möchte, sollte nicht damit beginnen, sich glutenfrei zu ernähren. Vielmehr sollten schnell verfügbare Kohlenhydrate aus Weizen und Zucker reduziert, die Gemüseportionen vergrößert und komplexe Kohlenhydrate vermehrt in die Ernährung eingebaut werden. Auch sollten die Ballaststoffe nicht vernachlässigt werden, denn ein aktiver Darm sorgt dafür dass wir energiegeladen und leistungsfähig sind.

Wo finden wir Gluten?

Gluten findet sich in Weizen, Roggen, Gerste, Grünkern und Dinkel. Auch findet es sich in alten Körnersorten wie Emmer, Einkorn und Karmut. Hafer ist auch glutenhaltig, ist aber, durch eine abweichende Eiweißstruktur weniger schädigend für Menschen, die von Zöliakie betroffen sind. Hafer ist in Deutschland noch nicht zur glutenfreien Ernährung empfohlen, weil man davon ausgeht, dass durch Produktionsprozesse Spuren vom problematischen Gluten enthalten sein könnten.

Glutenfrei sind u. a. Amarant, Buchweizen, Guarkernmehl, Hirse, Johannesbrotkernmehl, Reis, Mais Quinoa und Soja.

Ich wünsche euch viel Spaß dabei, diese doch etwas unbekannteren Pseudogetreide auszuprobieren. Das ist tatsächlich geschmacklich hoch interessant.

Laßt euch aber nicht dazu verführen, Gluten zu sparen, wenn ihr es nicht müsst.

Vor allem lasst bitte die Finger von Tests, die ihr im Internet bekommt. Es ist nicht sicher, ob diese wirklich seriös sind. Wenn ihr euch nicht sicher seit, ob ihr an einer Glutenunverträglichkeit leidet, dann sucht bitte euren Hausarzt auf.

Gruß und guten Appetit! Zurück nach oben.


25. Februar 2019 – Neueste Ernährungstrends

Hallo Zusammen,

wie in der Mode gibt es auch in der Ernährung immer wieder Trends, die kommen und gehen. Was in diesem Jahr vermutlich in sein wird, sollt ihr heute erfahren:

Algen

Algen gelten als sehr gesund, da sie viele Mineralstoffe enthalten. Man kennt sie nicht nur vom Sushi, sondern sie sind auch als Pulver oder Tablette oder Drink als Nahrungsergänzungsmittel zu haben. Algen gelten als der absolute Jungbrunnen und Garant für absolutes Wohlbefinden. Sieht man die Preise der Nahrungsergänzungsprodukte, wird zumindest der Hersteller sich wohl befinden. Algen als Ergänzung zu einer ausgewogenen abwechslungsreichen Ernährung sind sicher nicht verkehrt. Man sollte aber, wie bei allen Superfoods, keine Wunder erwarten.

Omega-3 Fettsäuren

Omega-3 Fettsäuren sind zweifelsohne gesund und für unsere Ernährung unentbehrlich. Wichtig ist, dass das Mengenverhältnis zwischen Omega-3 und Omega-6 stimmt. Stimmt es nicht, kann Omega-3 seine gesundheitsfördernde Wirkung nicht tun. Omega-6 nehmen wir überwiegend durch Fleisch usw. zu uns. Omega-3 finden wir in Pflanzen, Müssen und Meeresfisch. Experten gehen davon aus, dass es in den nächsten Monaten Stände, Bars o. ä. geben wird, die Omega-3 Öle im Schnapsgläschen ausschenken. Es ist sicher sinnvoll, die Nahrung mit Omega-3 zu ergänzen. Dies vor allem dann, wenn man nicht gern Fisch isst. Es lohnt sich, ein teureres Öl zu wählen, weil dieses dann unter guten Bedingungen raffiniert wurde. Omega-3 reagiert stark auf Licht und Sauerstoff. Es steht zu hoffen, dass mit dem Preis auch die Sorgfalt in der Produktion und der Schutz der guten Nährstoffe steigen.

Avocado-Eis

Die Avocado ist eine absolute Modefrucht. Sie ist ernährungsphysiologisch sehr wertvoll. Wenn sie es noch nicht geschafft hat, wird sich sich sicher bald im Ranking der Superfoods befinden. Sie bringt einen gewissen Eigengeschmack mit, ist aber andererseits auch recht neutral und harmoniert sowohl mit süß als auch mit herzhaft. Avocado-Eis soll einer der ultimativen Sommertrends werden. Man darf gespannt sein!

Ich wünsche euch allen jedenfalls viel Spaß beim Ausprobieren! Zurück nach oben.


19. Februar 2019 – Alkohol und gute Ernährung

Hallo Zusammen,

heute kommt der Tipp der Woche schon am Dienstag, weil ich ab morgen mitten im karnevalistischen Treiben stecke. Der nachfolgende Text ist ein Artikel, den ich für die Zeitschrift »das Wartezimmer« bei der ATZ in Holzminden erstellt habe.

Zumwohl!

Alkohol und gute Ernährung, geht das?

Ich gehe davon aus, dass Sie diese Frage zunächst mit einem klaren Nein beantworten werden.

Das ein Zuviel an Alkohol, regelmäßig genossen, ungesund und sogar hochgradig schädlich ist, möchte ich hier und heute gar nicht diskutieren.
Vielmehr geht es um die Frage, ob und wie schädlich gelegentlicher Alkoholkonsum ist, und wie er mit einer guten ausgewogenen Ernährung zu vereinbaren ist.

Vorweg ist zu sagen, dass ich keine alkoholischen Getränke explizit erlauben oder verbieten werde. Es wird aber einen kleinen Überblick geben, der zeigt, wie alkoholhaltige Getränke im Hinblick auf die tägliche Kalorienbilanz zu sehen sind.

Auch werde ich erläutern, was in unserem Körper passiert, wenn wir Alkohol zu uns nehmen und was das für das Körperfett und für die Muskeln bedeutet.
Alkohol ist in unserer Gesellschaft sehr akzeptiert. Im Rahmen einer Feier oder auch für Genussmenschen in kleinen Mengen am Abend usw. wird er als nicht weiter auffällig erlebt. Auch ist er als Genussmittel leicht an jeder Ecke verfügbar.

Da Alkohol flüssig ist, ist es oft schwer zu bemerken, in welcher Menge er gerade konsumiert wird. Es geht schnell, nebenbei.

Folgende Fakten zum Alkohol sollte man bedenken, wenn einem an einer guten aber dennoch genussvollen Ernährung gelegen ist:

  1. Alkohol hat Einfluss auf die tägliche Fettbilanz. Warum? Weil die Fettverbrennung etwa zwei Stunden nach dem Konsum des Alkohols massiv verlangsamt wird. Das liegt daran, dass der Körper dann damit beschäftigt ist, den Alkohol abzubauen. Alkohol ist ein Gift und der Körper hat ein berechtigtes Interesse daran, Giftstoffe schnellstmöglich wieder los zu werden. Alle anderen Stoffwechselprozesse treten mit dieser Aufgabe in den Hintergrund. Wir eine Diät macht, wo von ich den meisten meiner Kunden grundsätzlich abraten würde, muss nun nicht befürchten, dass diese im #Gesamtergebnis sofort zerstört wird. Unter dem Strich geht es noch immer darum, am Ende des Tages weniger Kalorien zu sich zu nehmen, als der Körper eigentlich brauchen würde.
  2. Aber, jetzt wieder für alle, ist im Hinblick auf die Kalorienbilanz des Tages der Alkoholkonsum nicht zu unterschätzen. Alkohol pur, also reines Ethanol, bringt auf 1 Gramm bzw. 1 ml 7,1 Kalorien. Das ist mehr als Kohlehydrate, die auf 1 Gramm bei rund 4 kcal. Liegen, ebenso wie Eiweiß, es ist aber etwas weniger als bei 1 Gramm Fett, das bei 9 kcal. liegt.
  3. Nun gibt es natürlich zwischen den Getränken auch Unterschiede, denn wir trinken ja nicht den reinen Alkohol. Alkohol ist schon immer ein Gemisch, dass wir dann im Getränk noch mit vielem Anderen mischen, das ebenfalls Kalorien mitbringt. Es wird je nach den Zusammensetzungen immer schlimmer; z. B. Beimischungen von Saft, Milch, Sahne und Co heben die Kalorienbilanz beträchtlich. Auch Gemische mit Energiedrinks sind richtig richtig vollgestopft mit Kalorien, die man, weil man sie trinkt, gar nicht so wahrnimmt.

Die Art von Getränken, die das am meisten betrifft, sind Mixgetränke und Cocktails. Ein richtig gehaltvoller Vertreter ist die Pinacolada. Sie besteht aus Rum, Ananassaft, Kokosnuss Milch und Sahne. 100 ml Lieben bei 93 Kalorien (übrigens ist das doppelt so viel wie bei einer Cola), und ein übliches Glas, das bei 0,3 l liegt, liefert 279 Kalorien.

Wie sieht das beim Mochito aus? Der besteht aus Rum, Limettensaft, Minze, und, Achtung, etwa 15 g. Rohrzucker. Hier ergeben sich auf 100 ml immerhin 71 Kalorien, das macht auf 300 ml auch 214 kcal. Vor allem ist zu bedenken, dass es bei einem ja meist nicht bleibt!

Ein netter Abend mit drei Cocktails liefert schon etwa 700 kcal. – ohne zu den Getränken etwas gegessen zu haben. Diese Zahl entspricht etwa dem, was man auch mit einem Döner zu sich nehmen würde.

Wenn wir nun die Getränke betrachten, rein vom Energiegehalt, liegen Grappa, Wodka usw. sehr weit oben, da sie auf 100 ml 225 Kalorien mitbringen.

Aber Achtung!

Hier ist das Verhältnis zu beachten, denn wir trinken ja nicht 300 ml. Rum oder so etwas auf einmal, aber durchaus 300 ml. Mochito. Ein Wodka Shot oder auch Grappa hat nur 47 Kcal.

Kommen wir nun zu Wein oder Prosecco

So etwas bringt 75 kcal. Auf 100 Ml, das ist eben so viel wie beim Rose Wein. Rotwein bringt 85 kcal, das ist etwas mehr. Von diesen Getränken nehmen wir dann aber eher nicht nur die 100 ml, sondern mehr. So summieren sich die getrunkenen Kalorien natürlich erheblich mehr.

Ein Glas Rotwein (0,2 l) hat schon 175 Kalorien. Ähnlich summiert es sich beim Bier. Hier allerdings kommt es sehr auf die Sorte an. Altbier z. B. liegt bei 41 kcal., Pils bei 42, Starkbier bei beachtlichen 60 auf 100 ml. Die meisten Biere liegen bei 42 kcal auf die Bezugsmenge.

Eine Maß Bier bringt also 420 kcal. Mit. Das entspricht schon einer kleinen Mahlzeit.

Nochmal! Der Kaloriengehalt von alkoholischen Getränken wird oft unterschätzt, was vermutlich daherkommt, dass man es trinkt und sich nach dem Genuss eher kein Sättigungsgefühl einstellt, wie es bei fester Nahrung der Fall wäre.

Ähnlich geht es den Meisten von uns auch bei Säften, Limonaden und den vermeintlich so gesunden und nützlichen Smoothies.

Wer eine Diät macht, kann selbstverständlich die Summe der Kalorien schätzen und den Tag kalorientechnisch durchplanen. So ist auch Alkohol im Zusammenhang mit einer Diät, zumindest bezogen auf die aufgenommene Energie, kein Problem.

Wie sieht es aus für Menschen, die Sport treiben? Was bedeutet der Alkoholgenuss für die Muskeln?

Man sagt, dass der Alkohol den Testosteronspiegel senkt, was für die Muskeln sehr ungünstig ist (viel Testosteron ist wichtig für ein gutes Muskelwachstum). Wie stark der Testosteronspiegel gesenkt wird, hängt von der Alkoholmenge ab. Die Dosis macht hier, wie grundsätzlich in Bezug auf Alkohol, das Gift. Um eine extreme Absenkung allerdings zu verursachen dürfen es schon um die drei Liter Bier sein. Zu bedenken ist aber, dass das Bierchen nach dem Sport sehr ungünstig auf das Muskelwachstum ist. Die Kalorienbilanz wird es nicht so sehr beeinträchtigen, denn beim Sport hat man ja auch was verbrannt, aber das Wachstum der Muskeln ist massiv gestört durch den Drink danach. Da ist die Rede von bis zu 30Prozent Einbußen. Wenn man aber vor dem Bierchen einen Eiweißshake zu sich nimmt, kann man diesen Prozess ein Wenig bremsen.

Das sich die Regenerationszeit des Körpers verlängert, wenn man zum Sport Alkohol trinkt, ist sicher nicht überraschend, wenn wir an das decken, was ich eingangs zur Alkoholabbau gesagt habe. Der Körper ist damit beschäftigt, den Alkohol abzubauen, wo durch alle anderen Prozesse in den Hintergrund treten. Ernährungstechnisch ist grundsätzlich zum Alkohol in jedem Fall zu bedenken, dass er Nährstoffe aus dem Körper schwämmt und ihn entwässert. So entsteht der gefürchtete Nachdurst.

Wie kann man den Kater vermeiden?

Vorher, während dessen und danach viel Wasser trinken. Man kann darauf achten, möglichst Getränke zu wählen, deren Alkoholkomponenten möglichst wenige chemische Zusatzstoffe enthalten. Alkohol ist Ethanol. Bei dessen Produktion entstehen weiteren chemischen Stoffen wie z. B. Methanol oder Azeton. Diese Stoffe stehen im Verdacht, einen Kater zu bekommen. Ein Mehr von diesen Stoffen findet man z. B. im Tequila, Whisky oder Cognac. Besser man trinkt Wodka oder Gin. Dies könnte der Grund sein, dass manche Menschen meinen, dass Ihnen klare Getränke nicht so sehr in den Kopf steigen. Der wichtigste Tipp gegen einen Kater ist aber auch, unbedingt dem Körper Nährstoffe zuzuführen, denn wie gesagt, es wird viel ausgeschwemmt. Es gibt in den Drogeriemärkten Antikaterprodukte, die bedingt helfen können, Wundermittel sind sie allerdings nicht. Man kann genauso gut Obst und Gemüse zu sich nehmen, was man ohnehin im Haus hat.

Was dem Körper auch helfen kann, ist am Tag danach in die Sauna zu gehen. Der Stoffwechsel wird angeregt und das hilft dem Körper, die Giftstoffe los zu werden. Man muss aber beachten, dass man dabei auch alle guten Stoffe ausschwemmt. Deshalb erst in die Sauna, und dann die Nährstoffe dem Körper zuführen. Sonst ist die gute Absicht verpufft.

Fakt ist, dass die Dosis das Gift macht und dass hier klar zu raten ist, je weniger je besser.

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